Osteoporose, Frauen

Osteoporose bei jungen Frauen: Strenge Diäten können Knochen früh schwächen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 11:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Restriktive Ernährung, Essstörungen und Bewegungsmangel können den Knochenabbau bei jungen Frauen begünstigen; Fachleute nennen Präventionsmaßnahmen.
Ein medizinisches Gerät zur Knochendichtemessung in einem hellen, sterilen Behandlungsraum. Illustration mit AI erstellt.

Medizinische Fachberichte verdeutlichen im Umfeld des Weltosteoporosetags, dass restriktive Ernährungsformen, anhaltendes Fasten und Essstörungen zunehmend auch bei jüngeren Frauen zu verfrühter Knochenschwäche führen.

Zwar tritt die Erkrankung laut der Endokrinologin Anastasia Klimtschuk vom Medizinischen Institut Georgijewski auf der Krim in 85 Prozent der Fälle bei Frauen nach den Wechseljahren auf, doch begünstigen Mangelernährung und Bewegungsmangel auch bei jungen Menschen eine sekundäre Osteoporose. Entscheidend sei der Lebensstil in jungen Jahren, da das Skelett bis zum Alter von etwa 25 bis 30 Jahren an Festigkeit gewinne.

Mangelnde Nährstoffe und hormonelle Folgen

Ärztin Alisa Scharowa von der Pirogow-Universität verweist darauf, dass Osteoporose zunehmend in jüngeren Alterskohorten festgestellt werde. Zu den Auslösern zählten unzureichende körperliche Belastung, unausgewogene Kost, lange Phasen starker Kalorienrestriktion, zyklische Gewichtsschwankungen sowie hormonell wirksame Umweltfaktoren. Der Knochenumbau hänge maßgeblich von Geschlechtshormonen, Bewegung sowie der Versorgung mit Kalzium, Vitamin D und Eiweiß ab.

In der spanischen Provinz Malaga wird die Erkrankung nach Angaben von Dr. Tinahones aus dem Krankenhaus Virgen de la Victoria ebenfalls vermehrt bei Frauen unter 50 Jahren diagnostiziert, was vor allem auf verbesserte Screenings per Knochendichtemessung zurückzuführen sei.

Daten aus Spanien zeigen, dass bei jungen Frauen vor allem Essstörungen, strenge Diäten, das Ausbleiben der Menstruation sowie eine vorzeitige Menopause sekundären Knochenschwund auslösen können.

Eine frühe Menopause beschleunige den Verlust so stark, dass eine 40-jährige Frau die Knochendichte einer 55-Jährigen aufweisen könne. Landesweit leben in Spanien rund drei Millionen Menschen mit Osteoporose, fast 80 Prozent davon Frauen.

Wie gravierend sich Diäten auswirken können, zeigten Berichte aus China: Im Changsha Central Hospital diagnostizierte Dr. Shao Huige bei einer 54-jährigen Frau nach einer sechsmonatigen Diät mit neun Kilogramm Gewichtsverlust neben Osteoporose auch Muskelschwund infolge eines Mangels an Kalzium und Protein.

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In anderen Fällen führten langjährige Diäten und hoher Kaffeekonsum bei einer 35-jährigen Frau nach einem leichten Stoß zu einem Handgelenksbruch, während eine weitere 35-Jährige in Zhejiang nach Angaben von Song Baishan vom Zhejiang-Krankenhaus beim Niesen eine Rippenfraktur erlitt.

Hoher Koffeinkonsum von mindestens zwei großen Tassen täglich beeinträchtige die Kalziumaufnahme, während fehlendes Sonnenlicht die körpereigene Vitamin-D-Bildung verhindere.

Empfehlungen für den langfristigen Knochenaufbau

Nach Angaben der International Osteoporosis Foundation (IOF) sind weltweit rund 500 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen; jede dritte Frau und jeder fünfte Mann ab dem 50. Lebensjahr erleidet eine osteoporotische Fraktur. Zudem könne Bettlägerigkeit dazu führen, dass ein Erwachsener innerhalb einer Woche so viel Knochenmasse verliere wie sonst in einem gesamten Jahr.

Zur Prävention nennt die IOF fünf Kernpunkte: eine ausgewogene Ernährung mit Kalzium, Protein und Vitamin D, regelmäßiges Krafttraining zwei- bis dreimal wöchentlich für 30 bis 40 Minuten, der Verzicht auf Tabak und übermäßigen Alkoholkonsum sowie ein gesundes Körpergewicht, da ein Body-Mass-Index unter 19 ein Risiko darstelle.

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Die Portugiesische Osteoporose-Vereinigung hebt unter Berufung auf IOF-Zahlen hervor, dass ein Zuwachs der maximalen Knochenmasse um zehn Prozent in der Jugend das spätere Frakturrisiko um rund die Hälfte senken kann.

APO-Präsident Pedro Cantista betont, der Knochenaufbau sei genauso bedeutsam wie der Muskelaufbau. Sun Haolin vom Peking University First Hospital rät unter anderem zu 150 bis 300 Minuten moderater Bewegung pro Woche für Erwachsene sowie zu 1.000 Milligramm Kalzium täglich ab einem Alter von 50 Jahren.

Dr. Masha Livhits von UCLA Health empfiehlt betroffenen Erwachsenen rund 1.200 Milligramm Kalzium und 800 bis 1.000 Internationale Einheiten Vitamin D pro Tag, vorzugsweise über Lebensmittel, während Natrium, Zucker, Koffein und Alkohol reduziert werden sollten.

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