OpenAI baut Mega-Rechenzentrum: 20 Milliarden Euro in Georgia
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 16:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern OpenAI baut sein erstes eigenes Rechenzentrum – und das hat es in sich. Mit einer Investition von umgerechnet rund 20 Milliarden Euro entsteht im US-Bundesstaat Georgia einer der größten Rechenzentrums-Campusse der Welt. Das Projekt mit dem Codenamen „Project Camellia“ ist Teil einer aggressiven Infrastrukturoffensive: Bis 2030 hat OpenAI seine geplanten Ausgaben auf umgerechnet rund 750 Milliarden Euro hochgeschraubt – ein Anstieg um 25 Prozent.
Gigantischer Energiehunger
Der Campus im Savannah Gateway Industrial Hub wird eine Fläche von rund 570 Hektar bedecken. Die Dimensionen sind atemberaubend: 3,2 Gigawatt Strom wird die Anlage auf dem Höhepunkt benötigen – das entspricht in etwa der Leistung mehrerer großer Kernkraftwerke. Zum Vergleich: Das entspricht fast der gesamten Stromerzeugungskapazität eines mittelgroßen deutschen Bundeslandes.
Um diesen Bedarf zu decken, hat OpenAI einen 25-Jahres-Vertrag mit Georgia Power, einer Tochter des Energiekonzerns Southern Co., abgeschlossen. Die Stromversorgung soll schrittweise zwischen 2028 und 2032 hochgefahren werden. OpenAI übernimmt sämtliche Kosten für die notwendige Infrastruktur. Ein besonderer Clou: Der Konzern stellt dem Netzbetreiber 1.000 Megawatt flexible Last zur Verfügung. Das bedeutet, Georgia Power kann den Stromverbrauch des Rechenzentrums bei Netzengpässen drosseln – eine Art „Notbremse“ für das Stromnetz.
Der Energiemix setzt sich aus Erdgas, Solarenergie und Batteriespeichern zusammen.
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Jobs und Steuererleichterungen
Die wirtschaftlichen Effekte für die Region sind gewaltig. Zunächst entstehen 400 feste Arbeitsplätze, bis 2032 könnte die Zahl auf 1.000 Stellen steigen. Hinzu kommen tausende Jobs während der Bauphase.
Doch der Preis für diese Ansiedlung ist hoch: Die lokalen Behörden haben OpenAI eine 50-prozentige Grundsteuerermäßigung für 15 Jahre gewährt. Im Rahmen einer begleitenden Initiative namens „Project Zero“ wird sogar geprüft, ob ab 2027 die Grundsteuern für private Haushalte komplett abgeschafft werden können.
Umwelt und Gemeinwohl
OpenAI verspricht, das Mega-Projekt mit ökologischem Bewusstsein zu verbinden. Das Kühlsystem arbeitet mit einem geschlossenen Wasserkreislauf, der den Verbrauch minimiert. Ein 80 Millionen Euro schwerer Gemeinschaftsfonds soll der Region zugutekommen. Zusätzlich stellt der Konzern 71 Millionen Euro in Codex-Guthaben für Bildungszwecke zur Verfügung – Studierende können damit KI-Tools nutzen.
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Eine öffentliche Anhörung zum Projekt ist für den heutigen Donnerstag, den 23. Juli 2026, angesetzt. Die Bürger der Region können dann ihre Fragen und Bedenken vorbringen.
Signal für die Branche
Mit „Project Camellia“ schlägt OpenAI einen neuen Weg ein: Statt weiterhin auf gemietete Rechenzentren zu setzen, baut der Konzern nun eigene Infrastruktur – und das in einem Maßstab, der selbst für die Tech-Branche außergewöhnlich ist. Für europäische Beobachter stellt sich die Frage, ob und wann vergleichbare Projekte in der EU Realität werden könnten. Bislang hinken deutsche und europäische Rechenzentrums-Investitionen den US-Größenordnungen deutlich hinterher.
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