OpenAI-Skandal: Verlage fordern Sanktionen wegen Beweisvernichtung
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 10:46 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Juli vor einem Bundesgericht in Manhattan einen Antrag auf Sanktionen gegen OpenAI gestellt. Der Vorwurf: Der KI-Konzern habe Beweise vernichtet und das Gericht über seine Fähigkeiten zur Identifizierung urheberrechtlich geschützter Inhalte getäuscht. Der Fall könnte weitreichende Folgen für die gesamte KI-Branche haben – auch für Unternehmen in Europa.
Publishers werfen OpenAI Beweisvernichtung vor
Die New York Times, die Chicago Tribune und weitere Nachrichtenorganisationen reichten den Sanktionsantrag beim Southern District of New York ein. Die Kläger behaupten, OpenAI habe Milliarden von ChatGPT-Antworten gelöscht, die einer gerichtlichen Aufbewahrungsanordnung unterlagen. Zudem sollen die KI-Entwickler irreführende Angaben über ihre internen Suchwerkzeuge gemacht haben.
Ein Sachverständigengutachten vom April 2026 legt nahe, dass OpenAI bereits vor der Klage in der Lage war, seine Trainingsdaten nach bestimmten Nachrichteninhalten zu durchsuchen – eine Fähigkeit, die das Unternehmen zuvor bestritten hatte. Die Verlage fordern nun Geldstrafen und eine gerichtliche Anordnung, die OpenAI daran hindert, bestimmte reduzierte Protokolldaten in seiner Verteidigung zu verwenden.
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Sora-Skandal: Vom Opt-out zum Opt-in
Die aktuellen rechtlichen Spannungen erinnern an frühere Kontroversen um OpenAIs Videogenerierungstool Sora. Beim Start der Sora-App im Oktober 2025 setzte das Unternehmen zunächst auf eine Opt-out-Politik für die Nutzung bestimmter Persönlichkeitsrechte. Doch nachdem die Erben von Martin Luther King Jr. sich über respektlose Deepfake-Videos beschwerten, die Nutzer erstellt hatten, musste OpenAI innerhalb weniger Tage zurückrudern.
Das Unternehmen wechselte daraufhin zu einem Opt-in-Modell für historische Persönlichkeiten und führte strengere Schutzmechanismen ein. Trotz früher Popularität – eine Million Downloads in fünf Tagen – wurde die Sora-App am 24. März 2026 abrupt eingestellt. Zu Spitzenzeiten kostete die App angeblich bis zu 15 Millionen Dollar pro Tag, während sie insgesamt nur 2,1 Millionen Dollar Umsatz erzielte. Hochkarätige Partnerschaften, darunter eine im Dezember 2025 unterzeichnete Milliardenvereinbarung mit Disney, wurden angeblich ohne Zahlungsaustausch beendet.
Industrie unter Druck: Metas gescheiterter KI-Vorstoß
OpenAI ist nicht allein mit seinen Problemen. Meta startete am 7. Juli 2026 eine KI-Generierungsfunktion namens Muse Image, die auf öffentlichen Instagram-Konten basierte – ebenfalls mit einem Opt-out-System. Nach heftiger Kritik der Creative Artists Agency (CAA) und der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA stellte Meta die Funktion bereits am 10. Juli wieder ein.
Vertreter der Unterhaltungsindustrie argumentierten, dass jedes System, das die Ähnlichkeit eines Künstlers ohne ausdrückliche Zustimmung nutzt, inakzeptabel sei. Meta räumte ein, dass die Funktion die Erwartungen nicht erfüllt habe.
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OpenAI bündelt Kräfte: Atlas-Browser eingestellt
Angesichts steigender Rechts- und Betriebskosten konsolidiert OpenAI sein Produktangebot. Am 9. Juli 2026 stellte das Unternehmen seinen Atlas-Browser ein – weniger als ein Jahr nach dessen Debüt im Oktober 2025. Nutzer haben bis zum 9. August 2026 Zeit, ihre Daten zu exportieren. OpenAI hat die Browserfunktionen in seine ChatGPT Work-Plattform integriert, die auf dem GPT-5.6-Modell basiert und sich auf Unternehmensintegrationen mit Diensten wie Slack und Google Drive konzentriert.
Der Schwenk zu Unternehmenswerkzeugen erfolgt, während Wettbewerber wie Anthropic – das kürzlich einen separaten Urheberrechtsfall für 1,5 Milliarden Dollar beilegte – weiterhin Druck auf OpenAIs Marktanteil ausüben. Die New York Times hat eigenen Angaben zufolge bereits mehr als 28 Millionen Dollar für KI-bezogene Rechtsstreitigkeiten ausgegeben, während sie ihr geistiges Eigentum zu schützen versucht.
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