Olatorepatide, Phase-III-Studie

Olatorepatide: Phase-III-Studie zeigt bis zu 19,3 Prozent Gewichtsverlust

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 12:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In der 48-wöchigen LIGHTEN-Studie nahm das Gewicht dosisabhängig ab; wegen unerwünschter Ereignisse brach niemand die Behandlung ab.

Hansoh Pharma: Olatorepatide senkt Gewicht in Phase-III-Studie deutlich
Ein steriles, helles klinisches Labor mit hochwertigen Geräten und leeren Glasreagenzgläsern auf einem Labortisch. Illustration mit AI erstellt.

Die medikamentöse Behandlung von Übergewicht und Adipositas verzeichnet durch die Entwicklung neuer Inkretin-Mimetika kontinuierliche Fortschritte. Im Fokus der klinischen Forschung stehen zunehmend duale Wirkmechanismen, die gezielt mehrere Stoffwechselwege ansprechen.

Auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für das Studium des Diabetes (EASD) in Mailand stellte das Pharmaunternehmen Hansoh Pharma am 28. September 2026 als Late-breaking Abstract die Phase-III-Ergebnisse der LIGHTEN-Studie vor.

Untersucht wurde der dual-biased GLP-1/GIP-Agonist Olatorepatide (HS-20094), der in der Untersuchung eine signifikante Reduktion des Körpergewichts bei günstigen Verträglichkeitswerten erzielte.

Studiendesign der Phase-III-Untersuchung LIGHTEN

An der multizentrischen Untersuchung nahmen 604 chinesische Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht teil. Einschlusskriterien waren ein Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 28 oder ein BMI zwischen 24 und 28 bei gleichzeitigem Vorliegen gewichtsbedingter Komorbiditäten.

Die Probanden wurden im Verhältnis 1:1:1:1 randomisiert und erhielten über einen Zeitraum von 48 Wochen einmal wöchentlich subkutan entweder Olatorepatide in einer Dosierung von 5 mg, 10 mg oder 15 mg oder ein Placebo.

Die Therapietreue erwies sich über die gesamte Laufzeit als hoch. Wie die Auswertung belegt, schlossen 90,1% der Teilnehmenden die 48-wöchige Studie regulär ab.

Deutliche Gewichtsabnahme über 48 Behandlungswochen

Die Auswertung der primären Endpunkte zeigte eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Bei der Analyse der Wirksamkeit (Efficacy-Estimand) erreichten die Probanden in Woche 48 unter 5 mg Olatorepatide eine mittlere Gewichtsabnahme von -12,5%.

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Die Phase-III-Daten zu Olatorepatide zeigen über 48 Wochen eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung: -12,5 % bei 5 mg, -17,5 % bei 10 mg und -19,3 % bei 15 mg — ohne Plateau zum Studienende. Wer diese Zahlen für das eigene Arztgespräch einordnen will, findet im kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Studiendetails verständlich aufbereitet. Kostenlosen Leitfaden zu Olatorepatide anfordern

Unter der Dosis von 10 mg betrug der Verlust -17,5% und in der Gruppe mit 15 mg lag er bei -19,3%. In der Placebogruppe ging das Körpergewicht dagegen lediglich um -2,7% zurück (p<0,0001).

Bei Betrachtung des Behandlungsregimes (Treatment-Regimen) lagen die Werte in Woche 48 bei -11,8% für 5 mg, -17,0% für 10 mg und -18,7% für 15 mg, verglichen mit -2,5% unter Placebo.

Zudem zeigte sich bis zur 48. Behandlungswoche kein Plateau der Gewichtsabnahme, was auf einen weiterhin anhaltenden therapeutischen Effekt hindeutet.

Neben dem Gesamtkörpergewicht wirkte sich die Therapie auch auf die Körpermaße aus. Der Taillenumfang reduzierte sich um -10,5 cm in der 5-mg-Gruppe, um -14,4 cm in der 10-mg-Gruppe und um -16,0 cm in der 15-mg-Gruppe, während unter Placebo ein Rückgang von -3,6 cm gemessen wurde.

Hohe Ansprechraten bei den Schwellenwerten

Ein detaillierter Blick auf klinisch relevante Schwellenwerte verdeutlicht das Ausmaß des Gewichtsverlusts:
- Eine Gewichtsreduktion von mindestens 5% erzielten 87,3% (5 mg), 97,2% (10 mg) und 95,2% (15 mg) der Behandelten, verglichen mit 28,6% in der Placebogruppe.
- Eine Reduktion um mindestens 10% erreichten 61,7% (5 mg), 89,3% (10 mg) und 88,9% (15 mg) gegenüber 14,6% unter Placebo.
- Einen Verlust von mindestens 15% des Ausgangsgewichts verzeichneten 32,6% (5 mg), 60,2% (10 mg) und 71,7% (15 mg), während dies in der Kontrollgruppe lediglich 3,2% gelang.

Günstiges Verträglichkeitsprofil ohne Therapieabbrüche

Hinsichtlich der Sicherheit standen gastrointestinale Beschwerden im Vordergrund, die für Inkretin-Therapien charakteristisch sind. In den Verumgruppen traten Übelkeit bei 7,8%, Erbrechen bei 4,9%, Diarrhö bei 16,9% und Obstipation bei 5,1% der Probanden auf.

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In der Placebogruppe lagen diese Raten bei 2,6% für Übelkeit, 2,0% für Erbrechen, 7,8% für Diarrhö und 1,3% für Obstipation. Bemerkenswert ist, dass im Rahmen der Studie keine Therapieabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse verzeichnet wurden.

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