Nordische Ernährung: Aarhus-Simulation sieht 2,7 Prozentpunkte weniger Sterberisiko
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 10:35 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Simulationsstudie der dänischen Universität Aarhus liefert detaillierte Einblicke in die gesundheitlichen Effekte traditioneller nordischer Ernährungsmuster. Die im Fachblatt American Journal of Clinical Nutrition erschienene Arbeit unter Erstautor Michael Fridén stützt sich auf die Daten von 64.000 Schwedinnen und Schweden im mittleren und höheren Alter.
Den Berechnungen zufolge verzeichneten Personen, die sich streng an die traditionelle nordische Kost hielten, in den folgenden 24 Jahren ein um 2,7 Prozentpunkte geringeres Sterberisiko.
Zielgruppen und statistische Einordnung der Aarhus-Studie
Die Auswertungen der Universität Aarhus zeigen deutliche Unterschiede hinsichtlich des Nutzens innerhalb der untersuchten Kohorte. So fiel der positive Effekt bei Frauen sowie bei Personen über 65 Jahren, die unter Bluthochdruck und Diabetes litten, besonders stark aus.
Geringere Effekte ermittelten die Wissenschaftler hingegen bei Personen, die mehr als zwei Stunden wöchentlich trainierten, nur wenig Alkohol konsumierten und über einen Universitätsabschluss verfügten.
In Bezug auf schwerwiegende Lebererkrankungen zeigte sich im Vergleich zu den gängigen nordischen Ernährungsempfehlungen kein Unterschied. Das Forschungsteam hob zudem hervor, dass es sich bei den Resultaten um eine statistische Simulation handelt und weitere Analysen erforderlich sind, um die Zusammenhänge zu vertiefen.
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Langzeitbeobachtungen über den Healthy Nordic Food Index
Neben der Modellrechnung analysierten Forschende der Universität Aarhus – darunter Daniel Borch Ibsen, Christina C. Dahm und Michael Fridén – den Einfluss der Ernährungsweise anhand des sogenannten Healthy Nordic Food Index. Dieser Maßstab bewertet, wie stark sich das Essverhalten an traditionellen nordischen Lebensmitteln orientiert.
In einer Langzeitstudie wurden 57.053 dänische Teilnehmer über einen Zeitraum von zwölf Jahren begleitet. Männer mit der stärksten Orientierung an der nordischen Kost wiesen dabei ein um 36 Prozent geringeres Sterberisiko auf als jene mit der geringsten Einhaltung.
Darüber hinaus brachten weitere Untersuchungen der dänischen Hochschule das nordische Ernährungsmuster mit einer Risikosenkung für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle in Verbindung.
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Stoffwechseleffekte und regionale Zusammensetzung
Die physiologischen Wirkungen einer Ernährungsumstellung untersuchte zudem eine schwedische Studie über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Der Wechsel zu nordischer Kost führte demnach zu messbaren Verbesserungen bei den Blutzucker- und Cholesterinwerten sowie zu einem Rückgang von Leberfett und Entzündungsmarkern.
Praktisch basiert das Konzept auf dem Ersatz von Weißbrot und Nudeln durch Haferbrei und Roggenbrot sowie der Verwendung von Rapsöl anstelle von Butter. Hinzu kommt ein hoher Anteil an regionalem Obst, Beeren, Wurzelgemüse und fettreichem Fisch wie Lachs. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wird dabei unter anderem eine Aufnahme von rund 90 Gramm Vollkorn pro Tag empfohlen.
Die nordische Kost gilt aufgrund der überwiegend heimisch angebauten oder gefangenen Zutaten als lokal und klimafreundlich. Zwar setzt das Konzept ähnlich wie die Mittelmeerdiät auf frische, weitgehend unverarbeitete Nahrungsmittel, ein direkter Vergleich beider Ernährungsformen lässt sich laut den Forschenden der Universität Aarhus aus der bisherigen Studienlage jedoch nicht ableiten.
