OpenAI Codex: Sicherheitsforscher brechen Sandbox aus
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 16:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforschern ist es gelungen, aus der Sandbox-Umgebung von OpenAI Codex auszubrechen und unbefugte Befehle direkt auf dem zugrundeliegenden Host-System auszuführen. Über die erfolgreiche Umgehung der Schutzmechanismen berichtete das IT-Sicherheitsportal bleepingcomputer.com am 20. September 2026. Die Schwachstellen ermöglichten es, die vorgesehene Isolation der KI-gestützten Entwicklungsumgebung vollständig zu durchbrechen.
Zwei Angriffswege zur Umgehung der Isolation
Dem Bericht zufolge hatten Sicherheitsforscher dem Unternehmen die beiden Ausbruchswege aus der Sandbox am 12. August 2026 gemeldet. Beide Methoden setzten an unterschiedlichen Komponenten der Laufzeitumgebung an, um die Barrieren zwischen der kontrollierten Ausführung und dem Betriebssystem des Rechners zu überwinden.
Die erste Schwachstelle wurde unter dem Namen Heapjack dokumentiert. Dieser Angriffsvektor erlaubte eine Remotecodeausführung direkt aus einem reinen Nur-Lese-Modus heraus. Bemerkenswert an diesem Szenario war der Umstand, dass für das Auslösen der Codeausführung keine gesonderte Eingabeaufforderung durch einen Nutzer erforderlich war.
Der zweite gemeldete Pfad trug die Bezeichnung Overpatch. Bei diesem Angriff gelang es den Forschern, über den Befehl apply_patch unberechtigte Schreibzugriffe außerhalb der isolierten Umgebung zu erlangen. Durch das Ausnutzen dieser Schnittstelle konnten Änderungen vorgenommen werden, die innerhalb der restriktiven Sandbox eigentlich unterbunden werden sollten.
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Behebung innerhalb von acht Tagen
Auf die Meldungen der Forscher reagierte der Entwickler zeitnah. Laut Oren Yomtov von Accomplish AI behob OpenAI beide Schwachstellen am 20. August 2026. Damit erfolgte die Schließung der beiden Sicherheitslücken innerhalb von acht Tagen nach dem Eingang der entsprechenden Hinweise.
Um die Ausbrüche auf Anwenderseite dauerhaft abzuwehren, wurden aktualisierte Programmversionen bereitgestellt. Die entsprechenden Sicherheitskorrekturen flossen direkt in die Software ein: OpenAI schloss die Sicherheitslücken mit den Aktualisierungen Codex Desktop 26.818.21641 sowie Codex CLI 0.149.0.
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Sandbox-Systeme spielen bei KI-gestützten Programmierwerkzeugen eine zentrale Rolle. Da solche Assistenten automatisiert Code generieren, analysieren und lokal ausführen, soll die Isolation verhindern, dass bösartige oder manipulierte Anweisungen Schaden an der Infrastruktur oder den Benutzerdaten auf dem Wirtssystem anrichten.
Werden diese Barrieren umgangen, besteht das Risiko, dass Angreifer beliebige Systembefehle mit den Rechten der ausführenden Anwendung absetzen können. Durch die Veröffentlichung der Patches für die Desktop-Anwendung sowie die Kommandozeilen-Schnittstelle wurden die Einfallstore geschlossen.
Mehr zum Thema bei BleepingComputer: „Researchers escape OpenAI Codex sandbox to run commands on host“
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von BleepingComputer.
