Online-Betrug, Deutschen

Online-Betrug: 33% der Deutschen bereits Opfer von Fake-Shops

Veröffentlicht: 21.06.2026 um 16:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Deutsche Minister verlangen einen nationalen Aktionsplan gegen betrügerische Online-Shops, da der DSA nicht ausreicht.

Verbraucherschutzminister fordern schärfere Regeln gegen Fake-Shops
Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine betrügerische Online-Shopping-Seite mit einem gefälschten Prime Day-Angebot. Hände sind unscharf im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Auf ihrer 22. Konferenz in Potsdam stellten die Ressortchefs am Wochenende fest: Der Digital Services Act (DSA) reicht nicht aus, um Verbraucher wirksam zu schützen.

Schnellere Abschaltung betrügerischer Seiten

Die Minister drängen auf ein beschleunigtes Verfahren zur Deaktivierung von Fake-Shops. Ein Vorbild gibt es bereits: In Belgien erlaubt ein „Notice and Action“-Verfahren die zügige Abschaltung von .de-Domains, sobald Betrug festgestellt wurde.

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Auch beim Thema Künstliche Intelligenz im Handel wurden die Minister konkret. KI-Agenten dürften Kaufentscheidungen vorbereiten, die finale Bestätigung müsse aber beim Nutzer liegen. Die Kontrolle müsse beim Verbraucher bleiben.

Prime Day lockt auch Betrüger an

Der Amazon Prime Day vom 23. bis 26. Juni bietet Kriminellen erneut eine Angriffsfläche. Eine McAfee-Studie vom Mai zeigt das Ausmaß: 33 Prozent der deutschen Online-Shopper haben bereits Geld durch Betrug verloren. In den meisten Fällen lag der Schaden über 100 Euro, mehr als die Hälfte der Betroffenen bekam kein Geld zurück.

Die Täter arbeiten immer professioneller. Der BKA Cybercrime-Lagebericht 2025 belegt: 82,6 Prozent aller Phishing-Mails sind inzwischen KI-automatisiert. Das macht die Nachrichten persönlicher und schwerer erkennbar.

Amazon selbst gibt an, im vergangenen Jahr weltweit über 70.000 Phishing-Websites und 14.000 Telefonnummern deaktiviert zu haben.

Neue Betrugsmaschen: Von Booking.com bis First-Party-Betrug

Eine aktuelle Welle sorgt besonders für Unruhe: Seit dem Frühjahr nutzen Betrüger Daten aus einem Leck bei Booking.com. Über WhatsApp werden Reisende mit korrekten Buchungsdetails kontaktiert und zur Kreditkarten-Verifizierung gedrängt. Die Angriffe wurden bereits in über zehn Ländern registriert.

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Parallel zeigt eine Analyse von LexisNexis Risk Solutions einen weiteren Trend: Der sogenannte First-Party-Betrug nimmt zu. Dabei bestellen reguläre Kunden Waren und reklamieren sie unberechtigt oder verweigern die Zahlung. In Europa machten solche Fälle 2025 knapp 52 Prozent aller Betrugsmeldungen im Online-Handel aus.

Kriminelle Banden werben gezielt Personen mit geringer Bonität oder Studierende an, um die Betrugsmuster zu verschleiern.

Worauf Verbraucher jetzt achten sollten

Sicherheitsexperten raten zu erhöhter Vorsicht. Warnsignale sind aggressiver Zeitdruck, unplausible Absenderadressen und Zahlungsaufforderungen außerhalb offizieller Plattformen.

Die Verbraucherzentralen betonen: Seriöse Anbieter fragen keine sensiblen Daten per E-Mail oder Messenger ab. Wer einkauft, sollte das ausschließlich über die offiziellen Apps oder Webseiten tun und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

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