Olivenöl, Entzündung

Olivenöl und Entzündung: Klinische Studien messen 22 Prozent weniger CRP

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien zeigen mögliche Effekte auf Entzündungsmarker und Sättigung; ein Vorteil der Einnahme auf nüchternen Magen ist nicht belegt.
Eine traditionelle, steinerne Olivenpresse in einem sonnendurchfluteten Olivenhain bei warmem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der gesundheitliche Nutzen von nativem Olivenöl extra steht regelmäßig im Mittelpunkt ernährungsmedizinischer Untersuchungen. Hausarzt Li Sih-Hsien verwies unter Bezug auf eine Studie zum Inhaltsstoff Oleuropein im Fachjournal „Nature“ darauf, dass der Verzehr von nativem Olivenöl auf nüchternen Magen die Entzündungspfade COX-1 und COX-2 hemmen könne.

Ein wesentlicher Aspekt sei dabei, dass dieser Vorgang den Magen nicht reize und die Leber nicht belaste. Zudem nannte der Mediziner als möglichen Nutzen einer solchen Einnahme die Vorbeugung von Diabetes sowie die Unterstützung bei der Regulierung des Appetits.

Einfluss auf Entzündungsmarker und biologische Pfade

Wissenschaftliche Daten liefern konkrete Anhaltspunkte für die biologische Aktivität der enthaltenen Substanzen. In mehreren klinischen Studien verzeichneten Teilnehmer, die natives Olivenöl mit hohem Polyphenolgehalt konsumierten, einen Rückgang des Entzündungsmarkers CRP um 22 %.

Ein erhöhter CRP-Wert steht in der Medizin mit einem gesteigerten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und weitere chronische Beschwerden in Verbindung.

Neben Oleuropein enthält natives Olivenöl extra (EVOO) weitere bioaktive Komponenten wie Hydroxytyrosol und Oleocanthal. Letzteres verursacht das charakteristische pfeffrige Gefühl im Rachenraum und zählt zu den entzündungshemmenden Elementen des Öls.

Gleichzeitig weisen Fachpublikationen darauf hin, dass experimentelle Studien zu Entzündungswegen zwar funktionelle Zusammenhänge aufzeigen, diese jedoch keine eigenständige Therapiewirkung belegen. Zudem existieren bislang keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass der Verzehr auf nüchternen Magen messbare Vorteile gegenüber der regulären Verwendung in Salaten oder beim Kochen bietet.

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Sättigungssignale und Regulierung des Blutzuckers

Neben Entzündungsprozessen beeinflussen die Inhaltsstoffe auch Stoffwechsel- und Sättigungsparameter. In einer Crossover-Studie mit 15 Teilnehmern erhielten die Probanden bei drei unterschiedlichen Gelegenheiten jeweils eine Mahlzeit mit 30 ml verschiedener Öle.

Nach der Nahrungsaufnahme lagen die Konzentrationen des Botenstoffs OEA im Blut bei den Gruppen mit hohem Ölsäuregehalt – konkret bei nativem Olivenöl und speziellem Sonnenblumenöl – signifikant höher als bei herkömmlichem Sonnenblumenöl.

Zugleich verringerte sich die Gesamtnahrungsaufnahme der Teilnehmer in den folgenden 24 Stunden. Eine Meta-Analyse bestätigt ergänzend, dass OEA den Appetit sowie das Körpergewicht signifikant senken kann.

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Auch im Bereich der Glukoseregulation liegen experimentelle Daten vor. Eine im Fachjournal „Diabetes“ veröffentlichte Untersuchung von Wissenschaftlern aus Japan, Kanada, Australien und Deutschland zeigte, dass die Gabe von Olivenöl 15 Minuten vor einer Glukoselösung bei jungen männlichen Mäusen den Blutzucker in den ersten 30 Minuten nach der Glukoseaufnahme deutlich senkte.

Der anfängliche Glukose-Peak verlief flacher, während die Gesamtglukose über zwei Stunden unverändert blieb. Ursächlich hierfür war eine verzögerte Magenentleerung. Obwohl Hinweise auf eine verbesserte Insulinsensitivität und Glykämie bei Typ-2-Diabetes vorliegen, stellt das Öl keinen Ersatz für medizinische Therapien dar.

Kriterien für Qualität und sachgerechte Verwendung

Für natives Olivenöl extra gilt ein Grenzwert für die freie Säure von höchstens 0,8 % sowie das Verfahren der Kaltpressung unter 27 °C. Ein Polyphenolwert von über 250 mg/kg dient als Orientierung für eine hohe Güte; so erreicht etwa Coratina-Olivenöl aus Apulien über 500 mg/kg Biofenole und übertrifft damit den EFSA-Schwellenwert für den Lipidschutz.

Kardiologe Aurelio Rojas hebt hervor, dass die Lagerung nicht neben Herdplatten erfolgen sollte, da Hitze, Licht und Sauerstoff die Oxidation begünstigen. Er rät zu einer kühlen, trockenen, lichtgeschützten und verschlossenen Aufbewahrung. Eine geöffnete Flasche ist drei bis sechs Monate haltbar, ungeöffnete Ware 12 bis 18 Monate nach der Ernte.

Zudem warnte Rojas davor, das Öl ausschließlich kalt zu verwenden: Aufgrund der Hitzestabilität und des hohen Ölsäuregehalts eigne es sich auch zum Kochen und erziele bessere Ergebnisse für Lipidprofil und Entzündungsparameter als tierische Fette, sofern es nicht über den Rauchpunkt erhitzt oder mehrfach genutzt werde. Da ein Esslöffel etwa 120 Kalorien liefert, erfordert die Integration in die Ernährung trotz der gesundheitlichen Vorzüge ein mäßiges Maß.

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