Schweiz, Millionen

openDesk: Schweiz investiert 11 Millionen in Microsoft-Alternative

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Schweizer Bundeskanzlei plant openDesk bis Ende 2027 fĂŒr 3.000 ArbeitsplĂ€tze. Die Armee strebt den Abschluss bereits im Oktober 2026 an.

Schweiz testet openDesk auf 3.000 BundesarbeitsplÀtzen
Ein minimalistischer Arbeitsplatz in einem Schweizer RegierungsgebĂ€ude mit Blick auf die Alpen durch ein großes Fenster. Illustration mit AI erstellt.

Die Schweizer Bundeskanzlei leitet einen strategischen Wechsel in ihrer IT-Infrastruktur ein und bereitet die EinfĂŒhrung einer Open-Source-Alternative zu etablierten US-Softwarelösungen vor.

Bis Ende 2027 soll die Plattform openDesk im Rahmen eines Pilotprojekts auf rund 3.000 ArbeitsplÀtzen implementiert werden. Dies entspricht etwa 7 % der gesamten Bundesverwaltung. Das Vorhaben ist mit einem Budget von 9 Millionen CHF veranschlagt, was etwa 11 Millionen US-Dollar entspricht.

Strategisches Pilotprojekt fĂŒr digitale SouverĂ€nitĂ€t

Das Pilotprojekt zielt darauf ab, die AbhĂ€ngigkeit von US-amerikanischen Diensten zu reduzieren und die digitale SouverĂ€nitĂ€t der Schweiz zu stĂ€rken. Die Auswahl fiel dabei auf openDesk, eine souverĂ€ne Arbeitsplatzsoftware, die vom Zentrum fĂŒr Digitale SouverĂ€nitĂ€t (ZenDiS) entwickelt wurde.

Die neue Suite soll vorerst parallel zu Microsoft 365 betrieben werden. Damit reagiert die Bundeskanzlei auf die Notwendigkeit, die ZuverlÀssigkeit der Systeme zu erhöhen und langfristig Kosten zu senken.

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Dem Vorhaben vorausgegangen war eine Machbarkeitsstudie mit der Bezeichnung BOSS, die openDesk als tragfÀhige Alternative bestÀtigte. In einer Proof-of-Concept-Phase testeten bereits 172 BeschÀftigte die Softwareumgebung.

Eine Auswertung von 73 Teilnehmern ergab eine durchschnittliche Bewertung von 5,4 von 6 möglichen Punkten. Trotz der positiven Resonanz wurden auch technische EinschrĂ€nkungen identifiziert; so seien Videokonferenzen in großem Maßstab derzeit noch nicht vollumfĂ€nglich möglich.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und breitere Anwendung

Die Migration steht im Einklang mit dem im Jahr 2024 verabschiedeten EMBAG-Gesetz. Diese gesetzliche Grundlage schreibt den Einsatz von Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung vor beziehungsweise fördert diesen massiv.

Insgesamt verfĂŒgt die Bundesverwaltung ĂŒber rund 54.000 ArbeitsplĂ€tze, wovon 47.000 auf Bundesangestellte entfallen. Das aktuelle Pilotprojekt konzentriert sich zunĂ€chst auf die genannte Gruppe von 3.000 Mitarbeitenden, um die Praxistauglichkeit unter realen Bedingungen zu prĂŒfen.

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Parallelentwicklung in der Schweizer Armee

WĂ€hrend die Bundeskanzlei den Zeitraum bis Ende 2027 fĂŒr ihr Pilotprojekt veranschlagt, verfolgt die Schweizer Armee einen beschleunigten Zeitplan. Berichten zufolge wird dort der Abschluss der Migration auf die Open-Source-Lösung bereits bis Ende Oktober 2026 angestrebt.

Diese Transition im militĂ€rischen Bereich unterstreicht die BemĂŒhungen innerhalb verschiedener staatlicher Organe, die IT-Infrastruktur grundlegend umzugestalten und sich von proprietĂ€ren Anbietern zu lösen. Die Armee plant, diesen Übergang bis zum Herbst 2026 vollstĂ€ndig abzuschließen.

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