Nvidia, Omniverse

Nvidia Omniverse DSX: Digitale Zwillinge sparen 30% Strom

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 05:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia treibt mit Omniverse DSX und Mega-Projekten in den USA und Südkorea den KI-Infrastruktur-Ausbau massiv voran.

Nvidia: Digitale Zwillinge und Milliarden-Deals für KI-Rechenzentren
Reihen beleuchteter High-Tech-Server-Racks in einer modernen, professionellen Rechenzentrumsumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Chipkonzern setzt auf digitale Zwillinge und baut weltweit riesige Rechenzentren.

Nvidia verändert die Spielregeln im KI-Zeitalter grundlegend. Mit einer neuen Software-Plattform namens Omniverse DSX können Betreiber künftig komplette Rechenzentren als digitale Zwillinge simulieren – noch bevor der erste Bauarbeiter anrückt. Das ist kein Zukunftsmusik mehr, sondern längst Realität. Partner wie Siemens, Schneider Electric und Eaton sind bereits mit an Bord.

Digitale Zwillinge senken Kosten drastisch

Das System konzentriert sich auf besonders leistungsstarke Konfigurationen: Racks mit 18 Grace CPUs und 36 Blackwell GPUs, verbunden über NVLink-Schalter. Die Idee dahinter ist simpel, aber wirkungsvoll. Wer Fehler und Engpässe vorab am Computer durchspielt, spart später Millionen.

Die Praxis zeigt, wie gewaltig die Einsparungen ausfallen können. In Tests mit Emerald AI und National Grid gelang eine 30-prozentige Reduzierung des Stromverbrauchs innerhalb von nur 40 Sekunden – bei einem Cluster aus 96 Blackwell Ultra GPUs. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Optimierungen der Kühlung durch Phaidra führten zu einem Rückgang thermischer Spitzen um 75 bis 80 Prozent.

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Ein Bericht des Uptime Institute vom Juli 2026 bestätigt den Trend: KI-gestützte Simulationen werden zum unverzichtbaren Werkzeug, um die wachsende Komplexität moderner Rechenzentren in den Griff zu bekommen.

Texas und Ohio: Zwei Mega-Projekte

Doch Nvidia belässt es nicht bei der Software. Der Konzern steigt zunehmend selbst in die Finanzierung und Vermietung von Infrastruktur ein. In Texas hat das Unternehmen einen langfristigen Mietvertrag für den Beacon Point Campus von Hut 8 unterzeichnet. Der Basiswert: 19,6 Milliarden Euro über 15 Jahre. Mit Verlängerungsoptionen könnte der Deal auf 50,2 Milliarden Euro und 30 Jahre anwachsen. Die Anlage soll eine IT-Kapazität von 704 MW bieten, die erste Phase geht voraussichtlich 2027/28 in Betrieb.

Noch ambitionierter sind die Pläne für Ohio. Gemeinsam mit OpenAI lotet Nvidia den Bau eines 500-Milliarden-Dollar-Rechenzentrums aus. Der Strombedarf: 10 Gigawatt. Damit wäre es das größte Projekt seiner Art weltweit. Nvidia soll eine Garantie über 250 Milliarden Dollar in Erwägung ziehen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt allerdings bereits vor den Risiken zirkulärer Finanzierungen in der KI-Branche.

Südkorea: Zwei Milliarden-Partnerschaften

Neben Nordamerika baut Nvidia auch in Asien massiv aus. Gleich zwei Großprojekte laufen in Südkorea.

Mit NAVER und dem Investor Brookfield wird die GAK Sejong AI Factory erweitert. Die Kapazität steigt von 55 MW auf 200 MW bis 2028, langfristig ist sogar 1 GW das Ziel. Nvidia investiert eine Milliarde Euro für 4,5 Prozent Anteile, Brookfield steuert bis zu neun Milliarden Euro bei. Zum Einsatz kommen Blackwell- und Vera-Rubin-Architekturen für NAVERs HyperCLOVA-X-Modelle.

Die zweite Partnerschaft betrifft die SK Group. Beide Seiten haben eine Absichtserklärung für eine 500-Milliarden-Euro-Kooperation unterzeichnet. Geplant ist unter anderem eine 2-GW-KI-Cloud in Korea, die auf Nvidias DSX-Architektur und SK-hynix-HBM4-Speicher setzt. Die erste Anlage soll 2027 in Betrieb gehen.

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Vera Rubin: Zehnmal effizienter

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. In Benchmarks bei CoreWeave zeigte die kommende Vera-Rubin-Plattform NVL72 eine zehnfache Steigerung der Tokens pro Sekunde pro Megawatt im Vergleich zur aktuellen Grace-Blackwell-Generation. Möglich machen das die enge Integration von Flüssigkeitskühlung, Hochleistungsspeicher und moderner Netzwerktechnik. Branchenexperten schätzen, dass die Inferenzkosten pro Token um bis zu 90 Prozent sinken könnten.

Erste Unternehmen wie Aolani und Rafay haben bereits Ende Juli 2026 das Nvidia-DSX-Betriebssystem auf GB200-NVL72-Infrastruktur ausgerollt. Die Plattform ermöglicht automatisierte Verwaltung und sogenannte Self-Service-KI-Arbeitsplätze – ein weiterer Schritt, um Nvidias Software tiefer in die physische Welt der Rechenzentren zu integrieren.

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