NIH-Richtwert, Vitamin

NIH-Richtwert fĂŒr Vitamin C: Frauen brauchen 75, MĂ€nner 90 Milligramm

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 18:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Supplemente helfen vor allem bei festgestelltem Mangel; hohe Dosen können Beschwerden verursachen und ErkÀltungen meist nicht verhindern.
Frisches, unverarbeitetes Obst und GemĂŒse auf einer hölzernen Unterlage als Symbol fĂŒr eine natĂŒrliche NĂ€hrstoffzufuhr. Illustration mit AI erstellt.

Das menschliche Immunsystem benötigt Vitamine und Mineralstoffe fĂŒr seine normale Funktion, ist jedoch auf keine kĂŒnstliche VerstĂ€rkung angewiesen. Dies erlĂ€uterte die Immunologin Ljudmyla Hontscharowa am 20. Oktober 2026 gegenĂŒber dem Portal LIGA.net mit Blick auf die Frage, ob NahrungsergĂ€nzungsmittel ohne nachgewiesenen Mangel einen medizinischen Nutzen bieten.

ErgĂ€nzend betonte Maria Antonietta Riemma von der italienischen pharmakologischen Gesellschaft SIF und der UniversitĂ€t Campania, dass MikronĂ€hrstoffe wie die Vitamine A, B6, B9, B12, C und D sowie Zink, Eisen und Kupfer zwar an der Immunregulation beteiligt seien, eine Zufuhr ĂŒber den Tagesbedarf hinaus jedoch keinen zusĂ€tzlichen Schutz biete. PrĂ€parate seien primĂ€r bei dokumentierten MĂ€ngeln, Malabsorption, restriktiven ErnĂ€hrungsformen oder erhöhtem Bedarf sinnvoll.

Begrenzte Wirkung auf ErkÀltungsverlÀufe

Wissenschaftliche Übersichten belegen seit Jahren die Grenzen einer vorbeugenden Supplementierung. Ein Cochrane-Review mit ĂŒber 11.000 Teilnehmenden zeigte, dass eine regelmĂ€ĂŸige Einnahme von Vitamin C das ErkĂ€ltungsrisiko in der Allgemeinbevölkerung nicht signifikant senkt. Allerdings verringerte sich die Krankheitsdauer bei Erwachsenen um rund 8 Prozent und bei Kindern um rund 14 Prozent.

Lediglich bei Personen unter extremer körperlicher Belastung, darunter MarathonlÀufer oder MilitÀrangehörige, halbierte sich das Erkrankungsrisiko. Laut Jerry Lio von der Ohio State University, der sich am 13. Oktober 2026 auf Daten des Cochrane-Reviews von 2013 bezog, bleibt ein therapeutischer Beginn nach Symptomauftritt wirkungslos.

Anzeige

Wer sich mit der gezielten Zufuhr von MikronĂ€hrstoffen befasst, sollte zunĂ€chst die eigene Ausgangslage kennen, um Fehldiagnosen und Fehlinterpretationen zu vermeiden. Dieser kostenlose Report erklĂ€rt verstĂ€ndlich, welche Werte wirklich wichtig sind und wie Sie Ihre Gesundheit proaktiv schĂŒtzen. Was verraten Ihre Blutwerte wirklich? Jetzt Gratis-Report sichern

Auch Eva Hummers von der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen und Sonja Siegert vom Institut fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hielten fest, dass Vitamin C Beschwerden bei prĂ€ventiver Einnahme zwar um rund 10 Prozent verkĂŒrzen könne, aber keine Infektionen verhindere.

Markus Tullius, Chefarzt an der Helios Klinik WipperfĂŒrth, wies darauf hin, dass eine ErkĂ€ltung bei ersten Symptomen nicht mehr aufzuhalten sei, da die Ansteckung oft rund 48 Stunden zurĂŒckliege. Auch Zinktabletten können laut gesundheitsinformation.de die Symptomdauer bei regelmĂ€ĂŸiger Gabe zwar leicht verkĂŒrzen, bergen jedoch Risiken von Geschmacksstörungen und Magenbeschwerden.

Risiken von Überdosierungen und wissenschaftliche Leitlinien

Eine Überdosierung birgt konkrete Gesundheitsrisiken. US- und britische Behörden warnen davor, dass sehr hohe Tagesdosen von beispielsweise 3.000 Milligramm Vitamin C Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen verursachen können.

Ein Review aus der Fachzeitschrift Nutrients von 2017 legte dar, dass bereits rund 200 Milligramm tĂ€glich das Plasma und die Neutrophilen bei Gesunden sĂ€ttigen. Die National Institutes of Health (NIH) beziffern den regulĂ€ren Bedarf auf circa 75 Milligramm fĂŒr Frauen und 90 Milligramm fĂŒr MĂ€nner, bei einer tolerierbaren Obergrenze von 2.000 Milligramm tĂ€glich.

Anzeige

Neben der reinen Vitaminzufuhr spielen oft unbemerkte Prozesse im Körper eine entscheidende Rolle fĂŒr das allgemeine Wohlbefinden und die VitalitĂ€t. Ein kostenloser Ratgeber bietet einen Selbsttest zu stillen EntzĂŒndungen und zeigt auf, wie Sie Beschwerden durch gezielte ErnĂ€hrung lindern können. 12 natĂŒrliche EntzĂŒndungs-Killer entdecken

Bei Vitamin D ergab eine systematische Übersicht aus dem Jahr 2025 anhand von 31 Leitlinien, dass eine routinemĂ€ĂŸige Gabe an gesunde Erwachsene ohne Risikofaktoren nicht empfohlen wird.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2023 mit 12.952 Probanden zeigte, dass eine Zufuhr von 3.200 bis 4.000 Internationalen Einheiten (IE) Vitamin D ĂŒber mindestens sechs Monate zu etwa vier zusĂ€tzlichen HyperkalzĂ€mie-FĂ€llen pro 1.000 Personen fĂŒhrte.

Zudem zeigte eine Metaanalyse aus dem Jahr 2026 mit 153.902 Teilnehmenden kaum Effekte von Vitamin D und Calcium auf StĂŒrze oder Frakturen bei Personen ohne Osteoporose-Medikation.

Relevanz von ErnÀhrungsmustern

Edit PohĂĄnka von der Bezirksregierung Vas in Ungarn unterstrich, dass das Ziel primĂ€r in einer ausgewogenen Kost liege. WĂ€hrend offizielle ungarische Empfehlungen von Oktober bis MĂ€rz 2.000 Internationale Einheiten Vitamin D fĂŒr Erwachsene vorsehen, sollten hochdosierte KombinationsprĂ€parate nicht ohne fachliche Absprache konsumiert werden.

Dariush Mozaffarian von der Tufts School of Medicine betonte, dass schwere NĂ€hrstoffmĂ€ngel in einkommensstĂ€rkeren LĂ€ndern selten seien. Chronische Erkrankungen stĂŒnden wissenschaftlich betrachtet viel stĂ€rker in Zusammenhang mit allgemeinen ErnĂ€hrungsmustern als mit dem Mangel einzelner isolierter Vitamine.

Gliedere man die Versorgung gezielt auf Risikogruppen ein, benötigten vor allem Schwangere FolsÀure und Omega-3-FettsÀuren sowie Senioren und vegan lebende Menschen Vitamin B12.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70386629 |