OpenAI öffnet Werbeplattform für alle US-Unternehmen
10.05.2026 - 09:20:12 | boerse-global.deOpenAI hat sein Werbegeschäft für alle Unternehmen in den USA geöffnet. Die bisherige Mindestausgabe von 50.000 Dollar entfällt, wie das Unternehmen Anfang der Woche bekannt gab. Stattdessen können nun auch kleine und mittlere Betriebe über einen Self-Service-Manager eigene Kampagnen schalten. Das Ziel: ChatGPT als zentrales Werkzeug zur Kundenakquise etablieren.
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Neue Preismodelle für mehr Flexibilität
Der neue Ads Manager erlaubt es Werbetreibenden, Budgets selbst festzulegen und Ergebnisse in Echtzeit zu verfolgen. Bislang war die Plattform nur großen Marken und Agenturen vorbehalten. Ein Pilotprojekt mit ausgewählten Partnern lief seit Jahresbeginn.
Technisch setzt OpenAI nun auf ein Cost-per-Click-Modell (CPC). Statt wie bisher pro tausend Einblendungen zu zahlen, liegt der Klickpreis aktuell zwischen drei und fünf Dollar. Zum Vergleich: Das alte CPM-Modell startete bei 60 Dollar pro tausend Kontakten und fiel zuletzt auf rund 25 Dollar. Die Umstellung soll Werbetreibende stärker an den tatsächlichen Erfolg koppeln – gezahlt wird nur, wenn ein Nutzer aktiv auf eine Empfehlung klickt.
Anders als bei klassischen Suchanzeigen werden die Platzierungen nicht an Keywords, sondern an Gesprächsabsichten gekoppelt. Recherchiert ein Nutzer etwa Reiseoptionen für einen Nationalpark, könnte ihm ein Mietwagenanbieter als Sponsor vorgeschlagen werden. OpenAI betont, dass bezahlte Inhalte die organischen Antworten des KI-Modells nicht beeinflussen. Auch die Privatsphäre der Nutzer bleibe gewahrt – Werbekunden erhalten keine Einblicke in einzelne Chats.
Abschied vom reinen Abo-Modell
Der Vorstoß markiert eine strategische Kehrtwende. Noch im Mai 2024 bezeichnete CEO Sam Altman Werbung an der Harvard Business School als „letztes Mittel“ für das Geschäftsmodell. Er bevorzugte Abonnements, weil Nutzer so sicher sein könnten, dass Antworten nicht von kommerziellen Interessen beeinflusst werden.
Doch die explodierenden Kosten für KI-Modelle zwingen zu neuen Einnahmequellen. Für das laufende Jahr peilt OpenAI Werbeeinnahmen von 2,5 Milliarden Dollar an – langfristig sogar 100 Milliarden bis 2030. Gleichzeitig wächst die Nutzerbasis rasant: 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer nutzen ChatGPT Anfang 2026, mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr.
Während die Bezahlabos Plus, Team und Enterprise werbefrei bleiben, werden die Anzeigen auf der kostenlosen Stufe und dem neuen ChatGPT-Go-Tarif ausgespielt. Von den knapp einer Milliarde Nutzern zahlen nur rund drei Millionen für Business-Zugänge – der Rest nutzt die werbefinanzierte Version.
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Partnerschaften und Messtools
Um den Ansturm neuer Werbekunden zu bewältigen, hat OpenAI Kooperationen mit den großen Werbenetzwerken geschlossen. WPP, Publicis Groupe, Omnicom und Dentsu können Kampagnen für ihre Kunden buchen. Technische Integrationen mit Adobe, Criteo und StackAdapt sind bereits live – Werbetreibende verwalten ihre ChatGPT-Anzeigen künftig neben anderen Kanälen.
Eine neue Conversions-API und ein Pixel-basiertes Messsystem ermöglichen die Erfolgskontrolle. Unternehmen sehen aggregierte Leistungsdaten, erhalten aber keine Einblicke in einzelne Nutzer-Chats. Die Führung des Werbegeschäfts liegt bei Fidji Simo, ehemalige Instacart-CEO, und Asad Awan. Beide arbeiten an den Grundlagen für eine globale Expansion in den kommenden Monaten.
Wettbewerb und Risiken
Der Schritt bringt OpenAI in direkte Konkurrenz zu Google und Meta. Während Google generative KI in seine Suchergebnisse integriert, schützt es sein milliardenschweres Keyword-Geschäft. Der KI-Konkurrent Perplexity zog sich dagegen aus eigenen Werbeexperimenten zurück – aus Sorge um das Nutzervertrauen.
OpenAI setzt auf einen Mittelweg: Anzeigen bleiben klar gekennzeichnet und vom Denkprozess der KI getrennt. Analysten warnen jedoch: Sollten Nutzer den Eindruck gewinnen, dass Antworten zugunsten von Werbekunden verzerrt werden, könnte die hohe Nutzerbindung leiden.
Ein weiterer Konfliktpunkt sind Inhalte von Verlagen. Zwar kündigte OpenAI im Mai 2024 einen Media Manager an, mit dem Urheber die Nutzung ihrer Werke fürs KI-Training steuern können. Berichte von Ende 2025 und Anfang 2026 deuten jedoch darauf hin, dass das Projekt intern zurückgestuft wurde. Das sorgt für Spannungen mit Publishern, deren Inhalte nun in einer werbefinanzierten Plattform landen.
Ausblick
Mit einem möglichen Börsengang in 18 bis 24 Monaten wird die Werbesparte zum entscheidenden Bewertungsfaktor. Die annualisierten Werbeeinnahmen haben bereits die 100-Millionen-Dollar-Marke überschritten. OpenAI arbeitet an Cost-per-Action-Modellen und erweiterten Messmöglichkeiten. Die Öffnung der Self-Service-Plattform zeigt: Der KI-Pionier ist bereit, um die Werbebudgets zu kämpfen, die bisher den Tech-Giganten gehörten.
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