Nvidia, KI-Cloud-Programm

Nvidia pausiert KI-Cloud-Programm: Kartellbedenken nach zwei Monaten

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia setzt sein Umsatzmodell für KI-Cloud-Anbieter vorübergehend aus. Verträge über 36 Milliarden US-Dollar bleiben davon unberührt.

Nvidia pausiert KI-Cloud-Programm wegen Kartellbedenken
Moderne Server-Racks in einem professionellen Rechenzentrum mit blauen Statusleuchten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia hat sein Programm zur Umsatzbeteiligung mit KI-Cloud-Anbietern pausiert – nur knapp zwei Monate nach dem Start. Die Initiative mit dem Namen „AI Compute Partnership“ war im Juli gestartet worden und wurde nun gestoppt.

Kreditunterstützung gegen Umsatzanteil

Im Rahmen des Programms hatte Nvidia KI-Cloud-Anbietern Kreditunterstützung angeboten und im Gegenzug eine Beteiligung an deren Einnahmen erhalten. Konkret sah das Modell vor, dass Nvidia 50 Prozent der Einnahmen oberhalb eines festgelegten Basissatzes einbehält. Das Konstrukt sollte es kleineren Cloud-Anbietern ermöglichen, Zugang zu Nvidia-Hardware zu erhalten, ohne die vollen Kosten sofort zu tragen.

Kartellrechtliche Bedenken als möglicher Auslöser

Als Grund für die Pause werden interne Antitrust-Bedenken genannt. Interne Gespräche bei Nvidia sollen vor einer möglichen kartellrechtlichen Exposition durch das Programm gewarnt haben. Zusätzlich hatten Partnerunternehmen die Beschränkungen des Programms kritisiert, was ebenfalls zur Entscheidung beigetragen haben dürfte.

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Milliardenschwere Verpflichtungen bleiben bestehen

Im Zusammenhang mit der Ankündigung offenbarte Nvidia Verpflichtungen aus Sechs-Jahres-Verträgen in Höhe von 36 Milliarden US-Dollar. Diese langfristigen Vereinbarungen sind von der Pause des Revenue-Sharing-Programms nicht betroffen und bestehen unabhängig davon weiter.

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Nvidia-Finanzchefin Colette Kress hatte zuvor betont, dass das Modell künftig Milliarden an Einnahmen generieren könnte. Trotz der Pause erklärte Nvidia, dass das Modell grundsätzlich bestehen bleibe – die Aussetzung wird demnach nicht als endgültige Einstellung, sondern als vorübergehende Maßnahme dargestellt.

Für die betroffenen KI-Cloud-Anbieter bedeutet die Entwicklung zunächst Unsicherheit darüber, wie sich der Zugang zu Nvidia-Rechenkapazitäten künftig gestaltet. Ob und in welcher Form das Programm überarbeitet oder wieder aufgenommen wird, ist derzeit offen.

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