Orforglipron: Neue GLP-1-Tablette senkt Gewicht in Studien um bis zu 11,2 Prozent
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat einen wichtigen Schritt bei der Weiterentwicklung kardiometabolischer Therapien vollzogen. In seiner Sitzung vom 12. bis 15. Oktober 2026 sprach sich der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) für die Zulassung des Präparats Foundayo aus.
Bei dem von Eli Lilly Nederland entwickelten Wirkstoff Orforglipron handelt es sich um eine täglich einzunehmende GLP-1-Tablette, die im Unterschied zu bisherigen oralen Vertretern dieser Wirkstoffklasse ohne spezifische Einschränkungen bezüglich Nahrungsaufnahme oder Einnahmezeitpunkt angewendet werden kann.
Therapeutische Indikationen und Zielgruppen
Die Zulassungsempfehlung des CHMP umfasst zwei zentrale Einsatzbereiche bei Erwachsenen ab 18 Jahren. Zum einen wird das Präparat für das Gewichtsmanagement bei Personen mit einer Adipositas ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 empfohlen sowie bei Personen mit Übergewicht bei einem BMI von 27 bis 30, sofern mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt. Zum anderen richtet sich die Empfehlung an Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, deren Blutzuckerwerte unzureichend eingestellt sind.
Studienergebnisse zu Gewichtsreduktion und Blutzuckerkontrolle
Die Entscheidung des Fachausschusses stützt sich auf umfangreiche klinische Daten des Herstellers. In den ATTAIN-Studien mit über 4.700 Erwachsenen erzielte Orforglipron nach 72 Wochen Behandlungsdauer je nach Dosis eine Gewichtsabnahme von 5 bis 11 Prozent, wobei die höchste Dosierungsstufe einen Rückgang von bis zu 11,2 Prozent erreichte. In der Vergleichsgruppe unter Placebo betrug die Reduktion 2 bis 2,5 Prozent.
Weitere Phase-III-Untersuchungen von Eli Lilly mit mehr als 3.000 Teilnehmenden zeigten unter der höchsten Dosis nach 72 Wochen einen Gewichtsverlust von 12,4 Prozent gegenüber 0,9 Prozent unter Placebo. Bei übergewichtigen Personen mit Typ-2-Diabetes lag die Gewichtsreduktion nach 40 Wochen bei 7,6 Prozent.
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Hinsichtlich der Blutzuckerkontrolle bewirkte der Wirkstoff bei 3.765 Erwachsenen eine Absenkung des Langzeitblutzuckerwerts (HbA1c) um etwa 1,2 bis 1,9 Prozentpunkte, während in den Placebogruppen Rückgänge von 0,4 bis 0,8 Prozentpunkten verzeichnet wurden. Zu den am häufigsten dokumentierten Nebenwirkungen zählten gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Regulatorischer Fahrplan und Markteinführung
Nach dem positiven Votum des CHMP steht vor der eigentlichen Markteinführung in der Europäischen Union noch die formelle Entscheidung der Europäischen Kommission aus. Im Anschluss folgen die länderspezifischen Verhandlungen über Preise und Erstattungsmodalitäten, wie sie in Italien etwa bei der Arzneimittelbehörde AIFA geführt werden.
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In Österreich und der gesamten Europäischen Union wird die Markteinführung des Präparats voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2027 erwartet. Für den US-Market beziffern sich die monatlichen Kosten auf 149 bis 299 US-Dollar.
