Nvidia investiert in vier deutsche Startups: Agile Robots zählt dazu
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 01:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer US-Konzern Nvidia baut seine Präsenz im deutschen Technologiesektor weiter aus. Auf dem Invest in Germany Summit in Berlin kündigte Nvidia-Chef Jensen Huang am 19. Oktober 2026 Beteiligungen an vier deutschen Startups an: Agile Robots, Avelios Medical, Mirelo und Reflex Aerospace.
Die Schritte sind Teil einer umfassenderen Zusage über fast 10 Milliarden US-Dollar, die das Halbleiterunternehmen für Firmen, Universitäten und Forschungsinstitute in ganz Europa vorgesehen hat. Konkrete Investitionssummen und finanzielle Konditionen für die einzelnen Beteiligungen wurden nicht veröffentlicht.
Vier deutsche Technologie-Startups im Fokus
Die ausgewählten Unternehmen decken unterschiedliche Technologiefelder von Robotik bis Raumfahrt ab. Das Münchner Unternehmen Agile Robots entwickelt robotische Systeme und Greifarme, darunter den humanoiden Roboter Agile ONE, der für Einsätze in der industriellen Fertigung, der Logistik sowie im Gesundheitswesen konzipiert ist.
Aus demselben Standort stammt Avelios Medical, ein Softwareanbieter, der ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Krankenhausinformationssystem für den klinischen Betrieb bereitstellt.
Mit Mirelo zählt zudem ein Start-up aus Tübingen zu den Geförderten, das sich auf generative Audio-KI und die automatisierte Vertonung von Videoproduktionen spezialisiert hat. Die vierte Beteiligung betrifft Reflex Aerospace aus Berlin.
Das Unternehmen entwickelt Satelliten für zivile Behörden sowie militärische Zwecke und strebt seinen Marktstart in rund zwölf Monaten an. Zuvor hatte Nvidia bereits Beteiligungen an vier französischen Technologieunternehmen publik gemacht, darunter Doctolib, Entalpic, Genesis AI und Pigment.
Strategischer Schwerpunkt auf physischer Robotik
Jensen Huang begründete den Vorstoß damit, dass die nächste Phase der künstlichen Intelligenz in der physischen Welt stattfinden werde. Bereits im vergangenen Jahr investierte Nvidia nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden 1 Milliarde US-Dollar in Deutschland, unter anderem in Unternehmen wie n8n, Neura Robotics und Black Forest Labs.
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Parallel dazu simulierten konzerneigene Forscher einen fehlertoleranten Quantencomputer mit 104 Qubits auf dem JUPITER-Supercomputer am Jülich Supercomputing Centre.
An den Finanzmärkten verzeichnete das Wertpapier des Chipherstellers jüngst Bewegung: Die Nvidia-Aktie schloss am Montag bei 217,09 US-Dollar und notierte damit 2,62 Prozent unter ihrer 50-Tage-Linie von 222,94 US-Dollar.
Bei einem 52-Wochen-Hoch von 243,37 US-Dollar liegt eine Unterstützungslinie bei rund 209 US-Dollar, während die 200-Tage-Linie bei 203,12 US-Dollar verläuft.
Kooperation mit Bundesregierung und Industrie
Flankiert wurden die Investitionsmeldungen von politischen Vereinbarungen. Am 19. Oktober 2026 unterzeichneten Bundeskanzler Friedrich Merz sowie das Wirtschafts- und das Forschungsministerium eine gemeinsame Absichtserklärung mit Nvidia.
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Die Vereinbarung zielt auf die Entwicklung industrieller Modelle für physische KI ab, die unter anderem auf Systemen wie NVIDIA Nemotron und Cosmos aufbauen. Die Zusammenarbeit mit der Plattform Industrie 4.0 soll ausgebaut werden, um die deutsche Fertigungsindustrie enger mit der internationalen KI-Forschung zu vernetzen.
Merz forderte den industriellen Mittelstand auf, seine Daten für den Einsatz von KI zugänglich zu machen, und unterstrich das Ziel, Deutschland zu einem der weltweit führenden Standorte bei der industriellen KI-Integration auszubauen. Laut einem Bericht des Handelsblatts plant die Bundesregierung, die Kooperation mit einem dreistelligen Millionen betrag zu begleiten, wenngleich Angaben zu konkreten Förderprojekten bislang ausstehen.
Auch auf Unternehmensebene wurden Fortschritte präsentiert: Im Elektronikwerk Erlangen stellte Siemens am 19. Oktober 2026 gemeinsam mit Nvidia neue Automatisierungslösungen vor.
Nach unternehmenseigenen Angaben soll ein virtueller Produktionsanlauf den Engineering-Aufwand um bis zu 85 Prozent verringern und die Markteinführungszeit um bis zu 40 Prozent verkürzen. Zudem reduziere eine agentenbasierte Produktionsplanung die operativen Kosten um bis zu 20 Prozent.
