Millionen, Euro

Österreich: 652,6 Millionen Euro für digitale Verwaltung bis 2027

Veröffentlicht: 30.06.2026 um 05:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Österreich stockt Budget für digitale Verwaltung bis 2028 auf 660 Millionen Euro auf. Sechs Millionen Bürger nutzen bereits die ID Austria.

Österreich investiert 652 Millionen Euro in digitale Verwaltung und ID Austria
Stilisiertes, leuchtendes digitales ID-Symbol vor unscharfem Regierungsgebäude in Wien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Milliarden für die digitale Verwaltung

Der Budgetausschuss des Nationalrats hat eine deutliche Aufstockung der Mittel für das Bundeskanzleramt beschlossen. Der Fokus liegt auf der digitalen Transformation und dem Ausbau des ID-Austria-Systems. Konkret soll das Budget bis 2027 auf 652,6 Millionen Euro und 2028 auf 660,5 Millionen Euro steigen. Das entspricht einem Plus von rund 103,5 Millionen Euro oder 19 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren.

Ein Großteil der zusätzlichen Mittel fließt in Digitalisierungs- und IT-Projekte. Allein für 2027 sind 39,9 Millionen Euro eingeplant, für 2028 weitere 5,3 Millionen Euro. Der Hintergrund: Rund 44 Prozent der öffentlichen Bediensteten werden in den nächsten 13 Jahren in Pension gehen. Durch den strategischen Verzicht auf Nachbesetzungen und den Einsatz digitaler Lösungen erhofft sich die Regierung Einsparungen von 540 Millionen Euro.

ID Austria: Meilenstein erreicht

Mit sechs Millionen aktivierten ID Austrias hat das Land einen bedeutenden Schritt in Richtung souveräner digitaler Identität gemacht. Das System gilt als Rückgrat der österreichischen E-Government-Strategie und ermöglicht Bürgern den sicheren Zugang zu Behördendiensten, vom Meldeamt bis zur Steuererklärung.

Europäische Digital-Wallet-Initiativen

Österreich nutzt seinen Erfolg mit ID Austria auch für europäische Projekte. Das Land testet derzeit die European Business Wallet im Rahmen des EU-Pilotprojekts "POTENTIAL". Parallel dazu übernimmt Rumänien die deutsche Open-Source-Lösung RoEUDIW für seine nationale digitale Brieftasche.

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In Deutschland beschleunigen die Länder ihre Digitalisierungspläne. Schleswig-Holstein will digitale Bürgerkonten bis 2028 verpflichtend machen. Berlin positioniert sich als Entwicklungsstandort für Identitätstechnologien. Erst Anfang der Woche sicherte sich die Plattform Wultra 6,8 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde unter Führung von Seventure Partners – für quantensichere Authentifizierung und digitale Identitätsplattformen.

Ein weiteres Zeichen für die Dynamik: Die Messe GITEX AI Europe in Berlin, die vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 stattfindet, präsentiert 23 südkoreanische Blockchain-Unternehmen.

Internationale Entwicklungen: Banken, Behörden und neue Regeln

Der Trend zur digitalen Identität ist global. In Großbritannien haben Großbanken wie Barclays, HSBC und Lloyds einen Proof-of-Concept für ein wiederverwendbares digitales Identitätsnetzwerk namens Select ID gestartet. Das System, unterstützt von Visa und Northern Trust, orientiert sich am norwegischen BankID-Modell, das eine Akzeptanzrate von 97 Prozent erreicht hat.

Südafrika baut sein Smart-ID-System aus: 203 Bankfilialen stellen die digitalen Ausweise bereits aus. Seit dem 9. März 2026 wurden über 250.000 Ersatzausweise ausgegeben. Ziel ist es, bis Ende 2026 auf 750 Filialen zu kommen.

Australien plant ab dem 1. Januar 2027 Transaktionsgebühren für Unternehmen, die das myID-System nutzen. Pilotprojekte zeigen, dass die digitale ID Unternehmen pro Mietobjekt bis zu 150 australische Dollar und monatlich 70 Arbeitsstunden sparen könnte.

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Neue Regulierungen ab Juli 2026

Zum 1. Juli 2026 treten wichtige technische und zollrechtliche Änderungen in Kraft. China führt neue Sicherheitsanforderungen für identitätsbasierte Authentifizierungssysteme ein (GB/T 46798-2025). Gleichzeitig gilt ab demselben Datum die EU-Verordnung 2026/382: Sie schafft die bisherige Zollbefreiung für Kleinimporte unter 150 Euro ab. Das wird digitale Zollsysteme und Identitätslösungen vor neue Herausforderungen stellen – besonders bei der Abwicklung großer Mengen kleinerer internationaler Warensendungen.

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