OpenAI-Chip Jalapeño: Angriff auf Nvidias 90-Prozent-Monopol
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 22:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen hat seinen ersten maßgeschneiderten KI-Chip namens „Jalapeño“ vorgestellt – entwickelt gemeinsam mit dem Chip-Spezialisten Broadcom. Das Ziel: weniger abhängig von Nvidia zu werden, das aktuell rund 90 Prozent des KI-Prozessormarktes kontrolliert.
Partnerschaft mit Broadcom als strategischer Hebel
Der „Jalapeño“-Chip bildet das Herzstück von OpenAIs Hardware-Strategie. Als Designpartner fungierte Broadcom, das unter anderem eine milliardenschwere Partnerschaft mit Apple unterhält – der Vertrag hat ein Volumen von über 30 Milliarden Euro. Die Entwicklung eigener Chips ist Teil eines größeren Trends: Die großen Hyperscaler investieren massiv in KI-Infrastruktur. Allein für 2026 planen Google, Amazon, Microsoft und Meta gemeinsame Ausgaben von umgerechnet rund 700 Milliarden Euro. Mit eigener Silizium-Entwicklung wollen die Konzerne die Leistung für ihre spezifischen Sprachmodelle optimieren und gleichzeitig die hohen Kosten externer Zulieferer senken.
Wettbewerb um maßgeschneiderte Chips verschärft sich
OpenAI ist nicht der erste Tech-Konzern, der auf Eigenentwicklungen setzt. Bereits Anfang 2026 brachte Microsoft den Maia 200 auf den Markt – mit der Behauptung, die dreifache Leistung früherer Branchenstandards zu erreichen. Meta zog im März mit der MTIA-300-500-Familie nach und kündigte an, alle sechs Monate neue Versionen vorlegen zu wollen. Google wiederum stellte im April seine achte Tensor Processing Unit (TPU) vor. Gerüchten zufolge arbeitet der Konzern zudem an einem Chip namens „Frozen v2“, der für die Gemini-Architektur optimiert sein soll und 2028 erscheinen könnte.
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Amazon produziert bereits seit 2018 seine Inferentia- und Trainium-Chips und hat damit mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz erzielt. OpenAIs „Jalapeño“ stellt nun einen weiteren prominenten Angriff auf den Markt für kundenspezifische Prozessoren dar.
Rechtsstreit mit Apple überschattet Chip-Einführung
Die Vorstellung des neuen Chips fällt in eine Zeit wachsender juristischer Spannungen zwischen OpenAI und Apple. Mitte Juli 2026 reichte Apple eine 41-seitige Klage ein. Der Vorwurf: OpenAI habe Geschäftsgeheimnisse gestohlen, um die eigene Hardware-Entwicklung zu beschleunigen.
Die Klage nennt namentlich Tang Yew Tan, einen früheren Apple-Vizepräsidenten, der heute OpenAIs Hardware-Abteilung leitet. Auch andere ehemalige Apple-Mitarbeiter werden ins Visier genommen. Apple wirft ihnen vor, vertrauliche Informationen über interne Netzwerke und Fertigungsprozesse genutzt zu haben.
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Der Rechtsstreit kommt nicht überraschend: OpenAI hatte seine Hardware-Kapazitäten in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut – unter anderem durch die 6,5 Milliarden Euro schwere Übernahme des Unternehmens io Products im Mai 2025. Apple beantragt nun eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung von OpenAIs geplantem KI-Smartphone, das für Ende 2026 erwartet wird.
Trotz der juristischen Turbulenzen setzt OpenAI seinen Expansionskurs fort. Das Unternehmen hat kürzlich einen vertraulichen Börsengang beantragt, der zwischen 2026 und 2027 erwartet wird.
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