Onlinebanking-Betrug: KI-Stimmen und Videos täuschen Bankkunden
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 08:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Verbraucherschützer schlagen Alarm: Kriminelle setzen beim Onlinebanking vermehrt auf technisch ausgefeilte Täuschungen. Ein deutscher Verbraucherschutzverband warnt vor Betrugsversuchen, bei denen Täter künstliche Intelligenz nutzen, um Stimmen und Videos von Bankmitarbeitenden detailgetreu nachzubilden.
Angesichts dieser Entwicklung fordern die Experten robuste Authentifizierungsverfahren sowie eine intensivierte Aufklärung der Bankkunden, um finanzielle Schäden abzuwenden.
Die Maschen fügen sich in eine Serie aktueller Angriffe auf Finanzdaten ein. Am 7. Oktober 2026 wies die Verbraucherzentrale auf Phishing-Mails im Namen der Sparkasse hin. Darin forderten Kriminelle unter dem Betreff „Ankündigung: Überprüfung Ihrer Daten ist erforderlich – Bitte jetzt durchführen“, ergänzt um eine beliebige sechsstellige Vorgangsnummer, eine Datenaktualisierung an.
Ein integrierter Button leitete Empfänger auf eine manipulierte Internetseite, die vertrauliche Bankdaten abfing. Um Druck aufzubauen, setzten die Absender eine Frist von 48 Stunden und drohten mit Kontoeinschränkungen.
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Erfundene Gebührenerstattungen und Kontosperren
Zusätzlich warnt die Verbraucherzentrale Brandenburg vor betrügerischen Schreiben an Sparkassen-Kunden, in denen eine angebliche Rückerstattung von Kontoführungsgebühren in Höhe von 106,99 Euro versprochen wird. Die Bestätigung solle innerhalb von 24 Stunden über einen mitgesendeten Link erfolgen.
Nach Angaben der Verbraucherschützer zielt dieser Verweis direkt auf Online-Banking-Zugangsdaten sowie Karteninformationen ab. Die Institute stellen jedoch klar, dass sie vertrauliche Zugangsdaten grundsätzlich weder per E-Mail noch über SMS oder Telefon abfragen.
Auch Kundinnen und Kunden anderer Bezahldienste geraten ins Visier: Verbraucherschützer warnen parallel vor E-Mails an PayPal-Nutzer, die eine vorgeblich obligatorische Sicherheitsüberprüfung und SMS-Verifikation verlangen.
Unter Androhung von Kontoeinschränkungen wird eine Frist von 24 Stunden gesetzt, um auf die Schaltfläche „Jetzt aktivieren“ zu klicken. Auch hier führt der Pfad zu gefälschten Seiten, die Zugangsdaten und Transaktionscodes abgreifen.
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KI-gestützte Angriffe nehmen spürbar zu
Dass künstliche Intelligenz bei Cyberangriffen und Finanzdelikten eine wachsende Rolle spielt, belegen auch Aufsichtsbehörden und Branchenstudien. Die österreichische Finanzmarktaufsicht warnt vor Anlagebetrug über Messenger-Dienste wie WhatsApp und Telegram, bei dem Täter KI-generierte Bilder, Stimmen und Videos einsetzen. Bei der Behörde gingen im Jahr 2025 insgesamt 843 Meldungen zu Anlagebetrug ein, die einen Schaden von 20 Millionen Euro verursachten.
In Deutschland ergab eine Studie des TÜV-Verbands und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik auf Basis einer Forsa-Befragung von 505 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden zwischen dem 22. Juni und dem 31. Juli 2026, dass 17 Prozent der befragten Betriebe in den vorangegangenen zwölf Monaten einen bestätigten oder vermuteten Vorfall mit KI-Bezug verzeichneten.
Unter den betroffenen Firmen nannten 90 Prozent KI-Phishing-Mails und 11 Prozent Deepfakes. Eine Untersuchung von G DATA CyberDefense, Statista und brand eins unter mehr als 5.000 Beschäftigten ergab zudem, dass 38 Prozent der deutschen Arbeitnehmer eine KI-Unterstützung bei Cyberattacken vermuten.
Verbraucherschützer raten Empfängern verdächtiger Nachrichten, Links grundsätzlich nicht zu öffnen und Benachrichtigungen ausschließlich in den offiziellen Banking-Apps oder Webportalen der Anbieter gegenzuprüfen. Wurden sensible Daten bereits eingegeben, sollte das betroffene Kreditinstitut umgehend informiert und Bankkarten über die Sperr-Notrufnummer 116 116 gesperrt werden.
