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Office Web Apps: Sensitivity Labels für Zugriffsrechte ab sofort

Veröffentlicht am: 30.06.2026 um 15:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft führt benutzerdefinierte Berechtigungen in Office-Web-Apps ein. Die Funktion stärkt Datenschutz und Zero-Trust-Strategien in der Cloud.

Microsoft Office Web: Neue Zugriffsrechte für Word, Excel & PowerPoint
Leuchtendes Vorhängeschloss-Symbol über unscharfem Server-Rack, symbolisiert digitale Sicherheit und Datenschutz in Cloud-Umgebungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab sofort lassen sich in Word, Excel und PowerPoint im Browser individuelle Zugriffsrechte vergeben.

Microsoft hat seine Office-Webanwendungen um eine wichtige Funktion erweitert. Seit dem 30. Juni 2026 können Nutzer in der Browser-Version von Word, Excel und PowerPoint benutzerdefinierte Berechtigungen über sogenannte Sensitivity Labels vergeben. Das Update ermöglicht die Zuweisung konkreter Rollen wie Betrachter, Bearbeiter oder Besitzer direkt im Webbrowser – ein deutlicher Schritt nach vorne für den Datenschutz in der Cloud.

Mehr Kontrolle für SharePoint und OneDrive

Die neue Funktion erlaubt es Anwendern, Dokumenten während der Bearbeitung in Office Online spezifische Zugriffslevel zuzuweisen. Voraussetzung ist eine entsprechende Lizenzierung sowie die Aktivierung von Sensitivity Labels für SharePoint und OneDrive.

Der Schritt reiht sich in Microsofts Bemühungen ein, die Datenverwaltung zu verfeinern. Bereits am 29. Juni 2026 verzeichnete die Microsoft-Purview-Dokumentation eine hohe Nachfrage zu Themen wie Datenherkunft und Zugriffskontrolle – über 2.000 aktive Diskussionen in Community-Foren belegen das Interesse. Sicherheitsexperten sehen in diesen granularen Berechtigungen einen wesentlichen Baustein für eine Zero-Trust-Architektur, die auf dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe und kontinuierlichen Identitätsprüfung basiert.

Copilot-Integration und Sicherheitsrisiken

Die Einführung der benutzerdefinierten Berechtigungen fällt mit der weiteren Integration generativer KI in Microsofts Ökosystem zusammen. Der Microsoft Copilot Cowork erreichte am 16. Juni 2026 die allgemeine Verfügbarkeit und nutzt im Hintergrund Anthropic Claude. Das Tool übernimmt bestehende „Work IQ"- und Sicherheitsrichtlinien aus Copilot Chat, speichert jedoch keine Gesprächsverläufe oder benutzerdefinierte Anweisungen.

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Die Sicherheit dieser KI-Tools bleibt für IT-Administratoren ein zentrales Thema. Da Copilot die Berechtigungen des jeweiligen Nutzers erbt, können zu weitreichende oder schlecht verwaltete Zugriffsrechte zu ungewollten Datenlecks führen. Um diese Risiken zu minimieren, empfehlen Experten die Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), Conditional Access und Purview Data Loss Prevention (DLP) vor dem vollständigen Rollout.

Die Kosten für die KI-Funktionen belaufen sich auf monatlich 21 Euro pro Nutzer für die M365-Copilot-Lizenz, ergänzt durch nutzungsbasierte Abrechnung. Parallel dazu installiert Microsoft seit dem 15. Juni 2026 die Copilot-App automatisch auf gewerblichen Windows-10- und Windows-11-Geräten über den Office-Click-to-Run-Updater. Diese Praxis hat bereits die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich gezogen: Die italienische Wettbewerbsbehörde leitete am 26. Juni 2026 eine Untersuchung gegen Microsoft wegen Produktbündelung und Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent ein.

Compliance und Schwachstellenmanagement

Für Unternehmen in regulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen ist die Konfiguration dieser Sensitivity Labels ein entscheidender Faktor für die Einhaltung von Compliance-Vorgaben. Microsoft 365 enthält zwar eine Geschäftspartnervereinbarung (BAA) im Data Protection Addendum, doch die Compliance stellt sich nicht automatisch ein. Organisationen bleiben in der Pflicht, Exchange DLP, Teams-Verschlüsselung und Sensitivity Labels selbst zu konfigurieren, um sensible Daten zu schützen.

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Auf der Sicherheitsfront hat Microsoft kürzlich eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Excel geschlossen. Die Schwachstelle CVE-2025-60727 ermöglichte die Ausführung von Schadcode aus der Ferne und betraf mehrere Versionen der Software, darunter Office 2024 LTSC und Office Online Server. Zudem warnte das FBI Ende Juni vor einer Phishing-as-a-Service-Operation namens Kali365, die seit April 2026 aktiv ist. Die Betrugsmasche zielt auf Microsoft-365-Nutzer ab, indem sie die Gerätecode-Authentifizierung ausnutzt, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und auf Outlook- sowie OneDrive-Konten zuzugreifen.

Ausblick: Teams und Legacy-Dienste

Das Update für Office Web Apps ist Teil einer Reihe von Änderungen, die für den Sommer 2026 geplant sind. In Microsoft Teams wird der „Gemeinsam"-Modus bis Ende Juni 2026 eingestellt und durch vereinfachte Meeting-Steuerungen sowie externe Bot-Erkennung ersetzt. Ab dem 1. Juli 2026 erhalten Copilot-Premium-Nutzer zudem Zugriff auf KI-generierte Meeting-Zusammenfassungen, die kein vollständiges Transkript erfordern.

Weitere Änderungen betreffen die Legacy-Voting-Buttons in der Exchange-Online-Moderation, deren Support am 31. Juli 2026 endet. Sie werden durch Actionable Messages ersetzt. Zudem hat Microsoft bestätigt, dass Exchange Web Services (EWS) am 1. Oktober 2026 eingestellt wird, während das Unternehmen seine Nutzer zu moderneren API-Frameworks führt.

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