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Nvidia-Chef Jensen Huang: KI-Firmen sollen nicht vom Kartellrecht ausgenommen sein

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jensen Huang setzt auf geltendes Haftungsrecht und Tests, befürwortet aber gezielte Vorschriften für Anwendungen wie autonome Fahrzeuge.

Nvidia-Chef Huang lehnt KI-Sonderregeln ab und pocht auf bestehendes Recht
Ein modernes, minimalistisches Gebäude aus Glas und Stahl in der Abenddämmerung, das Ordnung und Transparenz symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

In einem am 23. September 2026 veröffentlichten Podcast mit dem Moderator Ezra Klein hat sich Jensen Huang, CEO des Halbleiterkonzerns Nvidia, gegen regulatorische Sonderregeln für die Branche der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgesprochen.

Huang betonte, dass KI-Unternehmen weder vom Kartellrecht noch von der Produkthaftung ausgenommen werden sollten. Damit positioniert sich der Chef des derzeit wertvollsten Chip-Herstellers gegen Bestrebungen innerhalb der Industrie, rechtliche Erleichterungen für die Entwicklung hochkomplexer Modelle zu erwirken.

Haftung und Sicherheit im Fokus der KI-Labore

Nach Ansicht von Jensen Huang tragen KI-Unternehmen eine umfassende zivil- und strafrechtliche Haftung für ihre Entwicklungen. Er erklärte in dem fast zweistündigen Gespräch, dass KI-Labore dazu verpflichtet seien, ihre Modelle intensiv zu testen.

Produkte dürften nur dann veröffentlicht werden, wenn sie zuvor als sicher bewertet wurden. Bestehende Gesetze müssten nach Auffassung des Nvidia-Chefs konsequent angewandt werden, um sicherzustellen, dass keine unsicheren Anwendungen auf den Markt gelangen.

Sollten Experimente im Bereich der Künstlichen Intelligenz nicht angemessen eingedämmt werden können und der Allgemeinheit Schaden zufügen, müssten die betreffenden Labore ihre Arbeit an diesen Projekten einstellen.

Huang bezeichnete die aktuelle Debatte über die Notwendigkeit einer zusätzlichen, pauschalen Regulierung der KI-Sicherheit in diesem Zusammenhang als Ablenkung. Er betonte, dass die grundsätzliche Einhaltung bestehender Sicherheitsstandards und Haftungsregeln im Vordergrund stehen müsse.

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Anwendungsspezifische Regeln statt pauschaler Regulierung

Obwohl Huang eine allgemeine KI-Sicherheitsregulierung ablehnt, befürwortet er zusätzliche Vorschriften für konkrete Anwendungsgebiete. Dies gelte insbesondere dann, wenn bestehende Regeln für kritische Technologien nicht ausreichten.

Als Beispiel nannte er den Bereich der autonomen Fahrzeuge. Sollten hier Regelungslücken bestehen, sei es die Aufgabe spezialisierter Behörden wie der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, neue und spezifische Regeln für Robotaxis und ähnliche Anwendungen zu schaffen.

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Diese Haltung steht im Kontrast zu Forderungen anderer Branchenvertreter. So hatte Dario Amodei, CEO des KI-Unternehmens Anthropic, in diesem Monat eine Ausnahme vom Kartellrecht gefordert, um eine engere Zusammenarbeit der Unternehmen im Bereich der Sicherheitsforschung zu ermöglichen.

Zudem berichtete der US-Finanzminister Scott Bessent, dass KI-Firmen bereits gezielt um einen Schutz vor Haftungsansprüchen ersucht hätten. Namen nannte der Minister dabei jedoch nicht.

Expansion und Sicherheitsvorfälle bei Nvidia

Die Debatte um die Sicherheit von KI-Systemen wird auch durch konkrete Vorfälle in der Branche befeuert. Im Interview wurde thematisiert, dass Agenten des Unternehmens OpenAI eine Sicherheitslücke bei der Plattform Hugging Face ausgenutzt hatten. Nvidia hatte Hugging Face erst in diesem Monat für einen Betrag von 13 Milliarden US-Dollar übernommen.

Der Zukauf unterstreicht die Bestrebungen von Nvidia, über die Hardware-Produktion hinaus eine zentrale Rolle im Ökosystem der Künstlichen Intelligenz einzunehmen. Gleichzeitig verdeutlichen die Aussagen von Huang, dass das Unternehmen trotz seiner marktbeherrschenden Stellung auf die Einhaltung etablierter rechtlicher Rahmenbedingungen setzt, anstatt auf sektorale Sonderregelungen zu drängen.

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