OpenAI-Staatsanteil, Trump

OpenAI-Staatsanteil: Trump verhandelt über 42,6 Milliarden Euro

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 05:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Sam Altman schlägt US-Regierung fünf Prozent an OpenAI vor. Modell könnte Gewinne der KI-Branche gerechter verteilen und steht vor politischen Hürden.

OpenAI-Chef Altman verhandelt über staatliche KI-Beteiligung
Silhouette einer Person mit digitalem Code-Overlay vor dem US-Kapitol, symbolisiert KI. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sam Altman verhandelt mit dem Trump-Team über eine Beteiligung des Staates am KI-Konzern – ein Modell, das die Tech-Branche grundlegend verändern könnte.

OpenAI-Chef Sam Altman hat Gespräche mit der US-Regierung über einen Staatsanteil an seinem Unternehmen aufgenommen. Die Rede ist von fünf Prozent der Anteile – ein Schritt, der die wachsende Macht der Künstlichen Intelligenz regulieren und ihre Gewinne gerechter verteilen soll. Beteiligt sind Präsident Trump sowie die Berater Howard Lutnick und Scott Bessent.

Der vorgeschlagene Anteil hat einen Wert von rund 42,6 Milliarden Euro – basierend auf einer Unternehmensbewertung von 852 Milliarden Euro aus dem März 2026. Die Idee dahinter: Der Staat hält eine bedeutende Minderheitsbeteiligung, reguliert sich so quasi selbst und mildert die öffentliche Kritik an der Konzentration von KI-Vermögen.

Ein Modell für nationale KI-Erträge

Altman schwebt ein System nach Vorbild des Alaska Permanent Fund vor – einem staatlichen Investmentfonds, der die Bürger direkt am Rohstoffreichtum des Bundesstaates beteiligt. Theoretisch könnten so die wirtschaftlichen Vorteile der KI an die Bevölkerung weitergegeben werden. Rechnet man den Wert des Anteils auf die rund 133 Millionen US-Haushalte um, entspräche das etwa 320 Euro pro Haushalt.

Das Modell soll nicht auf OpenAI beschränkt bleiben. Altman wünscht sich, dass auch andere führende KI-Labore wie Google, Meta, Anthropic und xAI ähnliche Anteile in einen öffentlichen Fonds einzahlen. Ein solches Vorhaben würde allerdings einen Beschluss des US-Kongresses erfordern – denn der Staat als Aktionär privater Technologiefirmen wäre eine grundlegende Verschiebung der amerikanischen Industriepolitik.

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Strengere Regeln für KI-Modelle

Die Gespräche über Staatsbeteiligungen fallen in eine Zeit zunehmender Spannungen zwischen Regierung und KI-Entwicklern. Am 2. Juni 2026 erließ die Administration die Executive Order 14409, die sogenannte „Covered Frontier Models" definiert. Seither müssen neue Hochleistungsmodelle vor ihrer Veröffentlichung 30 Tage lang von der Regierung geprüft werden.

Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Im Juni 2026 verschob OpenAI auf Druck der Behörden die Veröffentlichung seines Modells GPT-5.6 Sol. Derzeit ist es nur in einer eingeschränkten Vorschau für staatlich geprüfte Partner verfügbar. Auch Anthropic traf es hart: Die Modelle Fable 5 und Mythos 5 wurden im Juni für 18 Tage vom Netz genommen – wegen Exportbeschränkungen. Erst nach Zusicherung verschärfter Sicherheitskontrollen durften sie am 30. Juni 2026 wieder online gehen.

Präzedenzfall Intel – und offene Fragen

Die Idee, dem Staat Anteile an einem privaten Technologieführer zu geben, ist nicht völlig neu. Bereits früher in Trumps Amtszeit hatte die US-Regierung nach einer Investition von 8,9 Milliarden Dollar rund zehn Prozent an Intel übernommen.

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Doch der OpenAI-Vorstoß steht vor gewaltigen Hürden. Ein staatlicher Fonds, der Anteile an mehreren konkurrierenden KI-Laboren hält, wäre eine Zeitenwende. Hinzu kommt: Die Administration wägt ab zwischen freiwilligen Standards und der Notwendigkeit, im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen. Zuletzt wurden sogar einige Exportbeschränkungen gelockert, um US-Firmen mehr Spielraum zu geben.

Stand Anfang Juli 2026 sind die Gespräche noch in einer frühen Phase. Während einige Regierungsvertreter einen stärkeren staatlichen Eingriff befürworten, bleibt die formelle Einführung eines Beteiligungsmodells vom Kongress und weiteren Verhandlungen zwischen dem Weißen Haus und der Tech-Branche abhängig.

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