Office auf Mac: Einmallizenz-Versionen werden ab Juli gesperrt
02.06.2026 - 17:10:36 | boerse-global.de
Ab dem 13. Juli 2026 verlieren Nutzer älterer Office-Versionen auf Apple-Geräten wichtige Funktionen. Grund ist das Auslaufen eines digitalen Sicherheitszertifikats.
Zertifikatsablauf trifft Office 2019 und 2021
Betroffen sind die Einmallizenz-Versionen Office 2019 und Office 2021 für macOS, iOS und iPadOS. Nach dem Stichtag schalten die Programme in einen eingeschränkten Modus: Dokumente lassen sich dann nur noch anzeigen und drucken. Bearbeiten, Speichern oder Neuanlegen von Dateien ist nicht mehr möglich.
Ursache ist ein ablaufendes Zertifikat zur Lizenzprüfung. Interessant: Office 2021 für Mac ist offiziell noch bis zum 13. Oktober 2026 unterstützt – trotzdem greift die Juli-Sperre, sofern kein spezifisches Update installiert wird. Windows- und Android-Nutzer sind von diesem Problem nicht betroffen.
Wer auf dem Mac weiterarbeiten will, benötigt macOS 12 oder neuer sowie Office in Version 16.83 oder höher. Auf iPhone und iPad sind iOS 17 und Office Version 2.93 Pflicht.
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Office 2019: Kein Rettungsanker in Sicht
Besonders hart trifft es Nutzer von Office 2019 fĂĽr Mac. Dessen Support endete bereits im Oktober 2023. Microsoft bietet kein offizielles Update, um das Zertifikatsproblem zu umgehen.
Interessant ist die Kehrtwende in Microsofts Kommunikation: Früher hieß es, Office 2019 funktioniere nach Supportende unbegrenzt weiter. Diese Aussage wurde stillschweigend gestrichen. Nun heißt es nur noch: Die Daten bleiben erhalten – die Bearbeitung nicht.
Ein möglicher Workaround: Die Installation von Build 16.78.3 und das Deaktivieren automatischer Updates. Der Haken: Dann bleiben auch alle Sicherheitspatches aus.
Was kostet der Umstieg?
Microsoft drängt betroffene Nutzer zu seinem Abomodell Microsoft 365. Die Preise: rund 100 Euro pro Jahr für Einzelnutzer, etwa 130 Euro für Familien. Alternativ gibt es Office 2024 als Einmallizenz – ab rund 180 Euro für die Home-Version, knapp 250 Euro für Home & Business.
Wer keine neuen Lizenzkosten scheut, hat Alternativen:
- Kostenlose Web-Versionen von Microsoft 365
- Kostenlose BĂĽropakete wie Apple iWork, LibreOffice, OnlyOffice oder Google Docs
Der größere Zusammenhang
Der Druck auf Nutzer alter Software wächst branchenweit. HP etwa meldete im zweiten Quartal 2026, dass noch 30 Prozent der installierten Geräte Windows 10 nutzen – dessen erweiterte Sicherheitsupdates laufen am 13. Oktober 2026 aus.
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Gleichzeitig steht Microsoft unter Kartellbeobachtung: Die US-Handelsbehörde FTC untersucht seit November 2024, ob Microsofts Praxis, Sicherheits-, KI- und Office-Produkte mit Cloud-Diensten zu bündeln, den Wettbewerb behindert. Im Fokus stehen Lizenzbedingungen und die Kompatibilität mit Cloud-Plattformen der Konkurrenz.
Erst Anfang Juni 2026 musste Microsoft zudem einen Serviceausfall bei Teams und Office fürs Web beheben. Nutzer von Excel und PowerPoint erhielten zeitweise Fehlermeldungen – ein Problem, das das Unternehmen inzwischen gelöst hat.
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