Oracle, Cerebras

Oracle und Cerebras: KI-Inferenzdienst soll 2027 in die Cloud kommen

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die geplante OCI-Integration soll Cerebras-Beschleuniger für KI-Anwendungen bereitstellen; der Aktienkurs des Unternehmens legte nach der Meldung zu.
Moderne, weitläufige Rechenzentrumshalle mit dunklen Server-Racks in einer sterilen, industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

In Las Vegas haben Cerebras Systems und Oracle Pläne bekannt gegeben, die Hardware-Lösungen für künstliche Intelligenz von Cerebras über die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) verfügbar zu machen. Das Angebot richtet sich an KI-Labore, Unternehmen sowie Softwareentwickler und soll die Ausführung von KI-Modellen beschleunigen. Die Bereitstellung auf der Plattform ist für das Kalenderjahr 2027 vorgesehen.

Integration in bestehende Cloud-Strukturen

Das Vorhaben baut auf Oracles bestehender Cloud-Infrastruktur auf, zu der unter anderem Dedicated AI Clusters im Bereich OCI Enterprise AI gehören. Geplant ist für 2027 der Einsatz des CS-4 AI Accelerators von Cerebras, eines Rack-Systems, das auf drei Wafer Scale Engine 3 Turbo Prozessoren basiert.

Nach Angaben von Cerebras vereint die Wafer-Scale-Technologie Rechen- und Speichereinheiten auf einem einzigen Wafer-Prozessor, wodurch Datenbewegungen und die Kommunikation zwischen einzelnen Chips bei der Token-Generierung reduziert werden. Das System erreiche laut Unternehmensangaben gegenüber herkömmlichen Grafikprozessoren bis zu 30-mal mehr Tokens pro Sekunde und Nutzer.

Oracles OCI-Präsident Mahesh Thiagarajan bezeichnete die Inferenz-Technologie als extrem schnell und deterministisch und hob sie als weitere Option im Rechenportfolio des Konzerns hervor. Der Dienst wird derzeit mit dem Status einer baldigen Verfügbarkeit geführt.

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Andrew Feldman, Chief Executive Officer von Cerebras, betonte, dass eine schnellere Inferenz es künstlicher Intelligenz erlaube, mehr Arbeitsaufgaben zu bewältigen. Die Zusammenarbeit bedeute für Cerebras eine erhebliche Ausweitung der Kundenbasis und den großflächigen Einsatz der eigenen Technologie in externen Rechenzentren.

Nach Berichten von Bloomberg soll die Inbetriebnahme der Cerebras-Hardware in der ersten Hälfte des Jahres 2027 beginnen. Oracle machte Bloomberg zufolge jedoch keine Angaben zum konkreten Hardware-Volumen.

Weder ein genaues Startquartal noch der Umfang der Bereitstellung, feste Kundenverpflichtungen oder Umsatzerwartungen wurden von den Partnern öffentlich genannt. Beide Unternehmen wiesen darauf hin, dass Zeitpläne, Entwicklung und Preisgestaltung Änderungen unterliegen können und keine Lieferverpflichtung darstellen.

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Marktreaktion und finanzielle Rahmenbedingungen

Die Partnerschaft folgt auf eine im März angekündigte Kooperation von Cerebras mit Amazon Web Services, in deren Rahmen im ersten Quartal 2027 eine Inferenz lösung für Amazon Bedrock erwartet wird. Laut Bloomberg gehen Branchenanalysten davon aus, dass Cerebras seinen Umsatz im kommenden Jahr auf fast 3 Milliarden US-Dollar verdreifachen könnte, nachdem dieser im laufenden Jahr noch bei unter einer Milliarde US-Dollar lag.

An den Finanzmärkten sorgte die Ankündigung für Kursgewinne: Die Aktie von Cerebras stieg nach Bekanntwerden der Nachricht um bis zu 10 Prozent. Das Papier verzeichnete schließlich einen Zuwachs von 3,09 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss und notierte bei 111,72 US-Dollar, bei einer Tagesspanne zwischen 107,40 und 112,85 US-Dollar sowie einem zwischenzeitlichen Anstieg von 4,4 Prozent innerhalb einer Minute. Die Marktkapitalisierung belief sich auf 26,54 Milliarden US-Dollar.

Oracle setzt parallel auf massive Infrastrukturinvestitionen und bekräftigte ein Capex-Ziel von rund 90 bis 95 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2027. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte der OCI-Bereich einen Umsatz von 7,4 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 121 Prozent im Jahresvergleich entspricht, während die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) bei 664 Milliarden US-Dollar lagen, ein Anstieg um 209 Milliarden US-Dollar.

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