OpenAI: 1,2-Billionen-Bewertung trotz 278 Mrd. Cashflow-Defizit
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 08:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-amerikanische KI-Entwickler OpenAI steht offenbar vor einer neuen Finanzierungsrunde, die das Unternehmen mit rund 1,2 Billionen US-Dollar bewerten könnte. Während die Gespräche mit Investoren über diese Rekordsumme laufen, verdeutlichen interne Prognosen den enormen Kapitalbedarf des Konzerns.
Trotz massiver Umsatzsteigerungen rechnet das Management bis zum Ende des Jahrzehnts mit einem kumulierten negativen freien Cashflow in dreistelliger Milliardenhöhe.
Ambitionierte Umsatzziele und hohe Infrastrukturkosten
Interne Prognosen, über die unter anderem die Financial Times berichtete, zeichnen ein Bild von extremem Wachstum bei gleichzeitigem massivem Ressourcenverbrauch. OpenAI strebt demnach an, den Jahresumsatz von voraussichtlich 36 Mrd. US-Dollar im Jahr 2026 auf 350 Mrd. US-Dollar im Jahr 2030 zu steigern. Über diesen Zeitraum hinweg wird ein kumulierter Umsatz von rund 840 Mrd. US-Dollar erwartet.
Diesen Einnahmen stehen jedoch gewaltige Ausgaben gegenüber. Für den Ausbau der Rechenkapazitäten und die notwendige Infrastruktur kalkuliert das Unternehmen bis zum Jahr 2030 mit Kosten in Höhe von 856 Mrd. US-Dollar.
In der Folge wird für den Zeitraum von 2026 bis 2030 ein negativer freier Cashflow von insgesamt 278 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Diese Zahl stellt bereits eine Korrektur gegenüber einer Schätzung vom Mai dar, in der noch von einem Defizit in Höhe von 305 Mrd. US-Dollar ausgegangen worden war.
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Das operative Geschäft zeigte zuletzt eine deutliche Dynamik. Der annualisierte Umsatz lag im August bei über 40 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 20 Prozent entspricht. Dieser Anstieg wird primär auf die Einführung des Modells GPT-5.6 zurückgeführt. Im zweiten Quartal belief sich der Umsatz auf 6,7 Mrd. US-Dollar, nach 5,7 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal.
Kapitalbedarf und Investorengespräche
Die finanzielle Ausstattung des Unternehmens bleibt trotz früherer Erfolge ein zentrales Thema. Eine im März abgeschlossene Finanzierungsrunde brachte OpenAI 122 Mrd. US-Dollar ein, bei einer damaligen Bewertung von 852 Mrd. US-Dollar. Laut aktuellen Präsentationen wird dieses Kapital jedoch voraussichtlich bis zum Jahr 2028 aufgebraucht sein.
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In den derzeitigen Verhandlungen signalisieren Investoren eine Bewertung von rund 1,2 Billionen US-Dollar. Berichte legen nahe, dass unter bestimmten Marktbedingungen sogar eine Bewertung von bis zu 1,5 Billionen US-Dollar im Bereich des Möglichen liege.
Formale Gespräche über die neue Finanzierungsrunde haben nach derzeitigem Stand jedoch noch nicht offiziell begonnen. Es wird darauf hingewiesen, dass die vorliegenden Berichte über die Finanzplanung teilweise noch nicht von unabhängiger Seite verifiziert werden konnten.
Verschiebung der Börsenpläne
Obwohl OpenAI bereits im Juni eine entsprechende Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC vorgenommen hatte, wurde ein möglicher Börsengang (IPO) vorerst vertagt. CEO Altman stellte klar, dass das Jahr 2026 nicht für einen Börsengang vorgesehen sei.
CFO Friar konkretisierte die Planungen dahingehend, dass man nun das Jahr 2027 als Zielmarke für das IPO ins Auge fasse. Damit bleibt das Unternehmen vorerst auf privates Beteiligungskapital angewiesen, um die hohen Investitionen in Hardware und Modellentwicklung zu decken.
