Office-Test, LibreOffice

Office-Test Juli: LibreOffice und WPS Office fordern Microsoft heraus

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tests zeigen Formatierungsprobleme bei Office-Alternativen, während Microsofts KI-Wachstum anzieht und Anleger umschichten.

Microsofts BĂĽro-Dominanz schwindet: Konkurrenz und KI-Trends 2026
Moderner Arbeitsplatz mit mehreren geöffneten Software-Oberflächen auf Laptop-Bildschirmen, die verschiedene Office-Suiten darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Dominanz von Microsoft im Bereich der Bürosoftware bröckelt. Unabhängige Tests und aktuelle Geschäftszahlen zeigen: Konkurrenten holen auf – sowohl bei der Kompatibilität als auch bei Speziallösungen.

Freie Alternativen im Härtetest

Ende Juli 2026 haben Tester mehrere kostenlose Office-Pakete auf ihre Zuverlässigkeit geprüft. LibreOffice, WPS Office und ONLYOFFICE mussten sich an einem komplexen Word-Dokument mit verbundenen Zellen, schwimmenden Grafiken und aktivierten Änderungsverfolgungen messen.

Das Ergebnis: Alle drei Programme bewahrten Kommentare und Änderungen korrekt auf. Doch bei der Formatierung gab es Unterschiede. LibreOffice blähte das Dokument von zwei auf drei Seiten auf und zählte 724 Wörter – Microsoft Word kam auf 678. WPS Office (691 Wörter) und ONLYOFFICE (694 Wörter) lagen näher am Original. Auffällig: ONLYOFFICE verwandelte gepunktete Tabellenrahmen in durchgezogene Linien, WPS Office verschob einige Überschriften neben schwimmende Bilder.

Microsofts KI-Offensive läuft – aber langsam

Trotz der Konkurrenz meldet Microsoft starkes Wachstum bei seinen KI-Diensten. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte Microsoft 365 Copilot 20 Millionen bezahlte Unternehmenslizenzen – ein Anstieg von 15 Millionen im Vorquartal. Treiber sind Großkunden: Allein Accenture führte die Technologie für 743.000 Mitarbeiter ein.

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Das gesamte KI-Geschäft von Microsoft erzielt inzwischen einen Jahresumsatz von über 37 Milliarden Euro – ein Plus von 123 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Zahlen zeigen auch Luft nach oben: Nur 4,5 Prozent der insgesamt mehr als 450 Millionen Microsoft-365-Nutzer haben Copilot überhaupt im Einsatz. Neue Excel-Funktionen sollen nun nachhelfen: KI-generierte Daten erhalten automatische Quellenangaben, und die bisherige Pflicht zur aktivierten AutoSave-Funktion entfällt.

Nischenanbieter setzen auf Datenschutz

Während Microsoft auf die Breite setzt, entdecken Unternehmen zunehmend Spezialisten für ihre individuellen Bedürfnisse – vor allem beim Datenschutz.

Künstliche Intelligenz lokal betrieben: Die Firma Synsira Software bringt mit Kind Local Pro eine KI-Plattform, die Dokumente, Bilder und Audio ausschließlich auf dem eigenen Rechner verarbeitet. Die Software nutzt Open-Source-Modelle und kommt ohne Cloud-Speicher aus – ein entscheidender Vorteil für Unternehmen mit strengen Datenschutzauflagen.

Desktop-Agenten der Spitzenklasse: Perplexity hat einen Windows-Agenten entwickelt, der Aufgaben intelligent auf verschiedene KI-Modelle verteilt. Das Tool arbeitet mit Plattformen wie Salesforce, HubSpot und Microsoft 365 zusammen.

Dokumente als Baukasten: Das System Coda sorgt für Aufsehen. Beta-Tester beschreiben es als modulares System, das Dokumente mit der Funktionalität von Anwendungen kombiniert.

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Der Markt brummt – und die Anleger steigen um

Die Zahlen der großen Anbieter untermauern den Trend. Sage steigerte seinen Umsatz in den neun Monaten bis Juni 2026 um elf Prozent auf umgerechnet rund 2,4 Milliarden Euro. Das Cloud-Geschäft wuchs sogar um 25 Prozent. Auch Google Cloud legte zu: Der Umsatz im zweiten Quartal erreichte 24,8 Milliarden Euro – ein Plus von 82 Prozent.

An der Börse zeigte sich Ende Juli ein deutlicher Umschwung. Nach fallenden Anleiherenditen griffen Anleger verstärkt bei Software-Aktien zu. Unternehmen wie Asana, PagerDuty und Bentley Systems verbuchten Kursgewinne zwischen 6,1 und 10,5 Prozent. Das Kapital floss aus dem Halbleitersektor in Softwaredienstleistungen.

Partnerschaften im Wandel

Die strategischen Allianzen der Branche verändern sich. Microsoft und OpenAI haben ihre Zusammenarbeit neu justiert: Statt einer exklusiven gilt nun eine nicht-exklusive Lizenz bis 2032. OpenAI darf künftig auch andere Cloud-Anbieter nutzen, während Microsoft Modelle anderer Entwickler in sein Angebot einbauen kann. Ein klares Zeichen: Der Wettbewerb wird offener – und die Dominanz des bisherigen Platzhirsches schwindet.

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