Omega-3-Mangel, Algenöl

Omega-3-Mangel: Algenöl schließt Lücke für 49% der Deutschen

30.05.2026 - 18:48:54 | boerse-global.de

Viele Deutsche erreichen die empfohlenen Omega-3-Werte nicht. Algenöl bietet eine schadstofffreie Alternative zu Fischöl.

Omega-3-Mangel: Algenöl schließt Lücke für 49% der Deutschen - Foto: über boerse-global.de
Omega-3-Mangel: Algenöl schließt Lücke für 49% der Deutschen - Foto: über boerse-global.de

Pflanzliches Algenöl gilt als vielversprechende Lösung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen täglich 250 bis 300 Milligramm EPA und DHA. Für Sportler liegt der Bedarf mit rund 2 Gramm deutlich höher. Doch 16 Prozent der Deutschen essen gar keinen Fisch, weitere 33 Prozent erreichen die empfohlenen Mengen nicht.

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Hinzu kommt ein Ungleichgewicht: Während das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren früher bei 1:1 lag, liegt es heute oft zwischen 15:1 und 20:1. Die Ökotrophologin Katrin Kleinesper wies Ende Mai darauf hin, dass Algenöl hier Abhilfe schaffen kann. Bereits ein Teelöffel Algenöl oder ein Esslöffel gereinigtes Fischöl decke den Bedarf eines Sportlers.

Algen statt Fisch: Saubere Omega-3-Quelle

Die Produktion setzt zunehmend auf die Mikroalge Schizochytrium sp.. Sie wird in kontrollierten Umgebungen kultiviert – das Öl bleibt frei von Schwermetallen, Pestiziden und Herbiziden, die in Fischöl vorkommen können.

Hersteller bieten unterschiedliche Formate an:

  • Flüssigpräparate wie von Norsan oder Dr. Budwig kombinieren Algenöl mit Olivenöl für zusätzliche Antioxidantien und ergänzen Vitamine wie D3 oder K2
  • Kapseln von Naturtheke, Vetain oder Igennus liefern pro Tagesdosis bis zu 1.000 mg DHA und 200 mg EPA
  • Manche Hersteller setzen auf ein 2:1-Verhältnis oder verzichten bewusst auf Carrageen

Die Qualität misst sich am TOTOX-Wert, der den Oxidationsgrad angibt. Ein Wert von 7,9 bei laborgeprüften Kapseln gilt als Indikator für hohe Frische.

Pflanzliche Vorstufen: Saaten als Ergänzung

Neben direktem DHA/EPA aus Algen gibt es pflanzliche Quellen für Alpha-Linolensäure (ALA). Studien aus 2024 und 2025 belegen positive Effekte auf die Herzgesundheit. Zwei Esslöffel Leinsamen (etwa 2,9 g ALA) können Triglyceride und Blutzucker senken. Chiasamen und Walnüsse wirken sich positiv auf Blutdruck und kognitive Reaktionsgeschwindigkeit aus.

Prof. Dr. Markus Masin betonte Ende Mai jedoch: Bei rein pflanzlicher Ernährung reicht der Fokus auf Omega-3 nicht. Vitamin D3 sei ein gesellschaftliches Problem – 40 bis 80 Prozent der Bevölkerung haben einen Mangel. Vitamin B12 muss bei veganer Lebensweise zwingend supplementiert werden. Zudem liegt die Ballaststoffzufuhr in Deutschland mit 18 bis 20 Gramm deutlich unter der DGE-Empfehlung von 30 Gramm.

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Hochverarbeitete Lebensmittel: Studie zeigt Risiken

Die Bedeutung gezielter Nährstoffzufuhr untermauert eine aktuelle INSERM-Studie. Über sieben Jahre werteten Forscher Daten von mehr als 112.000 Probanden aus. Ergebnis: Ein hoher Konsum von Konservierungsmitteln wie Nitriten oder Sorbaten korreliert mit einem 29 Prozent erhöhten Risiko für Bluthochdruck und einem 16 Prozent gesteigerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Selbst Zitronensäure (E330) wurde mit erhöhtem Blutdruckrisiko assoziiert.

Die Forschung verstärkt den Trend zu Nahrungsergänzungsmitteln ohne synthetische Zusatzstoffe. Die Marktentwicklung zeigt zudem innovative Ansätze: In den Niederlanden arbeiten Unternehmen an Bioreaktoren zur Fettproduktion – für 2030 ist eine EU-Zulassung als „Novel Food“ geplant.

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