Novo, Nordisk-Hack

Novo Nordisk-Hack: 60 Tage unentdeckt, 1,3 TB Daten gestohlen

24.06.2026 - 13:27:21 | boerse-global.de

ExtraHop-Report zeigt: Fast die HĂ€lfte aller Unternehmen bemerkt Ransomware-Attacken erst nach dem Datendiebstahl. Deutschland ist EU-weit das Hauptziel.

Ransomware-Angriffe: 49% der Firmen erkennen Datenklau zu spÀt
Novo - Ein stilisiertes, digitales VorhĂ€ngeschloss, das sich öffnet und leuchtende Datenströme freigibt, vor einem unscharfen Hintergrund aus Netzwerkverbindungen. 24.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigt der aktuelle Global Threat Landscape Report des Sicherheitsunternehmens ExtraHop. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 31 Prozent. Die TÀter dringen immer hÀufiger unentdeckt in Netzwerke ein und lauern dort wochenlang.

Hacker bleiben im Schnitt zweieinhalb Wochen unerkannt

FĂŒr den Bericht befragten die Experten ĂŒber 1.800 Sicherheits- und IT-Leiter. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Verweildauer der Angreifer in fremden Netzwerken betrĂ€gt rund 17 Tage. In dieser Zeit stehlen sie sensible Daten, ohne dass die Opfer etwas merken. Nur in 14 Prozent der FĂ€lle erfahren Unternehmen von dem Vorfall durch eine Lösegeldforderung.

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Die Zahlungsbereitschaft steigt trotz sinkender Forderungen. Zwar sank die durchschnittliche Lösegeldsumme auf 2,8 Millionen US-Dollar. Doch 83 Prozent der Betroffenen zahlten – im Vorjahr waren es nur 70 Prozent. Die aktivsten Bedrohungsgruppen sind laut Bericht LockBit, RansomHub sowie staatlich assoziierte Akteure wie die Lazarus Group und Midnight Blizzard.

Deutschland ist EU-weit das Hauptziel

Im europÀischen Vergleich ist die Bundesrepublik besonders betroffen. Christian Dörr vom Hasso-Plattner-Institut (HPI) betonte auf einer Cybersicherheits-Konferenz in Potsdam, dass der Zuwachs an Ransomware-VorfÀllen hier fast doppelt so hoch sei wie in Frankreich. Das Bundeskriminalamt bestÀtigt den Trend: 2025 wurden 1.041 Anzeigen erstattet, nach 950 im Vorjahr.

Besonders der Gesundheitssektor steht im Fokus der Kriminellen. Viele Spuren fĂŒhren nach Russland, wo das Risiko einer Strafverfolgung fĂŒr die TĂ€ter gering ist. Zudem beobachten Experten eine zunehmende Verflechtung zwischen kriminellen Banden und staatlichen Akteuren.

Novo Nordisk: 60 Tage unentdeckt, 1,3 Terabyte gestohlen

Der Fall des Pharmaunternehmens Novo Nordisk zeigt die Folgen solcher Angriffe. Die Hackergruppe FulcrumSec verschaffte sich bereits im FrĂŒhjahr 2026 Zugang zu den Systemen und blieb ĂŒber 60 Tage unentdeckt. Die TĂ€ter entwendeten rund 1,3 Terabyte an Daten – darunter ĂŒber 700.000 Dateien mit geistigem Eigentum zu Medikamenten wie Ozempic und Wegovy sowie 30 trainierte KI-Modelle.

Auch Patientendaten sind betroffen. Die Angreifer stahlen pseudonymisierte Daten von etwa 11.500 Patienten aus klinischen Studien. Sie nutzten unter anderem Azure-Zugangsdaten aus einem JavaScript-Bundle sowie GitHub-Token. Novo Nordisk verweigerte die Zahlung des Lösegelds – trotz Forderungen in Millionenhöhe.

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KI wird zum Sicherheitsrisiko

Die Methoden der Angreifer werden technologisch immer ausgefeilter. Sicherheitsforscher identifizierten kĂŒrzlich die Malware Backdoor.Turn, die Microsofts TURN-Relay-Server nutzt, um schĂ€dliche Kommunikation als legitimen Datenverkehr von Microsoft Teams zu tarnen. Parallel dazu nehmen Vishing-Angriffe ĂŒber Kommunikationsplattformen zu.

Ein zentraler Risikofaktor ist die zunehmende Nutzung von kĂŒnstlicher Intelligenz. 55 Prozent der befragten Experten sehen in der KI-Infrastruktur ein erhebliches Sicherheitsrisiko. 85 Prozent meldeten bereits SicherheitsvorfĂ€lle im Zusammenhang mit KI-Systemen. Auch mittelstĂ€ndische Unternehmen in der DACH-Region sind betroffen: 65 Prozent der Firmen waren bereits KI-basierten Cyberangriffen ausgesetzt – wĂ€hrend viele noch immer keine regelmĂ€ĂŸigen Sicherheitsschulungen oder NotfallplĂ€ne haben.

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