Office-Lesemodus ab Juli: Millionen Apple-Nutzer verlieren Bearbeitung
21.06.2026 - 18:54:33 | boerse-global.de
Microsoft schaltet ältere Versionen auf einen reinen Lesemodus – und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem ein schwerer Bug im E-Mail-Programm Outlook für Aufsehen sorgt.
Kritischer Fehler in Outlook für Mac
Mehr als 7.000 Support-Anfragen gingen bis zum 20. Juni 2026 ein – alle mit demselben Problem. In der Legacy-Version von Outlook für Mac (Version 16.110) fehlt beim Antworten oder Weiterleiten von E-Mails der ursprüngliche Nachrichtentext. Der Adressat erhält lediglich eine leere Antwort, ohne zu wissen, worauf sich der Absender bezieht. Ein arbeitsintensives Problem für Unternehmen und Privatnutzer gleichermaßen.
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Juli-Deadline: Was passiert mit veralteten Versionen?
Ab dem 13. Juli 2026 greift Microsoft durch. Wer seine Office-Apps auf macOS, iOS oder iPadOS nicht auf einen Stand ab April 2026 aktualisiert hat, landet im sogenannten „Reduced Functionality Mode". Konkret bedeutet das: Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote lassen sich dann nur noch zum Lesen und Drucken nutzen. Neue Dokumente erstellen oder bestehende bearbeiten? Fehlanzeige.
Der Grund ist technischer Natur: Ein digitales Lizenzzertifikat läuft aus. Für Mac-Nutzer bedeutet das: Mindestens Version 16.83 des Office-Pakets ist Pflicht – und die setzt macOS 14 (Sonoma) voraus. iPhone- und iPad-Besitzer benötigen Version 2.93 der Apps, was iOS 17.0 oder neuer erfordert.
Alte Hardware wird abgehängt
Die Krux: Geräte, die fünf bis acht Jahre alt sind, können die neuen Betriebssysteme oft nicht mehr ausführen. Branchenkenner schätzen, dass allein in den USA rund 143 Millionen iPhone-Nutzer von den neuen Hardware-Anforderungen betroffen sein könnten. Sie müssten entweder aufrüsten oder sich dauerhaft mit dem Lesemodus abfinden.
Aus für Dauerlizenzen: Office 2021 erhält letzten Patch
Der Druck auf die Nutzer steigt weiter. Die Legacy-Version von Outlook für Mac erreicht im Oktober 2026 ihr endgültiges Aus. Und auch Office 2021, die letzte große Einmallizenz-Version, bekommt am 13. Oktober 2026 ihren letzten Sicherheitspatch. Danach gibt es weder Bugfixes noch Support.
Microsoft drängt seine Kunden daher zu einem Umstieg – entweder auf Office 2024 (mit fünf Jahren zusätzlichem Support) oder auf das Abo-Modell Microsoft 365, das regelmäßige Updates und Cloud-Funktionen bietet.
Windows-Patchday hinterlässt Spuren
Doch nicht nur Apple-Nutzer haben Grund zur Klage. Der Juni-Patchday für Windows (Update KB5094126 vom 9. Juni 2026) hat unerwartete Nebenwirkungen. Das Update schloss zwar rund 200 Sicherheitslücken, darunter sechs Zero-Day-Schwachstellen – brachte aber auch neue Probleme mit sich.
Microsoft bestätigte, dass die OLE-Automatisierung (Object Linking and Embedding) gestört wurde. Programme wie Zotero, Dentrix oder CCH Engagement können Office-Dokumente nicht mehr wie gewohnt öffnen. Ein korrigierendes Update ist für den 14. Juli 2026 angekündigt.
Zudem zeigt der Papierkorb seit dem Update seltsame Anzeigefehler: Statt der Original-Dateinamen erscheinen interne Systembezeichnungen wie „$Rxxxxx". Die Dateien selbst sind laut Microsoft sicher, der Fehler tritt unter Windows 10 und mehreren Windows-11-Versionen auf. Eine Behebung soll mit einem der nächsten kumulativen Updates kommen.
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Exchange Online: Unternehmen unter Zeitdruck
Auch Administratoren müssen handeln. Microsoft hat im Juni 2026 neue App-ID-Kontrollen für Exchange Web Services (EWS) eingeführt. Unternehmen müssen bis zum 1. Oktober 2026 auf Microsoft Graph umstellen. Danach wird EWS für alle Anwendungen deaktiviert, die nicht explizit von Administratoren freigegeben wurden. Wer die Frist verpasst, erhält beim Verbindungsversuch zu Exchange Online schlicht eine Fehlermeldung.
Für viele IT-Abteilungen bedeutet das: Zeitdruck und zusätzliche Arbeit in den kommenden Monaten.
