Nierenerkrankung: SGLT2-Hemmer wirken auch bei milder Albuminurie
Veröffentlicht am: 15.06.2026 um 10:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Fachwelt drĂ€ngt deshalb auf eine Ausweitung der FrĂŒherkennung und prĂ€zisere Diagnoseverfahren.
Diagnose: Warum ein Wert nicht reicht
Bislang verlassen sich Ărzte bei der Beurteilung der Nierenfunktion hĂ€ufig auf die geschĂ€tzte glomerulĂ€re Filtrationsrate (eGFR). Doch dieser Wert allein genĂŒgt nicht, warnen Fachleute. Sie fordern die zusĂ€tzliche Bestimmung des Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR) im Urin.
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Erst durch diesen Urinbefund lasse sich das Stadium und das Risiko einer CKD prĂ€zise bewerten, heiĂt es auf Tagungen wie der der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Innere Medizin (DGIM). Ein breiter angelegtes CKD-Screening soll helfen, betroffene Patienten frĂŒher einer Behandlung zuzufĂŒhren.
Neue Medikamente: SGLT2-Hemmer im Fokus
Auch bei der Therapie tut sich etwas. Aktuelle Leitlinien empfehlen den Einsatz von SGLT2-Inhibitoren â gestĂŒtzt auf Studiendaten wie EMPA-KIDNEY und DAPA-CKD. Eine aktuelle Metaanalyse belegt: SGLT2-Hemmer wirken selbst bei Patienten mit gering ausgeprĂ€gter Albuminurie.
Parallel dazu beschleunigt sich das Zulassungsverfahren fĂŒr spezielle Nierenerkrankungen. AstraZeneca teilte Mitte Juni mit, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA eine PrioritĂ€tsprĂŒfung fĂŒr das Medikament Ultomiris zur Behandlung der IgA-Nephropathie gewĂ€hrt hat.
PrÀvention: Risikopatienten im Blick behalten
FĂŒr Menschen mit Diabetes ist die FrĂŒherkennung besonders wichtig. NierenschĂ€den gehören zu den hĂ€ufigsten Folgeerkrankungen. Die Kontrolle des HbA1c-Wertes und des NĂŒchternblutzuckers ist daher entscheidend.
Auch der Lebensstil spielt eine Rolle. ErnĂ€hrungswissenschaftlerin Caitlin Beale empfiehlt eine tĂ€gliche FlĂŒssigkeitszufuhr von 2 bis 2,5 Litern â bei extremer Hitze bis zu 4 Litern. Wasser, Kaffee und ungesĂŒĂte Tees senken das Risiko fĂŒr chronische Erkrankungen oder akutes Nierenversagen. Stark zuckerhaltige GetrĂ€nke dagegen erhöhen die Gefahr von NierenschĂ€den.
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Technik und Kosten: Zwei Seiten der Medaille
Neben der Labordiagnostik gewinnt die bildgebende Diagnostik an Bedeutung. Ultraschall und moderne Herz-Kreislauf-Systeme helfen, den Krankheitsverlauf zu ĂŒberwachen. Medizinische Fachtagungen im Juni prĂ€sentieren neue Systeme fĂŒr eine lĂŒckenlose Diagnostik.
Doch das Gesundheitswesen steht unter Druck. Diskussionen um das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zeigen den Kostendruck auf PrĂ€ventions- und Screening-MaĂnahmen. FĂŒr 2027 werden Defizite im Milliardenbereich prognostiziert. Die politische Koalition berĂ€t ĂŒber Kompromisse bei der VergĂŒtung forschender Arzneimittelhersteller â um die Innovationskraft bei schweren chronischen Erkrankungen zu erhalten.
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