OpenClaw: KI-App mit 68.000 GitHub-Stars floppt im App Store
Veröffentlicht am: 30.06.2026 um 14:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Schritt markiert einen Meilenstein fĂŒr das Open-Source-Projekt, doch die ersten Nutzer zeigen sich enttĂ€uscht.
Technisch ambitioniert, aber fehlerhaft
Die neuen Anwendungen verwandeln das Smartphone in eine Plattform fĂŒr sogenannte âagentische KI". Der digitale Assistent kann auf Wunsch tief in die Systemfunktionen des GerĂ€ts eingreifen: Kamera, Bildschirm, Standortdaten und Fotos stehen ihm offen. Auch Kontakte, Kalender und Erinnerungen lassen sich freigeben.
Das Besondere: Die Architektur setzt auf lokale Verarbeitung. Nutzer mĂŒssen die App mit einem âOpenClaw Gateway" auf ihrem Computer koppeln â per QR-Code oder Setup-Code. Ist die Verbindung hergestellt, ermöglicht die App Echtzeit-Chat, einen sprachbasierten âTalk"-Modus und die Fernfreigabe von Aktionen. Die Kontrolle ĂŒber SchlĂŒssel, Konfigurationen und Berechtigungen bleibt dabei in der Hand des Nutzers.
ErnĂŒchterung im App Store
Die Zahlen klingen beeindruckend: Ăber 68.000 Sterne auf GitHub zeugen von der PopularitĂ€t des Projekts. Doch der mobile Start fĂ€llt durchwachsen aus. Im Google Play Store bewerten Nutzer die Android-Version mit mageren 2,2 Sternen.
Die Kritikpunkte sind handfest. Der Pairing-Prozess scheitere hÀufig, berichten erste Anwender. Die Verbindung zum Gateway breche immer wieder ab. Dazu kommen eine wenig ausgereifte Optik und zahlreiche UI-Fehler, die die Bedienung erschweren.
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Sicherheitsexperten zeigen sich zudem alarmiert. Die weitreichenden Systemberechtigungen, die die App fordert, bergen Risiken. Besonders die AnfĂ€lligkeit fĂŒr sogenannte âPrompt Injection"-Angriffe gibt Anlass zur Sorge.
Vom Workaround zur offiziellen App
Die Veröffentlichung markiert einen Strategiewechsel. Bisher hatte Apple verschiedene agentische KI-Tools aus Sicherheitsbedenken blockiert. Entwickler wichen auf Umwege ĂŒber Telegram oder WhatsApp aus. Mit der offiziellen Freigabe im App Store und bei Google Play endet diese Schattenexistenz.
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Das Projekt startete ursprĂŒnglich unter dem Namen âWarelay", entwickelt von Peter Steinberger. Nachdem Steinberger Anfang des Jahres zu OpenAI wechselte, ĂŒbernahm die OpenClaw Foundation die Leitung. OpenAI selbst unterstĂŒtzt die Infrastruktur im Hintergrund.
Zwei Preismodelle
Die OpenClaw-App gibt es in zwei Versionen. Die kostenlose Variante erlaubt 20 Nachrichten pro Tag, angetrieben von Googles Gemini-Modell. Wer mehr will, zahlt 20 Euro im Monat fĂŒr unbegrenzte Nutzung ohne Tageslimit.
Der Zeitpunkt ist gut gewÀhlt: Noch am selben Tag brachte auch der Coding-Assistent Cursor eine Beta seines iOS-Ablegers auf den Markt. Der Wettbewerb um die mobile KI-Zukunft hat gerade erst begonnen.
