Nierenzellkarzinom, FDA

Nierenzellkarzinom: FDA genehmigt neue Kombinationstherapie mit 28% Risikoreduktion

14.06.2026 - 10:55:12 | boerse-global.de

Die FDA genehmigt zwei neue Krebstherapien. Kongresse zeigen Fortschritte bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, Leukämie und neuartigen Wirkstoffen.

FDA-Zulassungen und Kongressdaten: Neue Hoffnung bei Krebs
Nierenzellkarzinom - Nahaufnahme von Laborgeräten mit Bildschirmen, die molekulare Strukturen und Daten anzeigen, symbolisiert Fortschritte in der Onkologie. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Parallel dazu liefern Fachkongresse vielversprechende Daten zu Bauchspeicheldrüsenkrebs, Leukämie und neuartigen Wirkmechanismen.

Neue Hoffnung bei Nieren- und Prostatakrebs

Am 12. Juni erteilte die FDA die Zulassung für eine Kombination aus Pembrolizumab und Belzutifan. Die Therapie richtet sich gegen das klarzellige Nierenzellkarzinom (ccRCC) nach einer Nephrektomie. Grundlage ist die Phase-3-Studie LITESPARK-022 mit 1.841 Teilnehmenden.

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Die Kombination senkt das Risiko für Rückfälle, Metastasen oder Tod um 28 Prozent. Nach 24 Monaten lag die Rate des krankheitsfreien Überlebens bei 81 Prozent – in der Kontrollgruppe bei 74 Prozent.

Parallel dazu erhielt Capivasertib in Kombination mit Abirateron und Prednison die US-Zulassung. Das Medikament ist für Patienten mit PTEN-defizientem, metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) gedacht. Die Phase-III-Studie CAPItello-281 zeigte eine Risikoreduktion für radiologische Progression oder Tod um 19 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben verbesserte sich von 25,7 auf 33,2 Monate. Eine EU-Zulassung wird derzeit geprüft.

T-Zell-Engager: Neue Waffe gegen Prostatakrebs?

Auf den Fachkongressen im Juni sorgte der T-Zell-Engager VIR-5500 für Aufsehen. In einer Studie mit 58 Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs sank der PSA-Wert in der höchsten Dosierungsgruppe bei 82 Prozent der Probanden um mindestens die Hälfte. Bei einem Patienten mit 14 Lebermetastasen waren diese nach sechs Behandlungszyklen nicht mehr nachweisbar. Die Nebenwirkungen blieben in 88 Prozent der Fälle mild.

Durchbruch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Die Phase-3-Studie RASolute-302 zum Wirkstoff Daraxonrasib liefert ermutigende Daten. Im Vergleich zu einer Standard-Chemotherapie verdoppelte sich das mediane Gesamtüberleben von 6,7 auf 13,2 Monate. Schwere Nebenwirkungen traten mit 43,6 Prozent seltener auf als in der Vergleichsgruppe (57,5 Prozent). Die FDA führt das Medikament bereits als „Breakthrough Therapy“.

GLP-1-Medikamente: Nebeneffekt gegen Krebs?

Forschende präsentierten auf dem ASCO-Kongress in Chicago Daten einer Beobachtungsstudie mit über 12.000 Patienten. Demnach könnten GLP-1-Medikamente das Metastasierungsrisiko bei Brust-, Leber-, Darm- und Lungenkrebs um 38 bis 50 Prozent senken. Das Sterberisiko über sieben untersuchte Krebsarten hinweg war um 33 Prozent niedriger. Experten betonten jedoch: Die Ergebnisse müssen in kontrollierten Studien bestätigt werden.

„Zombie-Zellen“ als Angriffsziel

In der Grundlagenforschung identifizierten Wissenschaftler das Enzym GPX4 als Schwachstelle sogenannter seneszenter Zellen in Tumoren. Eine Hemmung führte in Mausmodellen für Prostata-, Eierstock- und Hautkrebs zu verstärkter Abtötung dieser Zellen durch Ferroptose. Besonders bei Eierstockkrebs zeigte die Kombination mit Cisplatin einen deutlichen Überlebensvorteil.

Deutsche Pharmaindustrie warnt vor Rabatten

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Flankierend zu den medizinischen Fortschritten äußerte sich die Pharmaindustrie kritisch zu den Rahmenbedingungen in Deutschland. Niko Andre, Onkologie-Chef bei AstraZeneca, warnte vor den geplanten Rabatten der Bundesregierung im Zuge der Gesundheitsreform. Solche Maßnahmen gefährdeten den Zugang zu modernster Krebsmedizin und erschwerten Innovationen am Standort Deutschland.

Langzeitdaten bei Leukämie

Auf dem EHA-Kongress in Stockholm präsentierten Forschende Langzeitdaten zur chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Die finale Analyse der CLL14-Studie zeigte über neun Jahre ein medianes progressionsfreies Überleben von 6,4 Jahren unter Venetoclax und Obinutuzumab – in der Kontrollgruppe waren es 3,2 Jahre. Neue BTK-Degrader wie Tacabrutideg erzielten bei vorbehandelten Patienten eine Gesamtansprechrate von 85,1 Prozent.

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