Omega-3 ab 70: Drei Jahre Einnahme gingen mit jüngerem Zellalter einher
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen widmen sich verstärkt den molekularen Mechanismen der biologischen Alterung, um Ansatzpunkte für eine Verlangsamung dieser Prozesse zu identifizieren. Im Fokus stehen dabei unter anderem zelluläre Energieschalter wie die AMP-aktivierte Proteinkinase (AMPK) sowie diätetische Interventionen mit Omega-3-Fettsäuren und Verfahren zur epigenetischen Reprogrammierung.
AMPK-Aktivierung und experimentelle Wirkstoffe
Die direkte Aktivierung des Enzyms AMPK gilt in der Grundlagenforschung als ein zentraler Hebel zur Beeinflussung von Stoffwechsel- und Alterungswegen. Experimente mit der Verbindung 991 zeigten, dass eine direkte Aktivierung von AMPK die mediane Lebensdauer weiblicher Fruchtfliegen bei niedriger Dosierung um etwa 9 Prozent verlängern konnte.
Bei Fadenwürmern stieg die mediane Lebensdauer auf zwei unterschiedlichen Bakteriendiäten um etwa 18 bis 20 Prozent, und auch bei Spalthefen zeigte sich eine verlängerte Lebensspanne.
Dieser lebensverlängernde Effekt blieb jedoch aus, wenn Hefe und Würmer genetisch über kein funktionierendes AMPK verfügten. Zudem wiesen Fliegen und Würmer unter dem Einfluss der Verbindung weniger Fett auf, wobei die Fliegen nicht weniger Nahrung aufnahmen.
Trotz dieser Beobachtungen in Modellorganismen bleiben Hürden für eine Übertragung auf Säugetiere bestehen. Die Substanz weist eine schlechte Aufnahme sowie bekannte Toxizitäten auf, und höhere Dosen konnten die Lebensdauer in einigen Experimenten sogar verkürzen.
Bei Mäusen mit drei Tieren je Gruppe veränderte eine dreiwöchige intravenöse Nanopartikelgabe zwar Leberproteine, die Lebensdauer wurde in diesem Rahmen jedoch nicht erfasst.
Eine Wirkung auf die Lebensdauer von Säugetieren ist bislang ungetestet, und entsprechende Langzeitstudien stehen aus. Co-Autor Charalampos Rallis warnte vor einer voreiligen Supplementierung und betonte die Notwendigkeit einer präzisen Dosierung.
Drei Jahre lang täglich ein Gramm algenbasiertes Omega-3 — und drei von vier epigenetischen Uhren zeigten ein im Mittel drei Monate jüngeres biologisches Alter. Was das für Ihren Alltag bedeutet und wie Sie die Kombination mit Vitamin D und Bewegung richtig aufsetzen, fassen wir in einem kostenlosen Report zusammen. Jetzt kostenlosen Omega-3-Report anfordern
Ergebnisse aus Humanstudien zu Omega-3
Neben Laborwirkstoffen untersuchen klinische Studien den Einfluss von Nährstoffen auf das biologische Altern beim Menschen. Auswertungen der DO-HEALTH-Studie an Erwachsenen ab 70 Jahren ergaben, dass die tägliche Einnahme von 1 g algenbasiertem Omega-3 über einen Zeitraum von drei Jahren bei drei von vier untersuchten epigenetischen Uhren mit einem im Mittel drei Monate jüngeren biologischen Alter einherging. Eine vierte epigenetische Uhr zeigte einen zusätzlichen Nutzen, wenn Omega-3 mit Vitamin D und körperlicher Bewegung kombiniert wurde.
Frühere Studienergebnisse im Rahmen von DO-HEALTH hatten bereits gezeigt, dass Omega-3 das Auftreten von Stürzen und Infektionen verringerte. Die Kombination aus Omega-3, Vitamin D und Bewegung war zudem mit einem gesenkten Risiko für ein Vorstadium von Gebrechlichkeit sowie für invasive Krebserkrankungen verbunden.
Epigenetische Rücksetzung im Zellmodell
Einen weiteren Forschungsansatz stellt die gezielte zelluläre Verjüngung dar. Forschende der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Bonn programmierten in einer Studie Vorläuferzellen roter Blutkörperchen von Spendern im Alter von bis zu 101 Jahren mithilfe der Faktoren SOX2 und cMYC direkt zu neuralen Stammzellen um. Die umprogrammierten Zellen eines 80-jährigen Spenders wiesen im Anschluss ein epigenetisches Alter von unter 20 Jahren auf.
Wer im Alter Stürzen und Infektionen vorbeugen will, findet in den DO-HEALTH-Daten konkrete Ansatzpunkte: Omega-3 allein zeigte bereits Wirkung, die Kombination mit Vitamin D und Bewegung senkte zusätzlich das Risiko für ein Vorstadium von Gebrechlichkeit. Unser kostenloser Report zeigt, wie Sie diese drei Bausteine in Ihren Alltag integrieren. Checkliste für gesundes Altern jetzt sichern
Die Verjüngung vollzog sich schrittweise: Nach rund 50 Tagen war der Großteil der DNA-Altersmarkierungen bei Zelllinien von 50- bis 101-Jährigen zurückgesetzt. Insgesamt trugen die Zellen zunächst im Mittel rund 13 Prozent des rechnerischen Spenderalters, was nach längerer Vermehrung auf etwa 5 Prozent sank.
Die Forschenden betonten, dass es sich hierbei um ein reines Zellkulturmodell zur Erforschung der zugrundeliegenden Mechanismen handelt und nicht um eine therapeutische Anwendung.

