NVIDIA, NVHBM

NVIDIA NVHBM: 30% mehr Bandbreite, 15% weniger Stromverbrauch

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 01:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NVIDIA führt eine eigene HBM-Architektur ein, die mehr Bandbreite und weniger Energieverbrauch verspricht. Amazon wird erster Partner.

NVIDIA stellt NVHBM vor und erhöht Speicherverpflichtungen
Ein hochmoderner Halbleiter-Wafer auf einer metallischen Oberfläche in einem High-Tech-Labor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der vergangenen Woche kündigte NVIDIA die Einführung von NVHBM an, einer proprietären Speichertechnologie, die durch die Integration des Speichercontrollers direkt in den sogenannten Base-Die des High Bandwidth Memory (HBM) gekennzeichnet ist.

Mit diesem strategischen Schritt zielt der US-Konzern darauf ab, die Effizienz und Leistungsfähigkeit seiner Hardware für Rechenzentren weiter zu steigern und sich technologisch von Standardlösungen abzuheben.

Technische Spezifikationen und Leistungssteigerungen

Die neue NVHBM-Technologie verspricht deutliche Leistungsvorteile gegenüber dem kommenden Standard HBM4E. Durch die Verlagerung des Speichercontrollers in den Base-Die soll die verfügbare Bandbreite um bis zu 30 % gesteigert werden. Gleichzeitig wird laut Unternehmensangaben eine Reduktion des Stromverbrauchs um 15 % erreicht.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Architektur ist der Gewinn an physischem Raum: Im Vergleich zu HBM4E ermöglicht NVHBM eine um 25 % größere XPU-Rechenfläche auf dem Compute-Die. Diese zusätzliche Fläche kann für weitere Rechenkerne oder spezialisierte Logikbausteine genutzt werden, was die Gesamtkapazität der Prozessoren erhöht. Erste Implementierungen dieser Technologie sind dem Vernehmen nach für die kommende Feynman-Architektur geplant.

Amazon Annapurna Labs als strategischer Erstpartner

Als erster prominenter Partner für die neue Speichertechnologie wurde Amazon Annapurna Labs benannt. Der Cloud-Anbieter plane, die NVHBM-Technologie in seine eigene Infrastruktur zu integrieren. So soll der kommende KI-Beschleuniger Trainium4 die sogenannte NVLink Fusion unterstützen.

In diesem Zusammenhang beabsichtige Amazon, seine Trainium-Chips direkt über die NVLink-Schnittstelle von NVIDIA anzubinden, um eine höhere Skalierbarkeit und Interoperabilität innerhalb der Rechenzentrums-Cluster zu gewährleisten.

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Massive Ausweitung der Lieferverpflichtungen

Parallel zur technologischen Ankündigung wurde bekannt, dass NVIDIA seine finanziellen Verpflichtungen im Bereich der Speicherbeschaffung massiv ausgeweitet hat. Die zukünftigen Lieferverpflichtungen für Speicherkomponenten stiegen von zuvor 119 Mrd. USD auf nunmehr 279 Mrd. USD an.

Diese Summe verteilt sich über die kommenden Fiskaljahre: Für das Fiskaljahr 2027 sind 92 Mrd. USD vorgesehen, gefolgt von 87 Mrd. USD im Jahr 2028 und 88 Mrd. USD im Fiskaljahr 2029.

Diese Investitionen spiegeln das anhaltend starke Wachstum im Segment der Rechenzentren wider. Im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2027 erwirtschaftete NVIDIA in diesem Bereich einen Umsatz von 89 Mrd. USD, was einer Steigerung von 117 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Für das dritte Quartal wird eine weitere Umsatzsteigerung auf 108 Mrd. USD prognostiziert. Während die Bruttomarge im abgelaufenen Quartal bei 75 % lag, wird für das kommende Quartal ein Wert von 74 % erwartet. Bis zum Ende des Fiskaljahres 2027 rechnet das Unternehmen mit einer Marge im niedrigen 70er-Bereich.

Verschärfter Wettbewerb um die Base-Die-Entwicklung

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Die Neuausrichtung der Speicherarchitektur löst auch bei den Zulieferern und Wettbewerbern Bewegungen aus. Da der Base-Die als entscheidender Schlüssel für die Leistungsfähigkeit künftiger HBM-Generationen gilt, hat sich der Kampf um qualifizierte Fachkräfte intensiviert. So wurde bekannt, dass SK hynix Logik-Design-Ingenieure von Samsung eingestellt hat, um die eigene Position bei der Entwicklung fortschrittlicher Speicherlösungen zu stärken.

Samsung wiederum deutete im Rahmen der Branchenkonferenz Hot Chips 2026 künftige Rollen und Funktionen des Base-Dies an. Der Wettbewerb um die Kontrolle über diese Komponente verdeutlicht den Trend in der Halbleiterindustrie, Speicher und Logik immer enger miteinander zu verweben, um die physikalischen Grenzen bisheriger Architekturen zu überwinden.

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