Nierenerkrankung, Pflanzliche

Nierenerkrankung: Pflanzliche Kost senkt Sterberisiko um 24%

07.06.2026 - 07:30:32 | boerse-global.de

Studie belegt: Planetary Health Diet reduziert GesamtmortalitÀt um 17 Prozent. Auch neuer Wirkstoff Finerenon zeigt positive Effekte auf Nierenfunktion.

Nierenkranke profitieren: Pflanzliche Kost senkt Sterberisiko deutlich
Nierenerkrankung - Ein menschliches Organ, umgeben von gesunden, pflanzlichen Lebensmitteln auf der einen Seite und unscharfen, verarbeiteten Lebensmitteln auf der anderen. 07.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das belegen aktuelle Daten, die auf dem ERA-Kongress im Juni 2026 vorgestellt wurden. Forscher analysierten die ErnÀhrungsgewohnheiten von 8.165 Erwachsenen mit chronischer Niereninsuffizienz.

Planetary Health Diet als Gamechanger

Die sogenannte Planetary Health Diet (PHD) erwies sich als besonders effektiv. Sie senkte die GesamtmortalitÀt um 17 Prozent und die nierenbedingte Sterblichkeit sogar um 24 Prozent. Ein pflanzenbasierter Speiseplan scheint also direkte Schutzmechanismen zu aktivieren.

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Doch nicht jede ErnĂ€hrung ist gleich gut. Ultra-verarbeitete Lebensmittel – machen sie mehr als 30 Prozent der Energiezufuhr aus – erhöhen das Sterberisiko um 24 Prozent. Auch rotes Fleisch ist problematisch: Ab vier Portionen pro Woche steigt das Risiko um 19 Prozent.

Eine einseitige ErnĂ€hrung kann das Risiko fĂŒr nierenbedingte TodesfĂ€lle sogar um bis zu 32 Prozent erhöhen. Die DASH-DiĂ€t und mediterrane Kost zeigen dagegen ebenfalls vorteilhafte Effekte.

Neuer Wirkstoff bremst Nierenfunktionsverlust

Neben der ErnĂ€hrung gibt es Fortschritte in der Pharmakologie. Die Phase-III-Studie FIND-CKD untersuchte den Wirkstoff Finerenon bei Nicht-Diabetikern. Das Ergebnis: Der jĂ€hrliche RĂŒckgang der Nierenfunktion verlangsamte sich deutlich.

In der Behandlungsgruppe sank die geschĂ€tzte Filtrationsrate (eGFR) nur um -3,3 mL/min/1,73mÂČ, in der Kontrollgruppe um -4,0 mL/min/1,73mÂČ. Das kombinierte Risiko fĂŒr Nierenversagen, kardiovaskulĂ€ren Tod und Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz reduzierte sich um 23 Prozent.

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Proteine: Nicht nur fĂŒr Nierenpatienten relevant

Die richtige Proteinzufuhr ist auch in der Onkologie ein Thema. FachĂ€rzte warnen vor restriktiven DiĂ€ten wĂ€hrend einer Krebstherapie. MangelernĂ€hrung ist fĂŒr einen signifikanten Anteil der SterbefĂ€lle bei Krebspatienten mitverantwortlich.

Die Empfehlung: 1 bis 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht, idealerweise aus mediterraner Kost mit HĂŒlsenfrĂŒchten und Fisch. Kreatin-Monohydrat bleibt das am besten untersuchte Supplement fĂŒr die ATP-Wiederherstellung in Muskelzellen.

Gute Nachrichten fĂŒr Patienten mit hohen HarnsĂ€urewerten: Eier sind purinarm und verursachen keinen plötzlichen HarnsĂ€ureanstieg.

Globale Fleischtrends und neue Spendenregeln

Der weltweite Fleischkonsum hat sich massiv verĂ€ndert. Laut FAO stieg das Pro-Kopf-Angebot an GeflĂŒgelfleisch zwischen 1961 und 2022 auf das Sechsfache. Rindfleisch blieb stabil, Schweinefleisch verdoppelte sich. Das treibt nicht nur Gesundheitskosten, sondern auch landwirtschaftliche Emissionen – mit weiter steigender Tendenz.

Parallel dazu verbessert Deutschland die Versorgung von Nierenpatienten. Der Bundestag beschloss gesetzliche Änderungen fĂŒr Überkreuz-Lebendspenden und anonyme Nierenspenden. Ziel: Die Wartezeiten fĂŒr knapp 10.400 Personen auf der Eurotransplant-Liste verkĂŒrzen. Eine transplantierte Niere hĂ€lt derzeit durchschnittlich 15 Jahre.

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