Osteoporose, Calcium

Osteoporose: Calcium und Bewegung senken HĂĽftbruch-Risiko um 16%

19.06.2026 - 12:55:22 | boerse-global.de

Kanadische Studie belegt: Supplemente und Bewegung senken Frakturrisiko um bis zu 16 Prozent. Neue GLP-1-Daten zeigen mögliche Knochenrisiken.

Osteoporose-Prävention: So senken Sie Ihr Hüftbruch-Risiko deutlich
Osteoporose - Ältere Frau hält ein Glas Milch, im Hintergrund eine Flasche Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmittel, die Prävention und Gesundheit symbolisiert. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

000 Menschen in Deutschland einen Hüftbruch durch Osteoporose. Die Behandlungskosten pro Fall? Mindestens 20.000 Euro. Kein Wunder also, dass Ärzte und Forscher nach besseren Präventions- und Therapiewegen suchen.

Calcium, Vitamin D und Bewegung als SchlĂĽssel

Eine kanadische Metaanalyse zeigt: Die richtige Supplementierung kann das Frakturrisiko senken – bei Hüftbrüchen um 16 Prozent, bei anderen Knochenbrüchen um 9 Prozent. Dr. Friederike Thomasius vom Frankfurter Hormon- und Osteoporosezentrum rechnet vor: Schon eine Risikosenkung von 0,3 Prozent würde in Deutschland jährlich 7,8 bis 9,6 Millionen Euro sparen.

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Die Empfehlung der Fachleute: 800 bis 1.000 Milligramm Calcium täglich. Für Frauen nach den Wechseljahren sogar 1.200 Milligramm. Dazu kommen 600 bis 800 IE Vitamin D pro Tag und ausreichend Protein.

Doch Pillen allein reichen nicht. Bewegung ist die zweite tragende Säule. Experten raten zu gewichtsbelastenden Übungen – mindestens 30 Minuten, drei bis fünfmal pro Woche. Auf dem GOTS-Jahreskongress in Osnabrück fordern die Mediziner sogar ein eigenes Schulfach Gesundheit. Dr. Casper Grim wurde dort zum neuen Präsidenten der Gesellschaft gewählt.

GLP-1-Medikamente: Nebenwirkung auf die Knochen?

Moderne Abnehmspritzen könnten die Knochengesundheit indirekt gefährden. Eine Mitte Juni in Chicago vorgestellte Studie untersuchte 753 Erwachsene unter GLP-1-Therapie. Das Ergebnis: Die tägliche Schrittanzahl sank von durchschnittlich 5.047 auf 4.487. Bei Männern waren es sogar rund 1.000 Schritte weniger pro Tag. Weniger Bewegung bedeutet weniger Belastung für die Knochen – und das könnte die Knochendichte negativ beeinflussen.

Gleichzeitig gibt es positive Nachrichten aus der Pharmaforschung. Entera Bio stellte Ergebnisse einer Phase-1-Studie zu einer oralen Peptid-Therapie vor. Die Tablette zeigt ein vergleichbares Profil wie herkömmliche Spritzen. Die meisten Studienteilnehmer bevorzugten die Tablette.

Strukturierte Versorgung und digitale Helfer

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Sachsen-Anhalt macht vor, wie koordinierte Betreuung funktioniert. Schon im Herbst 2023 startete dort ein Disease-Management-Programm (DMP) für Osteoporose-Patienten. Rund 160 Hausärzte und über 30 Orthopäden sind beteiligt. Ziel: die Versorgung der potenziell 125.000 Betroffenen – das sind 5,7 Prozent der Bevölkerung.

Auch technologisch tut sich was. Für Juli 2026 sind neue Trainingsprogramme angekündigt, die gezielt auf Skelettmuskelmasse und Knochendichte abzielen. Sie nutzen datenbasierte Metriken, um das biologische Alter in Kategorien wie Kraft, Stoffwechsel und Flexibilität zu bestimmen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) fordert einen grundlegenden Wandel: weg von der Reparaturmedizin, hin zu einer Präventionskultur. Konkret bedeutet das: Forschung an Schutzmechanismen, mediterrane Kost und steuerliche Anreize – etwa zur Reduktion von Süßgetränken.

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