Osteoporose-Diagnostik, REMS-Ultraschall

Osteoporose-Diagnostik: REMS-Ultraschall stimmt nur zu 64 Prozent mit DXA ĂŒberein

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
T- und Z-Werte unterstĂŒtzen die Osteoporose-Diagnostik, doch KnochenqualitĂ€t, Laborbefunde und Sturzrisiken ergĂ€nzen die EinschĂ€tzung.
Nahaufnahme der komplexen, porösen Gitterstruktur von menschlichem Knochengewebe. Illustration mit AI erstellt.

Mehrere aktuelle Ratgeber thematisieren die fachgerechte Interpretation von Knochendichtewerten, um das individuelle Osteoporoserisiko und die KnochenqualitĂ€t verlĂ€sslich beurteilen zu können. Die Diagnostik stĂŒtzt sich dabei vor allem auf standardisierte Kennzahlen wie den T- und den Z-Wert, erfordert fĂŒr eine fundierte RisikoeinschĂ€tzung jedoch auch den Blick auf weitere klinische Faktoren.

Differenzierung zwischen T-Wert und Z-Wert

Als international anerkannte Referenzmethode zur Bestimmung der Knochendichte gilt die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA), die Messungen standardmĂ€ĂŸig an der LendenwirbelsĂ€ule sowie an der HĂŒfte vornimmt. FĂŒr Erwachsene erfolgt die Einstufung ĂŒber den T-Wert, der das Ergebnis mit der Knochenmasse junger, gesunder Erwachsener ins VerhĂ€ltnis setzt:

  • Ein T-Wert von -1,0 oder höher gilt als normale Knochenmasse.
  • Ein Bereich zwischen -1,0 und -2,5 (beziehungsweise Werte kleiner als -1,0 und grĂ¶ĂŸer als -2,5) kennzeichnet eine Vorstufe des Knochenschwunds, die sogenannte Osteopenie.
  • Ein Wert von -2,5 oder darunter signalisiert das Vorliegen einer Osteoporose.

FĂŒr Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene sowie Frauen vor der Menopause kommt hingegen der Z-Wert zum Einsatz. Dieser vergleicht die gemessene Knochendichte mit der mittleren Knochenmasse von Personen gleichen Alters, gleichen Geschlechts und identischer KörpergrĂ¶ĂŸe. Ein Z-Wert ab 0 markiert hierbei einen Befund im Zielbereich, wĂ€hrend Werte unter 0 unterhalb des jeweiligen Altersdurchschnitts liegen.

KnochenqualitÀt und labormedizinische Befunde

Die StabilitĂ€t des Skeletts hĂ€ngt nicht ausschließlich von der reinen Knochenmasse ab. Auch die Struktur sowie die Materialeigenschaften definieren die KnochenqualitĂ€t. Wie der Dachverband Osteologie hervorhebt, entscheidet die Knochendichte allein nicht ĂŒber das Frakturrisiko.

Da Osteoporose weitgehend schmerzfrei verlĂ€uft, bleiben etwaige WirbelbrĂŒche oft lange unbemerkt und machen sich mitunter erst durch einen fortschreitenden GrĂ¶ĂŸenverlust oder die Ausbildung eines RundrĂŒckens bemerkbar.

Auch unauffĂ€llige Laborwerte bieten keine absolute Entwarnung: Ein normaler Kalzium- und Vitamin-D-Spiegel im Blut schließt eine Osteoporose nicht aus. Zur erweiterten labormedizinischen AbklĂ€rung gehören neben Blutbild, Nieren- und Leberwerten unter anderem Parathormon (PTH), SchilddrĂŒsenwerte sowie spezifische Knochenumsatzmarker.

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Dazu zÀhlen Marker der Knochenformation wie P1NP, knochenspezifische alkalische Phosphatase und Osteocalcin sowie Resorptionsmarker wie Beta-CrossLaps (CTX) und NTX im Urin.

Bildgebende AuffĂ€lligkeiten wie eine ungleichmĂ€ĂŸige Femurdichte sind zudem unspezifisch und können neben Osteoporose auch auf Osteomyelitis, Knochentumoren oder einen Hyperparathyreoidismus zurĂŒckgehen, weshalb weiterfĂŒhrende Untersuchungen per Magnetresonanztomographie oder Computertomographie erforderlich sind.

Apparative Verfahren und funktionelle Sturzrisiken

Eine Knochendichtemessung dient primĂ€r der Diagnosestellung, der AbschĂ€tzung des kĂŒnftigen Bruchrisikos sowie der Verlaufskontrolle einer Therapie. Als Alternativen zur DXA existieren ultraschallbasierte AnsĂ€tze, die auf Kennwerten wie der Ultraschall-Schallgeschwindigkeit (SOS) und der Breitband-UltraschallabschwĂ€chung (BUA) beruhen.

Eine 12-Monats-Studie in der Fachzeitschrift Frontiers in Endocrinology an 25 Frauen im Alter von 49 bis 88 Jahren (mittleres Alter rund 72 Jahre) ergab fĂŒr den REMS-Ultraschall im Vergleich zur DXA eine diagnostische Übereinstimmung von 64 Prozent (Cohen's kappa 0,28).

Bei einer REMS-SensitivitĂ€t von 0,63 und einer SpezifitĂ€t von 0,64 kamen die Studienautoren zu dem Schluss, dass REMS keinen vollwertigen Ersatz fĂŒr die DXA darstellt und sich insbesondere nicht fĂŒr die Therapiekontrolle eignet.

Zudem bildet eine isolierte Dichtemessung keine funktionellen Sturzauslöser ab. Faktoren wie eingeschrÀnktes Nachtsehen, Schwindel, Gangunsicherheit oder eine orthostatische Hypotonie erhöhen das Frakturrisiko unabhÀngig vom Skelettstatus.

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Entsprechende Instrumente – etwa von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) – zielen daher auf die systematische ÜberprĂŒfung von Beinkraft, MobilitĂ€t und Gleichgewicht sowie auf die Kontrolle von Medikamenten und NahrungsergĂ€nzungsmitteln ab, die Benommenheit oder Sehstörungen hervorrufen können.

Richtlinien wie die der US Preventive Services Task Force (USPSTF) empfehlen ein allgemeines Knochendichte-Screening fĂŒr Frauen ab 65 Jahren, wĂ€hrend bei jĂŒngeren Frauen vor allem zusĂ€tzliche Risikofaktoren wie Untergewicht oder vorangegangene Niedrigenergiefrakturen ausschlaggebend sind.

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