Nierenkrankheiten: Warum immer mehr junge Menschen betroffen sind
19.06.2026 - 19:31:45 | boerse-global.de
Das berichten Ărzte auf der Fachkonferenz im Bach Mai Krankenhaus am heutigen Freitag. Ungesunde ErnĂ€hrung, Bewegungsmangel und Stoffwechselstörungen fĂŒhren demnach zu schweren OrganschĂ€den, die frĂŒher vor allem Ă€ltere Patienten betrafen. Das Zentrum fĂŒr Nephrologie des Krankenhauses betreut aktuell rund 300 Dialysepatienten.
FrĂŒhe Warnzeichen werden ignoriert
Die Kombination aus hochverarbeiteten Lebensmitteln, Ăbergewicht und fehlender Bewegung beeintrĂ€chtigt die Nierenfunktion massiv, betonten Assoc. Prof. Dr. Dao Xuan Co und Dr. Nghiem Trung Dung auf der Konferenz. Ein groĂes Problem: Viele Betroffene ignorieren frĂŒhe Warnzeichen wie schaumigen Urin, Blut im Urin oder vermehrtes nĂ€chtliches Wasserlassen. âBis die Erkrankung ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, ist es oft zu spĂ€tâ, warnt Dr. Nghiem Trung Dung.
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Intervallfasten und Protein-DiÀten als Risiko
Neben allgemeinen ErnĂ€hrungsfehlern rĂŒcken spezifische Trends in den Fokus der Mediziner. Dr. Tran Dinh Nghia vom An Sinh General Hospital warnte am Mittwoch vor den Gefahren des Intervallfastens. FĂŒr Patienten mit bestehenden NierenschĂ€den ab Stadium 3b und fĂŒr Diabetiker kann diese Praxis zu Dehydratation, Elektrolytstörungen und HyperkaliĂ€mie fĂŒhren. Eine Ă€rztliche Ăberwachung sei zwingend erforderlich.
Auch zu viel Protein kann gefĂ€hrlich sein. Eine am Dienstag im Fachjournal âCirculationâ veröffentlichte Langzeitstudie der UniversitĂ€t Leipzig und der Ben-Gurion-UniversitĂ€t zeigt: Bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung erhöht eine Zufuhr von bis zu zwei Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht das Risiko fĂŒr Nierenversagen deutlich. Die Studie mit 366 Teilnehmern belegt zudem: Wer das viszerale Bauchfett um zehn Prozent reduziert, senkt sein Typ-2-Diabetes-Risiko um 28 Prozent â und schĂŒtzt damit indirekt die Nieren.
20-jÀhrige Studentin braucht jetzt lebenslang Dialyse
Ein Fallbericht des Tam Anh Krankenhauses in Hanoi zeigt die dramatischen Folgen. Eine 20-jĂ€hrige Studentin wurde heute mit terminalem Nierenversagen eingeliefert. Monatelang hatte sie MĂŒdigkeit, geschwollene Augenlider und VerĂ€nderungen im Urin ignoriert. Bei der Aufnahme lag ihr Blutdruck bei 220/130 mmHg, der Kreatininwert ĂŒber 1000 ”mol/L. Diagnose: chronische Glomerulonephritis. Die junge Frau ist jetzt dreimal pro Woche auf Dialyse angewiesen.
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PrÀvention beginnt im jungen Erwachsenenalter
Die NAKO-Studie der UniversitĂ€t Leipzig mit rund 150.000 Teilnehmern, veröffentlicht im Mai in âAlzheimer's & Dementiaâ, untermauert die Notwendigkeit frĂŒhzeitiger PrĂ€vention. Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel legen bereits zwischen 20 und 39 Jahren die Basis fĂŒr spĂ€tere chronische Leiden â einschlieĂlich Demenz. Experten wie Prof. Riedel-Heller fordern verstĂ€rkte MaĂnahmen schon im jungen Erwachsenenalter.
Zur FrĂŒherkennung empfehlen FachĂ€rzte jĂ€hrliche Gesundheitschecks mit Urintests und Nierenfunktionswerten. Die Normalisierung der Blutzuckerwerte ist ebenfalls essenziell: Forschungsergebnisse des Kingâs College London und der UniversitĂ€t TĂŒbingen zeigen, dass dies das Risiko fĂŒr schwere kardiovaskulĂ€re Ereignisse um bis zu 58 Prozent senkt â ein Faktor, der eng mit der langfristigen Nierengesundheit verknĂŒpft ist.
