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Novo Nordisk unter Druck: Investoren fordern Strategie jenseits Ozempic

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novo Nordisk muss Anlegern eine Perspektive jenseits von Semaglutid zeigen, während Wettbewerb, Patentablauf und Kursverluste den Druck erhöhen.

Novo Nordisk unter Druck: Anleger fordern Strategie nach Semaglutid
Moderne Glasfassade eines Laborgebäudes bei bewölktem Himmel als Symbol für die strategische Neuausrichtung. Illustration mit AI erstellt.

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk sieht sich mit wachsenden Forderungen von Investoren und Analysten konfrontiert, eine zukunftsfähige Unternehmensstrategie jenseits der etablierten Blockbuster Wegovy und Ozempic vorzulegen.

Wie Reuters in einem Bericht vom 21. September 2026 darlegte, steht Konzernchef Mike Doustdar im Mittelpunkt der Erwartungen, auf dem Capital Markets Day in London eine aktualisierte Strategie und neue mittelfristige Zielmarken zu präsentieren.

Der bisherige Erfolg mit Medikamenten zur Gewichtsreduktion und Diabetesbehandlung reicht Marktbeobachtern nicht mehr aus, um die langfristigen Ertragsaussichten abzusichern.

Hohe Abhängigkeit vom Wirkstoff Semaglutid

Hintergrund der Debatte ist die drohende Patentklippe Anfang der 2030er Jahre, wenn der Schutz für den zentralen Wirkstoff Semaglutid ausläuft. Nach Schätzungen von Morgan Stanley, die im Rahmen einer Herabstufung der Aktie am 11. September dargelegt wurden, dürfte Semaglutid im Jahr 2026 noch immer rund 75 Prozent der Erlöse des Konzerns ausmachen. Generell stammen mehr als 90 Prozent der Unternehmensumsätze aus den Segmenten Diabetes und Adipositas.

Anleger verlangen daher eine Roadmap für die Zeit nach Semaglutid. Nach Angaben der Financial Times drängen Aktionäre auf eine Portfolio-Verbreiterung durch Übernahmen, um die einseitige Gewinnabhängigkeit von Ozempic zu verringern. Als potenzielle Felder für Zukäufe werden die Kardiologie, seltene Krankheiten und andere Stoffwechselbereiche genannt.

Neben klassischen Übernahmen kommen für Investoren auch Kooperationen und Partnerschaften bei experimentelleren Behandlungsansätzen infrage. Mit einem jährlichen Cashflow von über 10 Milliarden US-Dollar verfügt das Unternehmen über den finanziellen Spielraum für solche Schritte.

Wachsender Wettbewerb und Druck auf die Pipeline

Zusätzlicher Handlungsdruck entsteht durch den zunehmenden Konkurrenzkampf auf dem Abnehmmarkt, dessen weltweites Volumen bis Anfang der 2030er Jahre auf über 100 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Nach Erhebungen von LSEG zeichnet sich ab, dass die Erlöse des Konkurrenzmittels Zepbound diejenigen von Wegovy im Jahr 2026 um mehr als 7 Milliarden US-Dollar übertreffen dürften.

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Novo Nordisk hängt mit rund 75 Prozent der Erlöse an Semaglutid, während die Patentklippe Anfang der 2030er näher rückt und die Aktie rund 70 Prozent unter ihrem Höchststand vom Juni 2024 notiert. Wer die Roadmap jenseits von Ozempic einordnen will, findet in diesem kostenlosen Report eine nüchterne Analyse der Pipeline und der Zukauf-Strategie. Jetzt kostenlosen Pharma-Report anfordern

In Analystenkreisen wird die Entwicklung einer oralen Wegovy-Tablette lediglich als kurzfristige Entlastung eingestuft. Für das Marktpotenzial der oralen Wegovy-Pille in Europa stehen bis 2035 Berechnungen von bis zu 6,7 Milliarden US-Dollar im Raum, bei einem europäischen Gesamtmarkt für Adipositas von bis zu 33,6 Milliarden US-Dollar.

Hinsichtlich der weiteren Pipeline plädieren Marktbeobachter dafür, dem Wirkstoff Zenagamtide den Vorrang vor CagriSema zu geben, für das revidierte Analystenprognosen bis 2030 Umsätze von 2 bis 3 Milliarden US-Dollar vorsehen.

Abkühlung nach Rekordjahren

Die Marktbewertung des Konzerns mit seinen rund 66.700 Mitarbeitern spiegelt die gewachsene Skepsis wider. Nachdem die Marktkapitalisierung im Jahr 2023 noch bei über 600 Milliarden US-Dollar gelegen hatte, notiert die Aktie inzwischen rund 70 Prozent unter ihrem Höchststand vom Juni 2024. Im August formulierte das Management für 2026 das Ziel eines Umsatz- und Gewinnwachstums zwischen 0 Prozent und -6 Prozent gegenüber 2025.

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Die Kursziele für Novo Nordisk reichen von 40,00 USD bei Morgan Stanley bis 73,50 USD bei CICC — eine Spanne, die die Unsicherheit über die Zeit nach Semaglutid spiegelt. Dieser Leitfaden prüft, welche Annahmen hinter den einzelnen Bewertungen stehen und wo der Markt das Risiko der Patentklippe einpreist. Kursziel-Analyse jetzt abrufen

Im zweiten Quartal erzielte Novo Nordisk bei einem Umsatz von 78,49 Milliarden DKK ein Plus von 7 Prozent sowie einen Gewinn von 33,39 Milliarden DKK, was einem Zuwachs von 11 Prozent entsprach. Für das Gesamtjahr 2026 werden Investitionsausgaben von rund 55 Milliarden DKK sowie ein freier Cashflow zwischen 45 und 55 Milliarden DKK prognostiziert.

Flankiert werden die Konsolidierungsbemühungen von Sparmaßnahmen, in deren Rahmen über 9.000 Stellen gestrichen wurden. Die Markterwartungen spiegeln sich in einer breiten Spanne von Kurszielen wider, die von 40,00 US-Dollar bei Morgan Stanley über 44,50 US-Dollar im FactSet-Konsens bis hin zu 73,50 US-Dollar bei CICC reichen.

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