Osteopathie, Rückenschmerzen

Osteopathie bei Rückenschmerzen: Evidenzbericht zeigt keinen Nutzen

18.06.2026 - 19:21:47 | boerse-global.de

Ein Evidenzbericht des Medizinischen Dienstes zeigt keine Vorteile der Osteopathie bei Kreuzschmerzen. Neue Magnetpuls-Verfahren drängen auf den Markt.

Osteopathie bei Rückenschmerzen: Studie belegt keinen Nutzen
Osteopathie - Nahaufnahme des unteren Rückens eines Menschen, mit angedeuteten Therapiezielpunkten, die manuelle und technologische Behandlungen des ISG symbolisieren. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt ein aktueller Evidenzbericht des Medizinischen Dienstes. Gleichzeitig drängen neue technologische Verfahren auf den Markt.

Der IGeL-Monitor untersuchte die Wirksamkeit der Osteopathie bei Kreuzschmerzen. Das Ergebnis: In großen Studien zeigte die manuelle Therapie keine überzeugenden Vorteile gegenüber einer Scheinbehandlung. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: In Deutschland gibt es keine staatlich geregelte Ausbildung für Osteopathen. Die fehlende Standardisierung erschwert die Einordnung ins medizinische System.

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Magnetpulse gegen Blockaden

Parallel zur Kritik an manuellen Verfahren wächst das Interesse an technologischen Alternativen. Am heutigen Donnerstag wurde ein Verfahren zur magnetinduktiven Stimulation vorgestellt. Es soll speziell bei Blockaden des Iliosakralgelenks (ISG) helfen und die Körpermitte stärken.

Die Behandlung dauert 20 bis 30 Minuten. Elektromagnetische Impulse stimulieren Beckenboden und Rückenmuskulatur – nicht-invasiv und ohne Ausfallzeiten. Allerdings ist die Methode nicht für alle geeignet: Menschen mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren, Insulinpumpen oder metallischen Implantaten sind ausgeschlossen. Auch Schwangere sollten die Behandlung meiden.

Forschung für mehr Stabilität

Die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit der Körpermitte. Am 12. Juni fand an der OTH Regensburg ein Symposium zum Thema „Der Beckenboden – Evidenz, Herausforderungen, Perspektiven“ statt. Im Forschungsprojekt „3PD“ untersuchen Experten, welche Kräfte bei verschiedenen Übungen auf den Beckenboden wirken.

Ziel ist die Entwicklung digitaler Präventionslösungen. Sie sollen Fehlbelastungen frühzeitig erkennen und die Stabilität von Rücken und Becken verbessern. Auch Programme wie „Pelvic Floor Refresh“ setzen 2026 verstärkt auf elektromagnetische Kontraktionen – etwa mit dem EmSella-System gegen Harninkontinenz.

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Bewegung bleibt zentral

Trotz technischer Innovationen bleibt die Bewegungstherapie ein wichtiger Baustein. Regionale Zentren bieten spezialisierte Kurse an:

  • Yoga für Senioren: Ein Kurs in Rheine startete am 1. Juni. In Bernau ist für den 24. Juni eine Einheit „Yoga für die starke Mitte“ für Fortgeschrittene geplant.
  • Nach der Geburt: In Karben kombiniert Hebamme Sandra Mauer Rückbildungsgymnastik mit Yoga. Der Kurs „Mama Balance“ läuft seit März 2026.
  • Tanzen für den Beckenboden: Das MAWIBA-Konzept integriert Beckenbodentraining in Tanzchoreografien. Ein Termin am 24. Juni in Bernau richtet sich an Schwangere und Mütter.

Der Trend zeigt: Während traditionelle manuelle Methoden unter Rechtfertigungsdruck geraten, setzt die Medizin zunehmend auf eine Kombination aus moderner Technik und präventiver Bewegung.

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