Nierenmedikament, Kerendia

Nierenmedikament Kerendia: 23% weniger kardiovaskuläre Risiken

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bayer strebt chinesische Zulassung für Kerendia bei nicht-diabetischer Nierenerkrankung an. Phase-3-Studie belegt Risikoreduktion um 23 Prozent.

Bayer beantragt Zulassungserweiterung für Kerendia in China
Ein medizinisches Labor mit einem Glasbecher auf einem Labortisch vor unscharfen Monitoren und Forschungsgeräten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern Bayer strebt eine signifikante Erweiterung des Einsatzgebiets für sein Medikament Kerendia (Wirkstoff Finerenon) im asiatischen Raum an. Wie aus Unternehmensangaben vom Juli 2026 hervorgeht, hat die Gesellschaft bei der chinesischen National Medical Products Administration (NMPA) einen Antrag auf Zulassungserweiterung eingereicht. Das Gesuch zielt darauf ab, Finerenon künftig auch für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung (CKD) zugänglich zu machen.

Bislang ist die Anwendung von Finerenon primär auf Patienten fokussiert, deren chronische Nierenerkrankung im Zusammenhang mit einem Typ-2-Diabetes steht. Eine erfolgreiche Zulassung durch die chinesischen Behörden würde somit eine wichtige neue Patientengruppe für das Präparat erschließen und die Marktposition von Bayer im Bereich der Nephrologie stärken.

Ergebnisse der klinischen Phase-3-Studie FIND-CKD

Die Grundlage für den im Juli 2026 gestellten Antrag bilden die Ergebnisse der klinischen Phase-3-Studie FIND-CKD. In dieser Untersuchung wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Finerenon bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung evaluiert, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Die Daten der Studie belegen laut den vorliegenden Berichten einen messbaren klinischen Nutzen für die betroffenen Patienten.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die signifikante Verlangsamung des Abfalls der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR). Die eGFR gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Funktionsfähigkeit der Nieren. In der FIND-CKD-Studie konnte eine Verlangsamung dieses Funktionsverlustes um 0,7 ml/min/1,73 m² pro Jahr im Vergleich zur Placebo-Gruppe nachgewiesen werden. Dieser Wert unterstreicht das Potenzial des Wirkstoffs, das Fortschreiten der Nierenschädigung über einen längeren Zeitraum zu verzögern.

Reduktion kardiovaskulärer und renaler Risiken

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Neben der Stabilisierung der Nierenfunktion lieferte die Studie auch Erkenntnisse über den kombinierten kardiovaskulär-renalen Endpunkt. Dieser Endpunkt umfasst schwerwiegende Ereignisse, die sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Nierenfunktion betreffen können. Laut den Studienergebnissen, die im Rahmen des Antragsverfahrens im Juli 2026 angeführt wurden, konnte durch die Gabe von Finerenon eine Risikoreduktion von 23 % für diesen kombinierten Endpunkt erzielt werden.

Die Reduktion klinisch relevanter Ereignisse gilt in der medizinischen Fachwelt als entscheidendes Kriterium für den therapeutischen Mehrwert eines Medikaments. Finerenon, ein nicht-steroidaler, selektiver Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist (MRA), greift direkt in Mechanismen ein, die für Entzündungen und Fibrose (Gewebeverhärtung) in Niere und Herz verantwortlich gemacht werden.

Bedeutung für den chinesischen Gesundheitsmarkt

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Millionen Menschen mit chronischer Nierenerkrankung haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Kerendia (Finerenon) bietet einen neuen Ansatz, um beide Risiken gleichzeitig zu senken – belegt durch die Phase-3-Studie FIND-CKD. Mehr zur Studie erfahren

Der Antrag bei der NMPA ist ein strategischer Schritt, um die Präsenz von Bayer in einem der weltweit größten Gesundheitsmärkte weiter auszubauen. Da chronische Nierenerkrankungen unabhängig von Diabetes weltweit zunehmen, besteht ein erheblicher Bedarf an neuen Therapieoptionen, die das Organversagen hinauszögern und die Notwendigkeit von Dialysen oder Transplantationen verringern können.

Die Entscheidung der chinesischen Behörden über die Zulassungserweiterung wird darüber bestimmen, ob Finerenon künftig als Standardtherapie für ein breiteres Spektrum an CKD-Patienten in China zur Verfügung steht. Für den Konzern stellt die Erweiterung der Indikation auf die nicht-diabetische CKD ein wesentliches Element der Wachstumsstrategie für das Medikament Kerendia dar.

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