OpenAI bietet USA 5% Anteil an: 42,6 Milliarden Euro
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 06:57 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die scheidende Regierung von Donald Trump hat die Schaffung einer zentralen Zulassungsbehörde für KI-Modelle offiziell abgelehnt. Stattdessen setzt Washington auf freiwillige Sicherheitsmaßnahmen – und hofft so, den Vorsprung vor China zu wahren.
Keine „FDA für KI"
In einem Interview am 3. Juli 2026 stellte der scheidende KI-Berater des Weißen Hauses, Sriram Krishnan, klar: Eine Behörde, die ähnlich wie die US-Arzneimittelaufsicht FDA neue KI-Modelle vor der Veröffentlichung genehmigen müsste, werde es nicht geben. Ein solches System würde „belastende Vorschriften" schaffen und amerikanische Unternehmen im globalen Wettbewerb ausbremsen.
Krishnan kritisierte zugleich die Branche selbst: Die bisherige Kommunikation der KI-Entwickler sei unzureichend gewesen. Eine zu starke Fokussierung auf dystopische Risiken habe die öffentliche Verunsicherung noch verstärkt.
Freiwillige Kontrollen statt Zwang
Statt eines strengen Lizenzsystems setzt die Regierung nun auf freiwillige Aufsicht. Dieser Kurswechsel kommt nicht von ungefähr: Allein im ersten Quartal 2026 wurden mindestens 75 Rechenzentrums-Projekte durch lokalen Widerstand gestoppt. Die Standortfragen für KI-Infrastruktur werden zunehmend zum politischen Sprengstoff.
Während die USA auf Deregulierung setzen, gelten in Europa bereits klare Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
OpenAI bietet Staat Anteile an
Parallel zu den regulatorischen Diskussionen sorgt ein Vorstoß von OpenAI für Aufsehen. Wie aus Berichten vom 5. Juli 2026 hervorgeht, hat CEO Sam Altman der US-Regierung einen Anteil von fünf Prozent an seinem Unternehmen angeboten. Ziel sei es, die Vorteile der KI breiter zu verteilen und politischen Druck abzumildern – insbesondere mit Blick auf einen möglichen Börsengang.
Der Wert dieses Anteils wäre enorm: Bei einer aktuellen Bewertung von rund 852 Milliarden Dollar entspräche dies etwa 42,6 Milliarden Euro. Altman schwebt vor, dass auch andere große KI-Labore wie Google, Meta und Anthropic ähnliche Beteiligungen anbieten. Die Anteile könnten in einem öffentlichen Investmentfonds verwaltet werden – ähnlich dem Modell des Alaska Permanent Fund.
Kritiker warnen jedoch vor Interessenkonflikten: Eine derart enge finanzielle Verflechtung könnte die unabhängige Kontrolle des Staates über die KI-Branche schwächen.
Exportkontrollen für Anthropic aufgehoben
Die neue Linie der Regierung zeigt sich auch im Fall Anthropic. Am 5. Juli 2026 hob das US-Handelsministerium die Exportbeschränkungen für die KI-Modelle Claude Fable 5 und Mythos 5 des Unternehmens auf. Die Kontrollen waren seit dem 12. Juni in Kraft, nachdem die Regierung Sicherheitsbedenken wegen sogenannter „Jailbreak"-Schwachstellen geäußert hatte.
Compliance-Experten warnen davor, die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Einsatz von KI-Systemen zu ignorieren. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act inklusive aller relevanten Übergangsfristen. Kostenlosen KI-Leitfaden jetzt herunterladen
Handelsminister Howard Lutnick bestätigte die Aufhebung nach einer gemeinsamen Sicherheitsüberprüfung. Während das Fable-5-Modell wieder frei zugänglich ist, bleibt Mythos 5 auf geprüfte Organisationen in den USA beschränkt. Anthropic, das vertraulich einen Börsengang mit einer angestrebten Bewertung von bis zu 1,8 Billionen Dollar vorbereitet, hat neue Schutzmaßnahmen implementiert.
Neue Exekutivanordnung in Vorbereitung
Das Weiße Haus arbeitet derzeit an einer Exekutivanordnung zu KI-Sicherheit und Cybersicherheit. Der Entwurf führt eine neue Kategorie für „abgedeckte Frontier-Modelle" ein, die mehreren Regierungsprüfungen unterliegen sollen. Erwartet wird ein freiwilliger Rahmen: Entwickler sollen ihre Modelle mindestens 90 Tage vor der Veröffentlichung der Regierung für Cybersicherheitstests zur Verfügung stellen.
Dieser Ansatz zeigt bereits Wirkung: OpenAI verzögerte auf Wunsch der Regierung die Veröffentlichung seines GPT-5.6-Modells, während Anthropic drei Wochen Exportbeschränkungen überstehen musste. Trotz dieser Eingriffe betont die Administration, dass das Hauptziel ein schneller Innovationszyklus sei – um die amerikanische Führungsrolle in der KI-Branche zu sichern.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
