OpenAI und Apple: Zehntausende Macs sollen KI-Agenten trainieren
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Training moderner KI-Systeme setzt OpenAI offenbar in großem Umfang auf Hardware von Apple. Wie das US-Branchenmagazin The Information berichtet, hat das KI-Unternehmen in den vergangenen Monaten zehntausende Rechner der Modellreihen Mac mini und Mac Studio erworben. Ziel der massiven Hardware-Beschaffung sei es, sogenannte Computer-Use-Agenten mittels Bestärkendem Lernen (Reinforcement Learning) für die Bedienung von Software zu trainieren.
Dedizierte Testumgebungen für grafische Oberflächen
Die angeschafften Mac-Systeme kommen dem Bericht zufolge ohne angeschlossene Bildschirme und Tastaturen als sogenannte Headless-Systeme zum Einsatz. OpenAI nutze die Rechner als isolierte, dedizierte Umgebungen, um den autonomen Agenten reale macOS-Bedienoberflächen bereitzustellen. Auf diese Weise können die KI-Modelle lernen, herkömmliche Computerprogramme wie menschliche Nutzer über grafische Benutzeroberflächen zu steuern.
Offizielle Angaben seitens OpenAI zu den genauen Stückzahlen, der konkreten Aufteilung der Modelle oder den exakten Rechenlasten liegen bislang nicht vor. Weitergehende Erläuterungen zu den technischen Abläufen basieren vorerst auf Brancheneinschätzungen und stellen keine vom Unternehmen bestätigten Details dar.
Wer sich mit der Bedienung von Apple-Rechnern befasst, kann die eigene Effizienz durch gezielte Einstellungen erheblich steigern. Dieses kostenlose Starterpaket zeigt Ihnen, wie Sie das volle Potenzial Ihres Macs von Beginn an ausschöpfen. 5 wichtige Mac-Einstellungen jetzt entdecken
Hoher Lieferdruck vor Apples Produktankündigungen
Die Hardware-Käufe von OpenAI fanden noch vor Apples Ankündigung neuer Mac-Modelle am 25. August statt. Um die Trainingskapazitäten zügig aufzubauen, bat OpenAI den Hardware-Hersteller wiederholt um eine schnellere Auslieferung der bestellten Geräte. Laut The Information trug die starke Nachfrage von Unternehmenskunden maßgeblich dazu bei, dass Apple die Vorstellung der neuen Mac-mini- und Mac-Studio-Modelle beschleunigte.
Die gestiegene Nachfrage nach Mac-Hardware schlägt sich auch in Apples jüngsten Geschäftszahlen nieder. Im jüngsten Quartal erwirtschaftete der Konzern einen Mac-Umsatz von rund 10,4 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 29 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Apple selbst führte dieses deutliche Wachstum in seinen Veröffentlichungen jedoch nicht ausdrücklich auf Bestellungen aus dem Bereich der KI-Labore zurück.
Während KI-Systeme lernen, Oberflächen autonom zu steuern, können menschliche Nutzer durch die richtigen Tastenkombinationen täglich massiv Zeit sparen. Ein Apple-Experte hat die 19 nützlichsten Shortcuts zusammengestellt, die Ihnen das lästige Suchen in Menüs ersparen. Kostenlosen Shortcut-Ratgeber herunterladen
Anthropic wählt Cloud-Lösung, Nvidia bleibt zentral
OpenAI ist mit der Nutzung von Apple-Hardware für Trainingszwecke nicht allein. Auch der Konkurrent Anthropic verfolgt laut dem Bericht einen vergleichbaren technischen Ansatz zur Schulung von Agenten.
Allerdings setzt Anthropic im Gegensatz zu OpenAI auf eine gemietete Infrastruktur und greift über Amazon Web Services (AWS) auf Mac-mini-Kapazitäten zu. Angaben zur Anzahl der von Anthropic genutzten Einheiten und deren genauen Workloads sind nicht bekannt.
Trotz des Umfangs der Mac-Beschaffung bedeuten diese Schritte keine Abkehr von etablierter Beschleuniger-Hardware. Die Apple-Rechner ergänzen die bestehenden Rechenzentren, ersetzen jedoch nicht die großen GPU-Cluster von Nvidia, die weiterhin für das ressourcenintensive Basistraining der großen Foundation-Modelle unverzichtbar bleiben.
