Online-Betrug, Milliarden

Online-Betrug: 442 Milliarden Euro Schaden – jeder Siebte betroffen

09.06.2026 - 19:46:07 | boerse-global.de

Ein neuer Sicherheitsbericht beziffert die weltweiten Verluste durch digitale Betrugsmaschen auf ĂĽber 442 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Bitdefender Report: Online-Betrug verursacht Milliardenschäden
Online-Betrug - A person in a hoodie types on a laptop, surrounded by abstract digital network symbols, representing global cybercrime and online fraud. 09.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Ein neuer globaler Sicherheitsbericht enthüllt das erschreckende Ausmaß digitaler Kriminalität: Online-Betrug hat sich zu einer hochprofessionellen, industriellen Schattenwirtschaft entwickelt, die jährlich Schäden in Billionenhöhe verursacht.

Der Bitdefender Global Scam Intelligence Report 2026, veröffentlicht am heutigen Dienstag, zeigt: Allein im Jahr 2025 überstiegen die weltweiten Verluste durch Betrugsmaschen die Marke von 442 Milliarden Euro. Die Analyse des Cybersecurity-Unternehmens basiert auf einer Umfrage unter 7.000 Verbrauchern und der technischen Auswertung von Milliarden von Datenpunkten.

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Jeder Siebte wurde Opfer – Junge Menschen besonders gefährdet

Die Zahlen sind alarmierend: 14 Prozent der Befragten – etwa jeder Siebte – fiel innerhalb des letzten Jahres auf eine Betrugsmasche herein. Besonders betroffen sind die USA mit 17 Prozent, gefolgt von Großbritannien und Australien mit jeweils 16 Prozent.

Überraschend ist der Generationenunterschied: Jüngere Verbraucher sind doppelt so häufig betroffen wie ältere. Während 20 Prozent der unter 30-Jährigen einen Betrugsversuch meldeten, waren es bei den über 60-Jährigen nur 9,7 Prozent. Ciprian Istrate, Senior Vice President bei Bitdefender, warnt: „Diese Betrugsmaschen führen oft zu Identitätsdiebstahl, erheblichen finanziellen Verlusten und schwerwiegenden Verletzungen der Privatsphäre."

Soziale Medien ĂĽberholen E-Mail als Einfallstor

Die Angreifer haben ihre Taktik grundlegend geändert. Soziale Medien haben E-Mail als primären Zugangsweg abgelöst. Kriminelle setzen zunehmend auf „Malvertising" – bösartige Werbekampagnen – auf Plattformen wie Meta, Google und YouTube.

Die technische Analyse des Sicherheitsunternehmens ist beeindruckend: 2,8 Billionen URLs wurden gescannt, 10 Milliarden Phishing-Links blockiert. Die Verteilung der Angriffsarten zeigt ein klares Bild:
- Phishing bleibt mit 24,5 Prozent die dominante Kategorie
- Finanzbetrug macht 10,7 Prozent aus
- Fake-Shops sind für 9,3 Prozent der Vorfälle verantwortlich

Besonders dreist: Die Analyse von 1,4 Milliarden SMS ergab, dass jede 20. Nachricht betrügerisch war. Bei Telefonanrufen lag die Quote sogar bei einem von sechs Anrufen – von 150 Millionen untersuchten Anrufen waren 23 Millionen unerwünscht oder betrügerisch.

KI und Deepfakes: Die neue Waffe der BetrĂĽger

Die Kriminellen rüsten technologisch auf. Generative KI und Deepfake-Technologie werden eingesetzt, um die Glaubwürdigkeit von Betrugsmaschen zu erhöhen. Die Täter nutzen gezielt aktuelle Nachrichtenereignisse aus – der Bericht nennt gefälschte Inhalte über den Profifußballer Diogo Jota sowie falsche Todesmeldungen über Papst Franziskus.

Die Dimension des Problems zeigt sich auch in anderen Branchenmeldungen: Der Zahlungsdienstleister Visa hat seit 2024 Betrugsversuche in Höhe von über einer Milliarde Euro vereitelt. Finanzinstitute wie die JPMorgan Chase setzen unter dem Projektnamen „Glasswing" bereits KI-Modelle von Anthropic ein, um den Betrugswellen entgegenzuwirken.

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Parallel-Entwicklungen: Staatliche Akteure und Plattform-Sicherheit

Der Bericht erscheint in einer Woche voller Sicherheitsmeldungen. Erst gestern gab WhatsApp bekannt, dass es Spear-Phishing-Kampagnen der NSO Group unterbunden habe. Die Angreifer versuchten, Nutzer auf externe Schadseiten zu locken.

Gleichzeitig warnten die Five-Eyes-Nachrichtendienste vor chinesischen Akteuren, die sich auf LinkedIn, Indeed und Upwork als Personalvermittler ausgeben. Zielgruppe: Militärangehörige, Journalisten und Sicherheitspersonal mit Zugang zu Geheiminformationen.

Ein lokaler Fall aus Delhi zeigt die konkrete Gefahr: Die Polizei verhaftete einen 30-Jährigen, der sich als Jobvermittler ausgab und mit KI explizite Bilder einer Studentin erstellte, um sie zu erpressen.

Die Botschaft des Berichts ist eindeutig: Online-Betrug ist kein Kavaliersdelikt mehr, sondern eine organisierte Industrie – und die Täter werden immer professioneller.

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