OpenAI: Russische „Dark Clark“-Kampagne erreicht erstmals Kategorie 5
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 23:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI hat die gezielte Störung zweier KI-gestützter Einflussoperationen aus Russland und dem Iran gemeldet. Wie das Unternehmen in einem Bericht vom 8. Oktober 2026 mit dem Titel „Disrupting AI-enabled false front operations“ darlegt, setzten die Drahtzieher auf erfundene Journalisten und eine Scheininstitution, um geopolitische Narrative zu platzieren.
Bei diesen Kampagnen kamen sogenannte False-Front-Taktiken zum Einsatz, bei denen gefälschte Identitäten vorgeschoben wurden, um den verbreiteten Inhalten den Anschein von Legitimität zu verleihen.
Russische Kampagne erreicht beispiellose Einstufung
Die russische Operation mit der Bezeichnung „Dark Clark“ erreichte auf einer sechsstufigen Bewertungsskala für Einflussoperationen die Kategorie 5. Nach Angaben von OpenAI handelt es sich um die bisher weitreichendste Operation, die das Unternehmen je gestört hat, sowie um den ersten erfassten Fall auf dieser hohen Stufe. Die Kampagne wies Verbindungen zum sogenannten Politology-Netzwerk auf und richtete sich gegen Schulen, Medien und ausländische Regierungsvertreter.
Im Zentrum der russischen Einflussnahme stand eine Tarnorganisation namens „Social Research Center“, die mit der Kunstfigur Mia Clark verknüpft war. Diese Struktur agierte als Denkfabrik in Lateinamerika und beschäftigte lokale Mitarbeiter, die laut OpenAI nicht wussten, dass sie für russische Akteure arbeiteten.
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Die Operation fabrizierte gefälschte Datenlecks sowie Audioskripte. Zudem gaben sich die Beteiligten als Pädagogen und akademische Gruppen aus. Sie nutzten schulische Mailinglisten, Gemeinschaftsveranstaltungen und kleinere lokale Medien.
Die Verbreitung der Botschaften führte dazu, dass Politiker in mehreren Ländern öffentlich darauf reagierten. Die russischen Akteure verwendeten ChatGPT überwiegend zur Erstellung interner Berichte und griffen per VPN auf die Systeme zu, da OpenAI den direkten Zugriff aus Russland blockiert.
Iranische Operation nutzte Scheinjournalisten
Parallel dazu deckte das Unternehmen die iranische Kampagne „Bogus Bylines“ auf. Diese erreichte auf der IO-Breakout-Skala der Brookings Institution, die von 1 bis 6 reicht, die Kategorie 4. Die Verantwortlichen erstellten sieben fingierte Autorenprofile unter den Namen Ervin B. Hoskins, Noah Lamington, Sophia Gonzalez, Michael Harrison, Ericka Feusier, Jenny Williams und Alice Johnson.
Über diese erfundenen Identitäten wurden Artikelentwürfe an kleine und mittlere Online-Medien herangetragen. Ergänzend dazu setzte das Netzwerk automatisierte Massenkommentare in englischer und persischer Sprache ein, um die gewünschten Botschaften im Netz zu verstärken.
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Muster bei verdeckten Publikationen
Seit Anfang 2024 hat OpenAI nach eigenen Angaben insgesamt 30 verdeckte Einflussoperationen aufgedeckt. Dabei zeigte sich eine deutliche Differenzierung in der Durchschlagskraft: Während reine Social-Media-Kampagnen auf der Wirkungsskala lediglich die Kategorien 1 bis 3 erreichte, erzielten Operationen, die auf externe Publikationen und redaktionelle Plattformen abzielten, die Kategorien 4 bis 5. Über die jüngsten Erkenntnisse und die Hintergründe der beiden Kampagnen hat OpenAI die zuständigen Behörden informiert.

