Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Gamescom: Habeck bekrÀftigt Nein zu Extra-Fördermitteln

24.08.2023 - 17:40:21 | dpa.de

Ob apokalyptische Survival-KĂ€mpfe, Fantasy-Rollenspiele oder Strategie-Abenteuer: Das virtuelle Angebot der Gamescom ist groß und bunt. Die KreativitĂ€t der Branche beeindruckte auch den Wirtschaftsminister.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) steht bei einem Messerundgang bei der Videospielmesse Gamescom vor dem DIVE+ Umweltsimulator der Hochschule Karlsruhe. - Foto: Henning Kaiser/dpa

Am ersten Publikumstag der weltgrĂ¶ĂŸten Computerspiele-Messe Gamescom sind am Donnerstag Zehntausende Fans in die Kölner Messehallen geströmt. Unter ihnen waren viele bunt gekleidete Cosplayer, die als Feen, Weltraum-Krieger oder Monster auftraten und somit Figuren aus ihren Lieblingsspielen verkörperten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) trat hingegen als AnzugtrĂ€ger auf. Bei einem Messe-Rundgang sprach er mit heimischen Entwicklern. Am Mittwoch hatte die Messe fĂŒr das Fachpublikum begonnen.

Die globale Branche fĂŒr Computer- und Videospiele wĂ€chst seit Jahren, die Corona-Jahre verliehen ihr einen zusĂ€tzlichen Schub. Einheimische Entwickler und Produzenten spielen aber eher eine Nebenrolle, nur vier Prozent des Umsatzes mit Spielen und Hardware in Deutschland landen in ihren Kassen. Damit dieser Anteil steigt, gibt es ein recht junges Förderprogramm des Bundes. In diesem Jahr umfasste es 70 Millionen Euro, 2024 sollen es laut Vorschlag des Wirtschaftsministeriums 48,7 Millionen Euro sein.

Sorge vor ausgebremstem Wachstum

Aus Sicht des Branchenverbandes Game ist das viel zu wenig - er warnt davor, dass das Wachstum abgebremst wird und die deutschen Firmen mit ihren insgesamt 12.000 BeschÀftigten im globalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten könnten. 125 Millionen Euro seien nötig, um die Nachfrage zu decken.

Habeck erteilte der Forderung nach einer Aufstockung jedoch eine Absage. Er wĂŒrde zwar gern mehr Geld bereitstellen, könne dies aber nicht, sagte der Minister. «Alle mĂŒssen sparen, der Finanzminister zwingt alle, jetzt ĂŒberall [...] weniger Geld auszugeben.» Er schlug vor, die Nutzung anderer Hilfen zu prĂŒfen, etwa staatliche Garantieformen beim Crowdfunding oder die Vermittlung von Risikokapital-Geldgebern.

Die Nachfrage nach Games-Förderung ist so groß, dass der diesjĂ€hrige Fördertopf schon im Mai leer war. Danach verhĂ€ngte das Ministerium einen Antragsstopp. Da die 48,7 Millionen Euro fĂŒr 2024 wohl nur zur Deckung von AnsprĂŒchen bereits bewilligter Förderungen ausreicht, sind wohl bis Anfang 2025 keine neuen AntrĂ€ge möglich.

Bei dem Messerundgang ĂŒberreichte Habeck Förderbescheide an Firmen, die ihre AntrĂ€ge frĂŒh genug eingereicht hatten. Darunter war der «Anno 1800»-Entwickler Ubisoft, der 5,6 Millionen Euro bekommt.

Die Haltung Habecks zum Fördertopf des Bundes war eine EnttĂ€schung fĂŒr die deutsche Gamesbranche. Positiv fĂŒr die Firmen war aber, dass er sich fĂŒr Steuererleichterungen einsetzen will. Allerdings ist hierfĂŒr nicht das Habecks Ressort, sondern das Bundesfinanzministerium von Christian Lindner (FDP) zustĂ€ndig.

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