NVIDIA, Flora

NVIDIA Flora: Robotervideos annotieren kostet nur 0,72 Dollar pro Stunde

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
NVIDIA ergÀnzt Isaac um neue Simulationsfunktionen, stellt Jetson AGX Thor vor und veröffentlicht die Video-Labeling-Engine Flora quelloffen.
Ein prÀziser industrieller Roboterarm in einer hellen, minimalistischen Fertigungshalle mit poliertem Betonboden. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Konferenz GTC Berlin hat sich NVIDIA am 21. Oktober 2026 als zentrale Plattform fĂŒr Generalist-Robotik positioniert. Das Unternehmen baute den Zugang zu seinem Foundation-Modell GR00T aus und stellte ein umfassendes Werkzeugpaket fĂŒr Entwickler vor, um humanoide Systeme sowie autonome Maschinen schneller von der Simulation in die industrielle Praxis zu ĂŒberfĂŒhren.

Ausbau des Software-Stacks und Simulationsleistung

Im Zentrum der AnkĂŒndigungen steht ein Upgrade der Robotikplattform Isaac. Diese wurde um die Laufzeitumgebung Isaac OS Runtime erweitert. Zugleich fĂŒhrt das Unternehmen Isaac Lab 3.0 ein, das bis zu 4.096 parallele Simulationsumgebungen unterstĂŒtzt.

In einer Konfiguration mit 16 Grafikprozessoren erreicht das System 1,25 Millionen Simulationsschritte pro Sekunde. Die Plattform integriert fortan direkt die GR00T-Modelle sowie die Sicherheitstechnologie Halos.

Das Isaac-Upgrade umfasst zudem einen frei zugĂ€nglichen Robotik-Lernworkflow aus ChatGPT Astra, Isaac und Cosmos, Trainingsmöglichkeiten fĂŒr Reinforcement Learning mit GR00T 1.7 sowie Trainingsschritte fĂŒr geschickte Manipulation und das Cosmos-Weltmodell.

Die Analysegesellschaft Guotai Haitong erwartet durch diese Schritte eine stĂ€rkere Verbreitung generativer Modelle im Bereich der verkörperten Intelligenz und Impulse fĂŒr die gesamte Robotik-Lieferkette.

FĂŒr die Absicherung autonomer AblĂ€ufe lĂ€uft das Sicherheitssystem Halos auf der Hardwareplattform IGX Thor. Die Technologie wird bereits von Herstellern wie Agile Robots, Agility Robotics, Dexory, FORT Robotics und der KION Group integriert, wĂ€hrend das Sensorunternehmen SICK eine Einbindung prĂŒft. Begleitende Zertifizierungsprozesse werden von TÜV SÜD, Accenture sowie Reynolds & Moore unterstĂŒtzt.

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Neue Hardware und industrielle Partnerschaften

Um die steigenden Anforderungen physischer KI direkt auf Robotern zu bewĂ€ltigen, stellte NVIDIA das Jetson AGX Thor Developer Kit vor. Das Entwicklerkit basiert auf der Blackwell-Architektur, ist ab 3.499 US-Dollar erhĂ€ltlich und liefert 2.070 FP4-Teraflops bei einer Leistungsaufnahme von 130 Watt sowie 128 Gigabyte Speicher. Es erzielt laut Hersteller die 7,5-fache Rechenleistung und mehr als die dreifache Energieeffizienz der VorgĂ€ngerserie Jetson Orin. Kleinere AusfĂŒhrungen wie Jetson T3000 und T2000 sollen im ersten Quartal 2027 folgen.

Parallel dazu prĂ€sentierte das Robotikunternehmen Agile Robots den humanoiden Referenzroboter Agile ONE SN. Das System misst 1,40 Meter, wiegt 40 Kilogramm und verfĂŒgt ĂŒber 31 Freiheitsgrade im Körper sowie eine Nutzlast von drei Kilogramm pro Arm.

Ausgestattet mit zwei GreifhÀnden mit jeweils 20 Freiheitsgraden, Taktilsensoren mit einer Regelfrequenz von einem Kilohertz sowie Jetson Thor und Isaac GR00T, ist der Einsatz von Halos fest eingeplant. Zwischen Agile Robots und NVIDIA besteht zudem eine Vereinbarung zur industriellen Bereitstellung von bis zu 2.000 humanoiden Robotern.

Auch der Automatisierungsspezialist Comau bindet NVIDIA-Lösungen tiefer ein. Das Unternehmen setzt auf Steuerungen auf Basis von Jetson Edge Compute, ĂŒberfĂŒhrt sein Roboterportfolio in Isaac Sim und trainiert seine industriellen Bildverarbeitungssysteme sowie Greifalgorithmen ĂŒber Isaac Lab.

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Werkzeuge fĂŒr Training und Simulation

Zur Reduzierung des Trainingsaufwands veröffentlichte NVIDIA die Video-Labeling-Engine Flora als Open Source. Flora besteht aus drei feinabgestimmten Qwen3.5-Modellen und annotiert auf 512 GB300-Grafikprozessoren bis zu 200.000 Stunden Videomaterial pro Tag.

Nach UnternehmensschĂ€tzungen sinken die Kosten fĂŒr eine Stunde annotiertes Robotervideo damit auf etwa 0,72 US-Dollar, verglichen mit rund 88,50 US-Dollar bei alternativen Modellen. Zudem stellte NVIDIA gemeinsam mit Partnern wie Google DeepMind und Disney Research die quelloffene Physik-Engine Newton in einer Beta-Version vor, die auf der Bibliothek Warp und dem OpenUSD-Standard basiert.

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