OpenAI: ChatGPT erhält 1-Million-Token-Fenster und 14x schnelleren Modus
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 16:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Entwickler OpenAI hat Dali Rajic zum neuen Chief Revenue Officer (CRO) ernannt. Rajic übernimmt die Leitung der globalen Vertriebsorganisation und tritt damit die Nachfolge von Denise Dresser an, die das Unternehmen nach rund acht Monaten verlässt. Dieser Wechsel erfolgt in einer Phase, in der OpenAI verstärkt auf das Enterprise-Geschäft setzt und weitreichende personelle sowie technologische Anpassungen vornimmt.
Dali Rajic wechselt von der Cybersecurity-Plattform Wiz zu OpenAI, wo er zuletzt als President und COO tätig war. Während seiner Zeit bei Wiz wurde das Unternehmen von Google für 32 Mrd. USD übernommen.
Rajic verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Skalierung von Geschäftsmodellen für Unternehmenskunden, was für die aktuelle Strategie von OpenAI eine zentrale Rolle spielt. Seine Vorgängerin Denise Dresser, die das Amt erst im Dezember 2025 übernommen hatte, wird dem Unternehmen während einer Übergangsphase erhalten bleiben.
Umbruch in der Führungsebene und Börsenpläne
Die Ernennung von Rajic ist Teil einer größeren Fluktuation in der Führungsebene des San Francisco ansässigen Unternehmens. Seit Beginn des Jahres 2026 haben mindestens 12 Führungskräfte OpenAI verlassen, darunter namhafte Persönlichkeiten wie COO Brad Lightcap, der nach acht Jahren ausscheidet, sowie Fidji Simo und Kevin Weil.
Inmitten dieser personellen Veränderungen übernimmt Mitgründer Greg Brockman Berichten zufolge mehr Verantwortung im operativen Tagesgeschäft und befindet sich in einer Phase, die intern als Modus für Gründer beschrieben wird.
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Trotz der personellen Unruhe verzeichnet OpenAI ein starkes finanzielles Wachstum. Der Jahresumsatz liegt mittlerweile bei über 40 Mrd. USD, wobei das Geschäft mit Unternehmenskunden (Enterprise) inzwischen den Bereich der Endverbraucher überholt hat. Analysten beobachten die Entwicklung jedoch mit gemischten Gefühlen.
Während die Vorbereitungen für einen Börsengang (IPO) laufen – entsprechende Unterlagen wurden bereits im Juni eingereicht –, bezeichnen Marktbeobachter die aktuelle Bewertung von 852 Mrd. USD teilweise als riskant. Die Wahrscheinlichkeit für einen Börsengang noch vor Ende des Jahres 2026 wird von Branchenexperten derzeit auf rund 20,5 % geschätzt.
Technologische Expansion und neue Funktionen
Parallel zur personellen Neuaufstellung treibt OpenAI die technologische Entwicklung voran. Das Unternehmen erweitert das Kontextfenster von GPT-5.6 Sol in Codex für Abonnenten von ChatGPT auf eine Million Token. Diese Funktion, die zuvor nur über die Programmierschnittstelle (API) verfügbar war, erlaubt es Plus- und Pro-Nutzern nun, manuell Kapazitäten von bis zu 1,05 Mio. Token zu aktivieren.
Zudem wurde ein neuer „Ultrafast-Modus“ für GPT-5.6 Sol vorgestellt, der auf Hardware von Cerebras basiert. Dieser Modus soll eine bis zu 14-mal höhere Geschwindigkeit im Vergleich zum Standard erreichen und bis zu 750 Output-Token pro Sekunde liefern. Für die Desktop-App auf macOS führt OpenAI zudem die Funktion „Computer History“ ein.
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Diese Opt-in-Funktion zeichnet Klicks und Tastatureingaben lokal als Klartext-Markdown auf, um eine Zeitleiste für ChatGPT und Codex zu erstellen. Aufgrund regulatorischer Anforderungen ist dieses Feature vorerst nicht im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich verfügbar.
Ausbau von Partnerschaften
Um die Marktposition im B2B-Bereich weiter zu festigen, intensiviert OpenAI die Zusammenarbeit mit etablierten IT-Dienstleistern. IBM wurde in den Status eines Elite-Partners erhoben und integriert künftig GPT-5.6, Codex und ChatGPT Work in seine Beratungsplattform.
Der Fokus liegt hierbei auf Branchen wie Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und dem öffentlichen Sektor. Auch im Tourismussektor gewinnt die Technologie an Einfluss: Die Radisson Hotel Group hat in Zusammenarbeit mit Accenture eine eigene ChatGPT-App gestartet, die eine KI-gestützte Hotelsuche für über 1.000 Standorte weltweit ermöglicht.
