Ocrevus: Rote-Hand-Brief warnt vor Leberschäden bei MS-Therapie
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Über einen Rote-Hand-Brief wurden medizinische Fachkreise über das Risiko arzneimittelbedingter Leberschäden im Zusammenhang mit dem Medikament Ocrevus (Wirkstoff Ocrelizumab) informiert. Das Präparat wird in der Behandlung bestimmter Formen der Multiplen Sklerose eingesetzt.
Wie Fachmedien wie die Ärzte Zeitung und Apotheke Adhoc in Berichten vom 8. Oktober 2026 darlegten, sind behandelnde Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, die Leberwerte von Patientinnen und Patienten vor sowie während der Therapie engmaschig zu überwachen.
Sicherheitswarnung für Multiple-Sklerose-Therapie
Das Arzneimittel Ocrevus mit dem Wirkstoff Ocrelizumab ist zur Therapie spezifischer Verlaufsformen der Multiplen Sklerose zugelassen. Anlass für die Information an das medizinische Fachpersonal sind Fälle von arzneimittelbedingten Leberschäden, die unter der Anwendung des Präparats aufgetreten sind. Die genaue Häufigkeit dieser unerwünschten Wirkung gilt nach derzeitigem Erkenntnisstand als unbekannt.
Aufgrund der Schwere potenzieller Leberschädigungen soll die Wachsamkeit im Behandlungsalltag erhöht werden. Fachkreise werden daher detailliert über die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen in Kenntnis gesetzt, um gesundheitliche Risiken für die Behandelten frühzeitig zu erkennen und abzuwenden.
Empfohlene Kontrollmaßnahmen für Behandelnde
Die im Rote-Hand-Brief formulierten Handlungsempfehlungen sehen vor, dass vor dem Beginn einer Ocrevus-Therapie eine gründliche Kontrolle der Leberfunktion erfolgt. Auch während der laufenden Behandlung müssen die entsprechenden Laborwerte regelmäßig überprüft werden, um eventuelle Funktionsstörungen oder Leberschädigungen rechtzeitig festzustellen.
Der Rote-Hand-Brief zu Ocrevus ruft Behandelnde dazu auf, die Leberwerte vor und während der Therapie engmaschig zu überwachen und Betroffene über mögliche Lebersymptome aufzuklären. Unser kostenloser Leitfaden bündelt diese Vorgaben zu einer Checkliste und einem klaren Praxisablauf. Leitfaden zur Leberkontrolle jetzt anfordern
Darüber hinaus kommt der aktiven Einbindung der Patienten eine zentrale Rolle zu. Behandelte Personen sollen gezielt über mögliche Anzeichen und Symptome eines Leberschadens aufgeklärt werden, damit sie bei ersten Auffälligkeiten unverzüglich ärztlichen Rat einholen können.
Sobald eine arzneimittelbedingte Schädigung der Leber medizinisch bestätigt oder festgestellt wird, muss die Gabe von Ocrevus beendet und die Therapie umgehend abgesetzt werden.
Anpassung der offiziellen Produktinformationen
Als Konsequenz aus den vorliegenden Sicherheitsdaten werden nun die offiziellen Produktinformationen zu Ocrevus überarbeitet. Die Dokumente werden um den Hinweis auf die arzneimittelbedingten Leberschäden als Nebenwirkung mit unbekannter Häufigkeit ergänzt. Zudem werden die konkreten Maßnahmen zur Risikominderung und Überwachung der Leberfunktion fest in den Produkttexten verankert.
Bei bestätigtem arzneimittelbedingtem Leberschaden muss die Ocrevus-Gabe beendet werden — doch wie dokumentieren Sie den Ablauf rechtssicher und nachvollziehbar? Der Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Kontrolle, Aufklärung und Absetzen strukturiert festhalten. Ablauf bei bestätigtem Leberschaden ansehen
Für neurologische Fachzentren und Praxen erfordert dieser Schritt eine Anpassung der routinemäßigen Abläufe bei der Gabe des Antikörpers. Die strukturierte Leberfunktionskontrolle sowie die Aufklärung der Betroffenen über Lebersymptome bilden künftig verbindliche Bestandteile des Sicherheitsmanagements rund um die Ocrelizumab-Therapie.
