Nierengesundheit: Oxalat und IL-17A als zentrale Entzündungstreiber
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 13:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Experten warnen jedoch vor einfachen Patentlösungen: Bestimmte Lebensmittel können zwar unterstützen, eine medikamentöse Therapie aber nicht ersetzen.
Schweinenieren: Nährstoffreich, aber kein Heilmittel
Schweinenieren gelten als wahre Nährstoffbomben. Dr. Nguyen Vu Binh von der Medizinischen Universität Hanoi hebt den hohen Gehalt an Proteinen, Vitamin B12, Eisen, Zink und Selen hervor. Trotz dieser beeindruckenden Dichte betont der Mediziner: Schweinenieren sind kein Heilmittel gegen bestehende Nierenerkrankungen.
Der maßvolle Verzehr im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist entscheidend. Besonders wichtig: Frische und sorgfältige Zubereitung. Bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion kann ein übermäßiger Konsum die Organe zusätzlich belasten.
Oxalat als Entzündungstreiber
Ein vielversprechender Forschungsansatz verbindet Nierengesundheit mit dem Herz-Kreislauf-System. Eine 2026 im Fachjournal Cardiovascular Research veröffentlichte Studie zeigt: Oxalatreiche Ernährung kann systemische Entzündungen auslösen. Der Botenstoff IL-17A spielt dabei eine zentrale Rolle und begünstigt sowohl Nieren- als auch Herzschäden.
Forscher des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) belegen an Tiermodellen: Die Blockade von IL-17A verbessert die Funktion beider Organe. Bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen (CKD) sind erhöhte Oxalatspiegel häufig mit einem höheren kardiovaskulären Risiko verbunden.
Neue Leitlinien und Medikamente
Die Behandlung von Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt sich rasant weiter. Im Juli 2026 veröffentlichten die American Heart Association (AHA) und das American College of Cardiology (ACC) erste gemeinsame Leitlinien zum CKM-Syndrom (Cardiovascular-Kidney-Metabolic Syndrome).
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Parallel dazu kamen neue Medikamente auf den Markt:
- Vanrafia (Atrasentan): Novartis erhielt in Kanada die Zulassung zur Behandlung der IgA-Nephropathie.
- Trutakna (Atacicept): Die FDA erteilte Vera Therapeutics eine beschleunigte Zulassung. In der Phase-3-Studie ORIGIN 3 senkte der Wirkstoff die Proteinurie (Eiweiß im Urin) um 42 Prozent im Vergleich zur Placebo-Gruppe.
Auch die Gentherapie macht Fortschritte: Das Deutsche Herzzentrum Charité (DHZC) entwickelte ein katheterbasiertes Perfusionssystem, das in der Niere eine deutlich höhere Vektorkonzentration erzielt als herkömmliche Verfahren.
Ernährung als Prävention
Doch nicht nur bei spezifischen Nierenthemen zeigt sich die Kraft der Ernährung. Studien der Universität Ljubljana belegen: Die MIND-Diät kann das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer um bis zu 35 Prozent senken. Daten der Chung Shan Medical University deuten zudem darauf hin, dass regelmäßiger Konsum von Probiotika oder Joghurt das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen im Verdauungstrakt signifikant reduziert.
Kritik an der Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln kommt von Foodwatch. Im Rahmen der Abstimmung zum Goldenen Windbeutel 2026 wurde ein hochpreisiges Mikronährstoffkonzentrat für irreführende Werbeversprechen kritisiert. Ernährungsexperten wie Prof. Diana Rubin betonen: Eine ausgewogene Ernährung bildet die Gesundheitsbasis – teure Supplemente sind in der Regel unnötig.
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Blick in die Zukunft: Mehlwürmer als Proteinquelle?
Zukunftsorientierte Forschung untersucht alternative Proteinquellen. Ein Team der Universität Bayreuth evaluiert im Sommer 2026 den Einsatz von Mehlwurmpulver in Fleischprodukten. Ziel: den Fettgehalt senken und die Umweltbilanz verbessern. Allergologische Risiken müssen allerdings noch weiter erforscht werden.
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