Notfallnahrung, Portion

Notfallnahrung: Eine Portion kann mit 5 bis 10 Gramm Salz den Tageswert sprengen

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Konservierte Krisennahrung kann viel Natrium enthalten; Fachleute raten zu kleinen Portionen, ausreichend Wasser und Blutdruckkontrollen.
Frisches GemĂŒse in Keramikschalen auf einem Holztisch als Symbol fĂŒr eine salzarme und gesunde ErnĂ€hrung. Illustration mit AI erstellt.

Ob an Feiertagen oder in extremen Ausnahmesituationen wie Naturkatastrophen: Medizinische Experten raten dazu, gezielt auf den oft unterschÀtzten Salzgehalt von Lebensmitteln zu achten.

Ungewohnte ErnĂ€hrungsmuster können zu gefĂ€hrlichen Blutdruckspitzen fĂŒhren, die das Risiko fĂŒr akute Herz-Kreislauf-Ereignisse drastisch erhöhen. Insbesondere vorverarbeitete Speisen und konservierte Notfallnahrung weisen oft eine sehr hohe Natriumkonzentration auf.

Versteckte Risiken in Katastrophenverpflegung

In Krisensituationen steht zunĂ€chst die reine Kalorienzufuhr im Vordergrund. Doch Berichten zufolge birgt Notfallverpflegung erhebliche gesundheitliche Risiken fĂŒr Menschen mit Vorerkrankungen. Eine einzelne Portion Notfallnahrung enthĂ€lt schĂ€tzungsweise 5 bis 10 Gramm Salz. Damit ĂŒberschreitet bereits eine Mahlzeit die fĂŒr Erwachsene empfohlene Höchstmenge von 6 Gramm pro Tag deutlich.

Die Salzgehalte variieren je nach Lebensmittelart betrÀchtlich:
* Retortenreis enthÀlt 3 bis 5 Gramm Salz je Portion,
* Konservennudeln liegen bei 5 bis 8 Gramm,
* Trockenware und Pickles schlagen mit 4 bis 7 Gramm zu Buche,
* Kekse oder Brot enthalten 1 bis 3 Gramm Salz je Portion.

Welche Folgen das haben kann, zeigten Auswertungen nach dem Großen Ostjapan-Erdbeben: In den NotunterkĂŒnften lag die Zahl blutdruckbedingter NotfĂ€lle bei Ă€lteren Menschen Berichten zufolge etwa 1,5-mal so hoch wie im Normalbetrieb.

Fachleute empfehlen daher fĂŒr KrisenfĂ€lle, Nahrung nur in kleinen Portionen zu essen, regelmĂ€ĂŸig Wasser zu trinken und Produkte mit höchstens 1000 Milligramm Natrium pro Portion zu wĂ€hlen.

Betroffene sollten zudem stets ein eigenes BlutdruckmessgerĂ€t sowie einen Medikamentenvorrat fĂŒr mindestens sieben Tage griffbereit halten. Bei Blutdruckwerten ab 180/120 mmHg oder beim Auftreten akuter Beschwerden wird dringend das Aufsuchen einer medizinischen Einrichtung angeraten.

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Blutdruckkontrolle an Festtagen

Auch festliche AnlĂ€sse stellen fĂŒr Hypertoniker eine Belastungsprobe dar. Üppige Mahlzeiten, salzige Snacks und verĂ€nderte TagesablĂ€ufe treiben die Werte schnell in kritische Bereiche. Medizinische Experten raten Personen mit Bluthochdruck daher, PortionsgrĂ¶ĂŸen aktiv zu kontrollieren und salzige Knabbereien konsequent einzuschrĂ€nken.

Stattdessen sollten vermehrt Obst und GemĂŒse auf dem Speiseplan stehen. Zu den weiteren Verhaltensregeln zĂ€hlen regelmĂ€ĂŸige Bewegung, ausreichender Schlaf und die konsequente Einnahme verordneter Medikamente – auch auf Reisen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Warnsignalen, die umgehende Notfallhilfe erfordern: Dazu zĂ€hlen Brustschmerzen, plötzliche Atemnot, einseitige SchwĂ€che, Sprachstörungen sowie plötzlich einsetzende, starke Kopfschmerzen.

Globale Belastung durch Natrium

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen eine Zufuhr von weniger als 5 Gramm Salz pro Tag, was rund einem gestrichenen Teelöffel entspricht. Weltweit nehmen Erwachsene im Schnitt jedoch mehr als das Doppelte dieser Menge zu sich. Die WHO schÀtzt, dass eine hohe Natriumaufnahme weltweit zu fast 1,9 Millionen TodesfÀllen jÀhrlich beitrÀgt, primÀr verursacht durch Herzkrankheiten und SchlaganfÀlle.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen Salzkonsum und GefĂ€ĂŸgesundheit. Die DASH-Sodium-Studie aus dem Jahr 2001 zeigte, dass der Blutdruck mit sinkender Natriumzufuhr fiel. In der TONE-Studie bei Teilnehmern im Alter von 60 bis 80 Jahren ermöglichte eine reduzierte Natriumaufnahme vielen Probanden, ihren Blutdruck mit weniger Medikamenten stabil zu halten.

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In der groß angelegten chinesischen Untersuchung „Salt Substitute and Stroke Study“ mit mehr als 20.000 Teilnehmern fĂŒhrte der Einsatz von natriumreduziertem Salzersatz zu weniger SchlaganfĂ€llen und HerztodesfĂ€llen.

Verarbeitete Lebensmittel als Hauptquelle

In westlichen LĂ€ndern stammt rund ein Dreiviertel des aufgenommenen Natriums nicht aus dem heimischen Salzstreuer, sondern aus gekauften, industriell hergestellten Lebensmitteln. So kann beispielsweise spanischer Serrano-Schinken ĂŒber 4 Gramm Salz pro 100 Gramm enthalten.

Auch in Spanien liegt der tĂ€gliche Durchschnittsverbrauch nahe dem Doppelten der WHO-Empfehlung. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 ĂŒber 80 Studien in 34 LĂ€ndern identifizierte Brot, Getreideprodukte, Fleischwaren und Milchprodukte als die primĂ€ren Salzquellen im Alltag.

Eine Orientierung bei verpackten Waren bieten gesetzliche Schwellenwerte: Ein Gehalt von maximal 0,3 Gramm Salz pro 100 Gramm gilt als salzarm, 0,3 bis 1,25 Gramm als mittlerer Gehalt und Werte ĂŒber 1,25 Gramm pro 100 Gramm als salzreich. Der Salzgehalt lĂ€sst sich anhand der Natriumangabe errechnen, indem der Wert mit dem Faktor 2,5 multipliziert wird.

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